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Halloween und Reformation in Döbeln-einzige Gemeinsamkeit: das Datum

Halloween und Reformation in Döbeln-einzige Gemeinsamkeit: das Datum

Es ist der Feiertag, der regelmäßig für Diskussionen sorgt: Die Kirche beklagt den verbreiteten Irrglauben, dass der Reformation und Halloween etwas gemeinsam hätten.

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Ein Brauch, der sich verbreitet hat. Der Brauch, Kürbisse zum Halloweenfest aufzustellen, stammt aus Irland. Dort lebte einer Sage nach der Bösewicht Jack Oldfield. Die Sage erzählt, dass er sich aus einer Rübe und einem glühenden Stück Kohle, die er vom Teufel erhalten hatte, eine Laterne bastelte.

Quelle: Bernd Wüstneck

Halloween bringt Menschen zusammen. Das findet auch Nicole Radke, Mitarbeiterin des Jugend- und Freizeitzentrums Checkpoint in Waldheim. Jedes Jahr wird dort am Tag vor Allerheiligen das Gruselfest veranstaltet. "Wir nutzen Halloween um eine schöne Zeit zu verbringen und gemeinsam etwas zu erleben." Schon Wochen vorher werden verzerrte Masken gebastelt und Girlanden aufgehängt. "An Halloween kommen auch immer wieder Kinder zu uns, die vorher noch nie da waren. So kommen neue Kontakte zwischen den Knirpsen zustande." Kürbisse dürfen natürlich auch nicht fehlen. Die werden vor Ort geschnitzt. Jeder so wie er will, denn "die eigene Kreativität soll herausgekitzelt werden."

Besondere "Leckereien" haben sich die Mitarbeiter des Freizeitzentrums Sunshine in Hartha zu ihrem ersten Halloweenfest einfallen lassen: Glubschaugenbowle oder Spinnenbeinsuppe landen dort beispielsweise auf dem Tisch. "Wir verdunkeln unsere Räume und hüllen alles und jeden in Schwarzlicht", erklärt Leiterin Manja Hübner. Sie glaubt, dass Halloween etwas magisches hat und deswegen auf so große Beliebtheit stößt. "Wir haben im Vorfeld die Geschichte und den Ursprung von Halloween mit den Kindern behandelt." Seit Tagen schon schmücken die Mitarbeiter das Freizeitzentrum, neugierig beobachtet von den jungen Besuchern, die nur zu gern einen Blick auf die Vorbereitungen geworfen hätten. "Das Geheimnisvolle und Düstere reizt die Kinder so an Halloween", weiß Manja Hübner. Die Chance durch das Fest die Interessen der kleinen Besucher zu treffen, wollen sie sich nicht entgehen lassen. "Es ist für uns eine tolle Gelegenheit mit ihnen in einen Dialog zu treten."

 

 

 

 

 

 

"Die Gesellschaft verliert zunehmend ihre Wurzeln. Warum wir bestimmte Feiertage überhaupt zelebrieren, wissen nur noch wenige", spricht Superintendent Arnold Liebers bezüglich des Reformationstages ein grundsätzliches Problem aus seiner Sicht an. Viele feiern an diesem Tag Halloween, aber fast niemand denkt an den Reformationstag, den eigentlichen Hintergrund des Feiertages. Für ihn ist am 31. Oktober Reformationstag - Halloween gibt es in seiner Welt nicht. "Ich habe noch nie Halloween gefeiert. Mit unreflektierten keltischen Bräuchen habe ich nichts zu tun." Für den Superintendenten sind Reformationstag und Halloween wie Feuer und Wasser: "Etwas, dass man nicht gleichzeitig feiern kann." Sich selbst bezeichnet Liebers als authentisch, er hat seinen eigenen Kopf und würde nichts zelebrieren, hinter dem er nicht überzeugt stehe. Für ihn kommt ein Feiern im Sinne von Halloween nicht in Frage. Trotzdem sieht er sich nicht als Halloween-Gegner. "Ich habe einfach keine Verbindung zu diesem Brauch. Weder positiv noch negativ." Viel mehr stehe er dem Gruselspektakel wertfrei gegenüber. Ihm und vielen anderen gläubigen Menschen gibt der Reformationstag viel mehr als das Verkleiden und Gruseln an Halloween, ist er sich sicher.

Die Vielzahl an Veranstaltungen in der regionalen Umgebung, die sich auf den Reformationstag beziehen, zeigt, dass sich zahlreiche Organisationen durchaus über den geschichtlichen Hintergrund bewusst sind. "Ich vergleiche das mit einem Baum. Fehlen ihm seine Wurzeln, kippt er beim nächsten Sturm um. Für mich ist Halloween eine leere Hülle, ohne Wurzeln. Der Rest versteht sich von selbst."

 

: Gottesdienst zum Reformationstag im großen Festsaal der Burg Kriebstein unter Leitung von Waldheims Pfarrer Reinald Richber und Kirchenvorstand Michael Kreskowski.

 

 

: "Reformationsmusik" erklingt in der im 13. Jahrhundert entstandenen Dorfkirche Wendishain. Chormusik mit Liedern und Gesängen aus der neuen Zeit wird zu hören sein.

 

: "In die Töpfe der Mönche geschaut": Im Kloster Buch werden die Ordensregeln der Mönche zum Essen und Trinken erläutert. Sabine Patzelt vom Klosterförderverein vermittelt dieses Wissen an der gedeckten Klostertafel. Anmeldungen sind unter der Telefonnummer 034321/50352 möglich.

 

 

: Im Klosterpark Altzella gibt es neben Führungen durch den Kräutergarten einen geführten Rundgang durch das Gelände. Um 14 Uhr ist ein Vortrag zum Thema Kloster und Bergbau zu erleben.

 

 

: Familienführungen auf der Burg Mildenstein mit Michael Kreskowski, mit Augenmerk darauf, was der Reformationstag für unseren Kulturkreis bedeutet.

 

 

: Festgottesdienst in der St. Matthäi-Kirche.

 

 

: Halloween-Party im Freizeittreff Sunshine an der Sonnenstraße. Die Gäste in gruseligen Kostümen können am Höllenfeuer spuken, Knüppelkuchen backen, auf der Hüpfburg toben oder an einem Bastelstand aus Kürbissen leuchtende Fratzen schnitzen.

 

 

: Wanderausstellung über Luther im Leisniger Stadtgut in der Kirchstraße - ein Angebot, das sich gut für Kinder ab dem Grundschulalter eignet. Sie können dort Kostüme anlegen, erfahren viel über die Lebensumstände aus der Zeit Luthers und entscheiden unter anderem gemäß der Leisniger Kastenordnung, für welche sozialen Projekte sie einen festen Betrag von Geld verteilen würden. Die Bedeutung der Reformation ist dort gut nachvollziehbar.

 

 

: In Pommlitz an der "Schicke" wird ein Herbstfeuer entzündet. Dazu gibt es Speisen und Getränke am Feuer. Die "Schicke" bezeichnet das Gelände am ehemaligen Silo zwischen Pommlitz und den Schickenhäusern an der Straße von Döbeln in Richtung Simselwitz."

 

 

: Lampionumzug mit den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Ostrau. Treffpunkt ist das Sportlerheim. Die Party danach steigt am Ostrauer Feuerwehrgelände.

 

 

: Gruselgestalten, Monster und Hexen sind an der ehemaligen Ziegelei unterwegs. Stellplatz für den Lampionumzug am Feuerwehrgerätehaus.

 

 

: Herbstfeuer auf dem Festplatz Beicha.

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