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Döbeln Hartha und Leisnig brauchen vom Nachbarn Einverständnis für Neubauten
Region Döbeln Hartha und Leisnig brauchen vom Nachbarn Einverständnis für Neubauten
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19:00 12.07.2018
Rechts oben im Bild: Heute noch grün, bald Aldi-Standort. Quelle: Sven Bartsch
Hartha/Leisnig

Neue Märkte braucht das Land – zumindest in den Nachbarstädten Hartha und Leisnig tut sich etwas. In beiden Städten wurde und wird eine Menge Papier dafür bewegt. In Hartha strebt Edeka eine Verkaufsflächenerweiterung an, in Leisnig ist es Aldi im Zuge seiner Umzugspläne.

Einzelhandelskonzept – warum jetzt

Leisnig muss sogar ein Einzelhandelskonzept vorlegen. Diskussionen gab es schon immer, ob es in Leisnig zu viele Märkte gibt, dennoch bestimmte Stadtgebiete unterversorgt sind. Während am Wohngebiet an der Jahnstraße erst wieder ein Betreiber das Geschäft schloss – wegen zu geringer Nachfrage – steht jetzt am Stadtrand, an der Umgehungsstraße ein nächster großer Wurf an. Die DAZ fragte bei Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth (CDU) nach, warum jetzt dass Einzelhandelskonzept nötig ist und wer das fordert.

Neues Raumkonzept bei Aldi

„Das hat mit der Größe es beabsichtigten Aldi-Neubaus zu tun“, erläutert das Stadtoberhaupt. Nicht mehr nur auf 800 Quadratmetern, sondern auf 1200 Quadratmetern will Aldi künftig Waren anbieten. Dies hänge zusammen mit einem Verkaufs- beziehungsweise Raumkonzept, das vor allem älteren Mitbürgern den Einkauf erleichtern soll. Regale sind beispielsweise in größeren Abständen angeordnet.

An der Jahnstraße weiterhin keine Lebensmittel

Das klingt zuvorkommend für die älteren Leisniger, die per Auto bis zum Markt an der Umgehungsstraße kommen. Wohnortnah und zu Fuß sowie per Rollator erreichbar wie an der Jahnstraße bleibt der Lebensmitteleinkauf vorerst Zukunftsmusik, wenn überhaupt ein potenzieller Betreiber nach der großen Aldi-Ansiedlung am Stadtrand noch diesen Versuch startet. Zudem gibt es noch an der Colditzer Straße und an der Johannistalskreuzung Einkaufsmärkte.

Freistaat will Leisniger Konzept sehen

Das Einzelhandelskonzept sehe allerdings vor, die Marktansiedlung am alten Aldi-Standort für die Zukunft zu unterbinden. „Das Einzelhandelskonzept wird von der Landesdirektion gefordert“, erläutert Goth. Die Großflächigkeit des Aldi-Bauvorhabens im Zusammenhang mit der Tatsache, dass der Markt nicht stadtkernnah, sondern in der Peripherie liegt, habe den Freistaat veranlasst, in Leisnig etwas genauer hinzuschauen, ob diese Ballung von Verkaufsfläche zusammen mit dem Rewe dort passt.

Bis 3. August Einsicht nehmen

Zuvor hatten sich derartige Belange im Stadtentwicklungskonzept Seko niedergeschlagen. Wegen den neuen Vorhabens müsse ein aktualisiertes Konzept vorgelegt werden. Bis 3. August liegt es noch im Bauamt des Leisniger Rathauses öffentlich aus. Wer will, kann Einsicht nehmen.

In Hartha stadtkernnahes Bauvorhaben

Was in Hartha den Standort für die Flächenerweiterung vom Edeka anbelangt, erfüllt die Stadt dort die Erwartung an eine wohnortnahe Versorgung der Einwohner. So wie in Leisnig der Aldi die zusätzliche Ansiedlung eines Drogeriemarktes in Aussicht stellt, so ist in Hartha ein Drogeriemarkt der Grund für die beantragte Flächenerweiterung.

Alles ist wichtig, von Gymnasium bis Hartharena

Antragsteller Edeka ließ sich die Zahlen und Fakten der stadtkern- und wohnquartiernahen Lage aus dem Rathaus detailliert zuarbeiten. Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos): „Dabei spielte die Schülerzahl vom Gymnasium ebenso eine Rolle wie die Nähe zur Hartharena. Beide Einrichtungen sorgen dafür, dass auch aus der Umgebung regelmäßig potenzielle Kundschaft in die Stadt kommt.“

Vom Nachbarn jeweils Stellungnahme einholen

In beiden Städten haben sich die Bauträger noch nicht positioniert, welcher Drogeriemarkt sich ansiedeln will. Ganz unabhängig voneinander laufen die zwei Projekte im Übrigen nicht: Der Gesetzgeber sieht vor, dass umliegende Kommunen ihre Stellungnahmen zum Bauvorhaben des jeweiligen Nachbarn abgeben, und die stehen auf beiden Seiten noch aus.

Von Steffi Robak

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