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Döbeln Haftstrafe für drogensüchtigen Verkehrsrowdy
Region Döbeln Haftstrafe für drogensüchtigen Verkehrsrowdy
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22:27 26.01.2015

Ein zweiter Versuch glückte, wobei er dem Überholten - einem älteren Herren aus Hessen - wieder den Stinkefinger zeigte. Mit diesen Schikanen habe der Angeklagte am Rasthof Hansens Holz kurz vor der Abfahrt Döbeln begonnen, so der Anklagesatz.

Nötigungen und Beleidigungen im Straßenverkehr kommt in Deutschland tausendfach vor. Im Einzugsbereich der Polizeidirektion (PD) Leipzig, zu der die Autobahnpolizei gehört, die für die A 14 zuständig ist, scheinen die Kraftfahrer aber recht sittsam unterwegs zu sein. "Wir registrieren eine gleichbleibende Welle und haben zwischen sieben und zehn Anzeigen wegen Nötigung pro Monat", sagt Hauptkommissar Uwe Voigt, Pressesprecher der PD Leipzig. Angesichts der über 43 000 Fahrzeuge, die täglich über die A 14 rollen, ist das ein Klacks.

Nötigung definiert der Gesetzgeber als "Drohung mit Gewalt oder einem empfindlichen Übel", um eine andere Person zu "einer Handlung, Duldung oder Unterlassung" zu zwingen. Drängeln und Ausbremsen auf der Autobahn können unter diesen Straftatbestand fallen. Darauf steht eine Geldstrafe oder Gefängnis bis zu drei Jahren, für Kraftfahrer zusätzlich ein Fahrverbot und Punkte in Flensburg. Freilich ist bei solchen Straftaten im Straßenverkehr ein Beweis nicht immer leicht, da oft Aussage gegen Aussage steht. Im Falle des 33-jährigen Heidenauers war das anders. Der Geschädigte war mit seiner Frau unterwegs, hatte also eine Zeugin. Außerdem reagierte er sofort und rief die Polizei. Viele andere erstatten in so einem Fall erst auf ihrem heimischen Polizeirevier Anzeige.

Andy W. stoppten die Beamten auf einem Parkplatz bei Leisnig und es zeigte sich, dass die Nötigung und der Stinkefinger nur die Spitze eines Eisberges an Rechtsbrüchen war: Andy W. hatte 160 Nanogramm des Crystal-Wirkstoffs Methamphetamin im Blut. Eine Fahrerlaubnis besaß er nicht und das Auto war auch nicht seins. "Ich war mehr als erschrocken, als ich davon erfuhr, dachte ja zunächst es geht um die Fahrfehler", sagte der Hesse. Er war gestern inklusive Rückweg extra über 600 Kilometer gefahren, um am Amtsgericht Döbeln als Zeuge im Fall Andy W. auszusagen. Leider fehlte mit dem Angeklagten die Hauptperson des Verfahrens. "Er hat uns ein Fax geschickt und mitgeteilt, dass er in stationärer Behandlung ist", informierte Richter Janko Ehrlich, weshalb Andy W. fernblieb. Richter Ehrlich verurteilte W. aber per Strafbefehl wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, Fahrens ohne Fahrerlaubnis Nötigung und Beleidigung zu sechs Monaten Haft mit Bewährung. Gegen diesen Richterspruch kann Andy W. Einspruch einlegen. Dann verhandelt Richter Ehrlich die Sache erneut, wenn der drogensüchtige Verkehrsrowdy mit seiner Therapie fertig ist.

Dirk Wurzel

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