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Döbeln Hammerwerfer soll happige Geldstrafe zahlen
Region Döbeln Hammerwerfer soll happige Geldstrafe zahlen
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Der Hammerwerfer von Mittweida beschäftigte am Montag das Amtsgericht Döbeln. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
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Mittweida/Döbeln

Er ist als friedlicher Bürger bekannt. So schilderte Rechtsanwalt André Schuster seinen Mandanten am Montag in einem Prozess am Amtsgericht Döbeln. „Er gilt als Mitbürger, der keiner Fliege was zu Leide tut. Und an diesem Tag eskaliert die Situation“, sagte Rechtsanwalt Schuster. Zweimal sprühte ihn die Polizei mit Pfefferspray ein – war so gut wie wirkungslos blieb. Für den Anwalt ist klar: Das hält nur jemand aus, der extrem unter Drogen steht.

Litanei an Straftaten

Dem Mann, den Rechtsanwalt Schuster verteidigte, lag eine ganze Litanei an Straftaten zur Last. Sachbeschädigung, Körperverletzung, versuchte gefährliche Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. In einem Mehrfamilienhaus in Mitweida habe der Angeklagte gewütet, einen Mieter geschlagen, Türzargen demoliert und sich gegen Polizisten gewehrt. Dabei sei der Hammer geflogen.

Geständnis und Therapie

Der Angeklagte hatte die Tatvorwürfe eingeräumt. Zumindest, soweit er sich erinnern konnte. Auch dass er nach den Taten eine Langzeittherapie absolvierte, um vom Crystal loszukommen, erzählte er dem Gericht. „Außerdem hat er bereits ein Drittel des angerichteten Schadens wieder gut gemacht“, warf Rechtsanwalt Schuster für den 48-Jährigen in die Waagschale. Ebenso wie die Staatsanwältin ging er von einer verminderten Schuldfähigkeit des Angeklagten aus. „In der Gesamtschau kann man zu einer niedrigeren Geldstrafe kommen, als die 200 Tagessätze, die die Staatsanwaltschaft beantragt hat“, sagte der Verteidiger. Einen konkreten Antrag stellte er aber nicht.

Hammerwerfenden Randalierer soll 6000 Euro zahlen

„Das ganze Geschehen hat sich innerhalb weniger Minuten abgespielt“, sagte Strafrichter Janko Ehrlich, der den Mann zu 150 Tagessätzen á 40 Euro Gesamtgeldstrafe verurteilte. Und zwar wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung, versuchter gefährlicher Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. „Sie haben die Türzargen im Haus demoliert, den Hammer auf die Polizisten geworfen und sich gegen die Beamten gewehrt“, stellte der Richter fest. Als positiv wertete er das Geständnis den Mannes, dass er die Drogentherapie absolviert hat und begonnen hat, den Schaden wieder gut zu machen. Auch nahm der Richter an, dass der Angeklagte nicht ganz Herr seiner Sinne war, als er die Taten beging. Sonst wäre auch eine höhere Strafe für den bisher nicht vorbestraften Mittweidaer drin gewesen. Zudem war die Verletzung des Mieters nicht erheblich, den der 48-Jährige geschlagen hatte. Und auch die gefährliche Körperverletzung blieb im Versuchsstadium stecken, weil das Wurfgeschoss die Polizisten verfehlte.

Abschied per Handschlag im Gericht

Das Urteil des Amtsgerichtes ist noch nicht rechtskräftig. Staatsanwaltschaft und Verteidigung können dagegen Berufung oder Revision einlegen. Allerdings schien der 48-Jährige so unzufrieden nicht zu sein mit dem Richterspruch. Zum Abschied gab er Richter Ehrlich, der Staatsanwältin und dem Urkundsbeamten die Hand. Das tun nicht viele Angeklagte nach ihrer Verurteilung.

Von Dirk Wurzel

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