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Harthaer Ehepaar hält eisern zusammen mit Sauna und Hometrainer

Harthaer Ehepaar hält eisern zusammen mit Sauna und Hometrainer

Drei Monate dauerte Manfred Schwabes Gastspiel in Steina. Kurz nach dem Krieg auf privatem Wege auf einen Bauernhof vermittelt, ging er in Steina im Gasthof zum Tanz und traf dort Ruth Sommer.

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Sie halten bis heute eisern zusammen: Ruth und Manfred Schwabe aus Hartha sind seit 65 Jahren ein Ehepaar.

Quelle: Sven Bartsch

Dann wurde der 18-Jährige zur Wismut geschickt, unter Tage. Seit 65 Jahren sind Manfred und Ruth Schwabe ein Ehepaar.

 

Ein Törtchen mit Marzipan-Röschen steht zum Ehrentag auf dem Kaffeetisch. Tochter Christina sitzt mit in der Runde, etwas später kommt einer von zwei Enkeln dazu und Urenkel Liam. Die Familie darf nicht fehlen, und schließlich war es auch ein gewisser familiärer Druck, aus dem vor 65 Jahren in Hartha geheiratet wurde: Sein minderjähriger Bruder musste versorgt werden. Schwabe verlor seinen Vater im Krieg, musste als 15-Jähriger die Familie versorgen.

 

Dem Krieg ist Manfred Schwabe gerade so entgangen: Im Oktober 1944 als 16-jähriger für den Volkssturm gemustert und in Marienberg stationiert, hatte ein Stalingrad-Kämpfer den Jungs unter der Hand gesagt: Schmeißt eure Gewehre dort hin, und morgen will ich euch hier nicht mehr sehen. "Das hat mir das leben gerettet. Andere Jungs aus meinem Jahrgang und jünger sind noch gefallen." Als Schwabes Mutter erst 42-jährig starb, war unklar, wo der Bruder bleiben solle. "Er hat uns so gebeten, dass wir heiraten, damit er bei uns unterkommt," sagt der heute knapp 87-jährige Schwabe. Zur Tante oder gar ins Heim habe der Bruder nicht gewollt. So zogen die drei zunächst ins Schwabesche Elternhaus in Sosa. Das Ehepaar ist ein Beispiel dafür, dass man sich aus dem Nichts ein Leben aufbauen kann, wenn man auf Sparen und Strebsamkeit setzt. Ruth Schwabe aus Steina, eine geborene Sommer, heute 68 Jahre alt, hatte bei Elsa Obendorf in Döbeln die Lehre zur Damenschneiderin begonnen. Elsa Obendorf nähte für den Kostümfundus des Döbelner Theaters. Tochter Christina erinnert sich: "Sie kannte dadurch einige Finessen. Ich hatte immer schicke Kleider - alle selbst genäht." Bei Elfriede Pinkert, Schneiderin in Hartha, beendete Ruth Schwabe die Lehre, war dort weiter beschäftigt. Steina, Sosa, Aue - es ging häufig hin und her für die Schwabes, bis sie von zwölf Jahren Bergmanns-Lohn das Geld zusammen hatten für ein Haus in der Gabelsberger Straße von Hartha. Bis vor zwei Jahren wohnten sie dort. Per Direkt- und Fernstudium erwarb sich Schwabe die Lehrer-Qualifikation. Der ungelernte Sport-Hilfslehrer an der Harthaer Schule konnte bald Geschichte und Deutsch bis zehnte Klasse unterrichten. Geschichte wählte er später ab: "Das war mir zu politisch." Dann zeigte er als Werkenlehrer den Fünft- und Sechstklässlern, wo der Hammer hängt und wie er zu handhaben ist. Beide sind heute noch mobil, so weit es geht. Er besucht die Sauna, einer alteingesessene Herrenrunde in Döbeln. Seine Frau schwingt sich täglich auf den Hometrainer: Nach mehreren Stürzen möchte sie wieder ohne Rollator gehen können. Gerne gehen beide spazieren, fahren mit Auto nach Steina an den Bahnhof. "Dort kann man sich mit Rollator gut fortbewegen", sagt die alten Dame. Das Zeitgeschehen verfolgen die Schwabes als treue DAZ-Leser.

Robak, Steffi

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