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Döbeln Hartha spricht sich gegen angedachtes Containerdorf aus
Region Döbeln Hartha spricht sich gegen angedachtes Containerdorf aus
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11:25 09.03.2016
Ein Investor will auf dem Parkplatz vor dem ehemaligen Diska-Markt eine Flüchtlingsunterkunft bauen. Quelle: Sven Bartsch
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Hartha

Stühle waren Dienstagabend Mangelware, als in Hartha der technische Ausschuss zusammenkam. Grund war der Eingang eines Antrags beim Bauordnungsamt des Landkreises Mittelsachsen, der jetzt auch die Stadtverwaltung sowie die Stadträte des Ausschusses beschäftigt und auch in der Gemeinde augenscheinlich auf großes Interesse stößt.

Aus den Dokumenten geht hervor, dass auf dem Parkplatz des ehemaligen Diska-Marktes in der Sonnenstraße 28 eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge und Asylsuchende errichtet werden soll. Angepeilt sind zwei dreigeschossige Containerbauten. Zudem soll ein Teilbereich des ungenutzten Marktes für Mehrzweck- und Funktionsräume umfunktioniert werden. Dahinter steht die Riesaer Wohnheimbetriebsgesellschaft mbH. Der Antrag auf Vorbescheid ist jedoch noch kein Bauantrag. Es soll lediglich geprüft werden, ob das Bauvorhaben zulässig ist oder etwaigen städtebaulichen Maßnahmen entgegensteht. Dazu ist das Bauordnungsamt, das die finale Entscheidung fällt, auf das Feedback der Stadt angewiesen.

„Ich sehe diese Bauvoranfrage kritisch und bin nicht der Meinung, dass das in Frage kommt“, verkündete Harthas Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) im Namen der Stadtverwaltung. Zudem wies er auf die nach wie vor freien Kapazitäten in der dezentralen Unterbringung hin.

Breite Unterstützung erfuhr das Stadtoberhaupt dabei auch von Seiten der Ausschussmitglieder. „Ich freue mich über diese Äußerungen. Ein Containerbau passt da nicht hin“, unterstreicht Renate Schröder (Freie Wähler). Auch Matthias Thiel (CDU) kann sich das nicht im Harthar Stadtbild vorstellen. „Außerdem sind die gemeldeten Wohnungen noch gar nicht ausgelastet.“ Frank Zenker (Freie Wähler) fügt an: „Wenn jemand Geld unterbringen möchte, kann er das bei uns anders tun. Ein Ghetto auf dem Parkplatz zu errichten ist nicht notwendig.“ Christian Köhler (CDU) schließt sich der einhelligen Meinung an und betont: „Die dezentrale Unterbringung bietet größere Möglichkeiten zur Integration.“ Auch für Dr. Wolfgang Fichtner (SPD) ist das die Richtschnur, an die sich die Stadt orientieren solle.

Die einstimmige Ablehnung des Verhandlungsgegenstandes wird jetzt zusammen mit einer ausführlichen Darlegung aller Gründe in Form einer schriftlichen Stellungnahme an die übergeordnete Behörde gehen. Dort liegt am Ende die Entscheidungsgewalt.

Von André Pitz

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