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Happy End in Kriebstein: Besucher sehen endlich (!) eine Hochzeit

20. Burg der Märchen Happy End in Kriebstein: Besucher sehen endlich (!) eine Hochzeit

Lange mussten die Besucher der „Burg der Märchen“ darauf warten, am Wochenende war es endlich soweit: Prinzessin Vicky heiratete ihren Traumprinzen. Der Weg dahin war allerdings steinig und brachte so manches Chaos mit sich. Die Besucher der Miskus-Veranstaltung wiederum genossen die kleine Flucht aus dem Alltag.

Die Prinzessin – Vicky Rennert – hat ihren Prinzen – Falko Jahn.
 

Quelle: Sven Bartsch

Kriebstein.  Hach, wie schön. Seufzen darf man schon mal, wenn eine lange Geschichte endlich zum Happy End kommt. Zur 20. Ausgabe der „Burg der Märchen“ in Kriebstein fand nach vielem Hin und Her und Auf und Ab letztendlich zusammen, was zusammen gehört. Die Königstochter alias Vicky Rennert verlor ihr Herz an einen Prinzen aus fernen Landen (Falko Jahn). Doch bis es schließlich zur Hochzeit kommen konnte, verging viel Zeit. Märchenkönig Norbert I., gespielt von Norbert Hein, der auch das Stück schrieb, wollte sein Töchterchen nicht so recht loslassen. Am Sonnabendnachmittag gab er sich den alles entscheidenden Ruck und die Prinzessin wurde zur Frau genommen. Halleluja!

Fortsetzung zu jeder vollen Stunde

Das Märchenspektakel verfolgten zahlreiche Besucher am vergangenen Wochenende auf der Burg Kriebstein. Der Mittelsächsische Kultursommer (Miskus) bereitete das große Fest schon etliche Jahre vorher vor. Und auch am Wochenende ließ der Höhepunkt der Liebesgeschichte auf sich warten. Denn das Stück wurde episodenweise jeweils zur vollen Stunde weiter erzählt. „Der Faden wird seit vier Jahren auf Kriebstein weiter gesponnen“, sagte Miskus-Projektkoordinator Jörn Hänsel bereits im Vorfeld. Stück für Stück kam das Prinzenpaar seiner bevorstehenden Vermählung näher. Zwischendurch unterhielt der tapsige Haus- und Hofmeister das junge Publikum vor der Bühne im Burghof. Doch er machte das nicht alleine: Unterstützung gab es auch von den Tanzperlen des Zschopautals, die passend zum Märchenthema ihre Tänze vorführten. Hexe Chibraxa erschreckte und bezauberte zugleich mit dunklem Lippenstift und schiefem Grinsen. Gaukler, Kakadus und andere schräge Gestalten waren Teil der Geschichte, die sich rund um die Prinzessin, ihren Vater und den zukünftigen Gatten drehte.

Während der Spielpausen nutzten die Besucher die Zeit, die Burg zu erkunden und den einen oder anderen Schmaus zu sich zu nehmen. Katharina Wenzel reiste aus Rochlitz an. Gemeinsam mit ihren Töchtern Janina (6) und Merle stürzte sie sich auf den Crepés-Stand. „Mit Nutella“, flüstert die vierjährige Merle ihrer Mutter ins Ohr. Sie ist im Prinzessinnenkleid gekommen – natürlich in pink. Auf dem Kopf trägt sie ein funkelndes Diadem. „Meine Tochter will nie etwas anderes sein als eine Prinzessin. Als wir von der Burg der Märchen hörten, war klar, dass wir herkommen mussten“, erklärt Katharina Wenzel.

Mit Holzschwert bewaffnet steht Tony Jurkzyk am Fuße der Treppe, die ins Burginnere führt. „Ich passe auf, dass keine Verbrecher reinkommen“, sagt der Zehnjährige. Für die Geschichte der Prinzessin Vicky interessiert er sich nur bedingt, gibt er zu. „Hochzeit mag ich nicht. Aber der Hofmarschall ist cool. Der macht immer lustige Sachen.“ Im Kostüm des witzigen Haus- und Hofmeisters steckt niemand geringeres als Jörn Hänsel vom Mittelsächsischen Kultursommer selbst. Die Rolle des tapsigen, leicht verwirrten Hofangestellten scheint ihm wie auf den Leib geschrieben zu sein. Am Ende kassierte seine Figur übrigens eine Ladung Torte – direkt ins Gesicht.

Flucht aus dem Alltag

Für die großen und kleinen Besucher war das Wochenende auf der Burg Kriebstein vor allem eines: Eine kurze Flucht aus dem Alltag. Und so manch Erwachsener fühlte sich in die eigene Kindheit zurückversetzt. Dafür sorgten nicht zuletzt die Schauspieler, die sich immer mal wieder ins Publikum stürzten. So passierte es, dass plötzlich der Froschkönig höchstpersönlich am eigenen Softeis schleckte.

Von Stephanie Helm

Kriebstein 51.042831 13.011898
Kriebstein
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