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Harthaer Breakdancer auf den Kopf gestellt

Harthaer Breakdancer auf den Kopf gestellt

Gestützt auf ihre Hände oder den Kopf verrenken sie ihren Körper kunstvoll im Takt der Musik. Die sieben Jungs, die jeden Freitagabend in der Hartharena trainieren, sind Breakdancer aus Leidenschaft.

Hartha.

 

 

 

 

Die Beine um die Arme drehen, das ist grob gesagt das, was Jonas Zimmermann seit gut einem halben Jahr probiert. "Flare" nennt sich diese Bewegung im Breakdance. Eine Runde schafft der 14-Jährige inzwischen. "Profis können zum Teil 30", erzählt Jonas. Gelernt hat er diesen Trick von Kilian, einem Breakdance-Trainer, dessen eigentlicher Name Holger Köhler ist. Jeden zweiten Monat kommt Kilian nach Hartha, um die jungen Breakdancer des Turn- und Sportvereins (TuS) zu coachen. Über ein Jahr lang schon. Am vergangenen Wochenende war es wieder so weit. Für zweieinhalb Stunden hatten die Jungs Kilian an ihrer Seite. Eine der letzten Übungsgelegenheiten vor dem Tanzfest in Döbeln am 10. November, wo der zweite Platz aus dem Vorjahr verteidigt werden soll.

Wenn der Tanzlehrer nicht da sein kann, behelfen sich die Jungs selbst. Schauen sich Videos im Internet an in denen Tricks gezeigt und beschrieben werden oder wiederholen den Stoff, den Kilian ihnen beigebracht hat. Die Älteren und Erfahreneren wie Jonas helfen den anderen. Die Hip-Hop- Klänge zu denen getanzt wird, sind teilweise Eigenproduktionen, wie Jonas erklärt. Die Choreografie für Auftritte wie den letzte beim Flutfest in Döbeln stellt Jonas selbst zusammen. "Kilian gibt der Choreo den Feinschliff", berichtet TuS-Mitglied Heike Berger. Die Waldheimerin tanzt selbst bei der Dance Generation. Auch sie gibt hin und wieder Tipps. Sagt, an welchen Stellen es zu statisch wird und mehr Bewegung rein muss beispielsweise. "Eine Aufsichtsperson ist immer dabei." Wenn nicht sie, dann eine der Mütter. "Viele der Übungen werden auf den Handgelenken gemacht. Den Notarzt hat es bisher nur einmal gebraucht, als jemand so schwer umknickte, dass es gebrochen war", berichtet Kati Graeber. Ihr Sohn Niclas ist der Neuzugang der Gruppe. Mit seinen sechs Jahren ist er zudem der Jüngste. "Ich habe immer gern getanzt", sagt Niclas. "Er hat oft Kopfstand gemacht", erklärt seine Mutter, die dachte, dass Breakdance, das richtige für ihn sein könnte und den Kontakt zu Heike Berger suchte. Bis Niclas so spielerisch und cool eine Soloeinlage hinlegt wie der erfahrene Jonas wird es wohl noch Zeit brauchen. "Es gibt viele Haltesachen, die viel Armkraft und Balance brauchen", erklärt Heike Berger. Und Jonas verrät: "Was schwer aussieht, ist fast nur Technik." Zugegeben, knifflige Technik, die eben wieder und wieder geübt sein will. Bis sie so scheinbar mühelos präsentiert wird.

Begonnen hat Jonas schon im Kindergarten. Damals hatten die Harthaer Breakdancer einen Trainer. Bezahlt von den Eltern. Trainerlos ist die seit gut acht Jahren bestehende Breakdancegruppe schon lange Zeit. "Wir haben versucht einen Trainer zu finden", berichtet Heike Berger, "auf alle möglichen Weisen", über Tanzpädagogen oder auch Trainervermittler aus der Jury des Döbelner Tanzfestes. Resultat: Einen dauerhaften Coach zu engagieren, wäre - im Gegensatz zu dem Trainingseinheiten mit Kilian - nicht aus Mitgliedsbeiträgen und Einnahmen aus Auftritten zu finanzieren. Zwar gibt es Breakdance-Trainer in der näheren Umgebung von Hartha, Beträge von 23 Euro pro Stunde und Kopf sind jedoch nicht bezahlbar, wie Heike Berger sagt. Jonas und die anderen stört das nicht. Die Besuche von Kilian sind Ansporn genug. Und eine erneut gute Platzierung beim Tanzfest wäre ein weiterer. Katharina Schultz

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