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Döbeln Harthaer Erstklässler bekommen Gutschein für Sportverein
Region Döbeln Harthaer Erstklässler bekommen Gutschein für Sportverein
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22:29 08.02.2012
Zwischen zwanzig und dreißig Kinder, vom Erstklässler bis zum Abiturienten, kommen jeden Dienstag zu Grundlagenübungen in die Hartharena. Angebote wie das des Leichtathletik-Vereins Hartha sollen allen Kindern in Sachsen zugänglich sein. Mit den Zeugnissen gibt die Landesregierung daher Gutscheine aus. Quelle: K. Schultz

Nur die Zielgruppe an die sie sich wendet, ist eine andere. Statt an Drittklässler werden die Gutscheine im Wert von 50 Euro in diesem Schuljahr in den ersten Klassen verteilt - unter anderem in der Grundschule Hartha.

Auf dem Bauch liegend Kopf, Füße und Arme anheben, den Körper vom Boden abdrücken und abwechselnd den rechten und linken Fuß in die Luft strecken - Gymnastikübungen wie diese fallen Selina Frost und Luca Clara Wiesner sichtlich leicht. Seit drei Jahren nehmen die beiden am Training des Leichtathletik Vereins (LSV) in Hartha teil. Über die Antwort warum sie das machen, müssen die beiden 10-Jährigen nicht lange nachdenken: "Ich mag Sport", schießt es aus Luca Clara. Und Selina versichert: "Keine andere Sportart interessiert mich so wie Leichtathletik." Damit demnächst mehr Kinder Erfahrungen wie diese - so früh wie möglich - machen, gibt es zu den Zeugnissen am Freitag einen Gutschein für die Teilnahme in einem Sportverein.

Sich mindestens drei Mal die Woche sportlich zu betätigen, sei gesund, lautet eine gängige Empfehlung. Die Teilnahme in einem Sportverein ist eine gute Möglichkeit diese Bewegung über den Sportunterricht hinaus sicherzustellen. Finden Vereine wie auch die Politik. Ab diesem Schuljahr werden die Gutscheine erstmalig an Erstklässler verteilt: "In der dritten Klasse sind viele Kinder schon gebunden", so die Erfahrung von Hans-Jürgen Günkel Abteilungsleiter beim Tischtennis Verein (TuS) in Hartha. Oftmals wurden diese Wertbons lediglich zur Begleichung des Mitgliedsbeitrags im Verein abgegeben. Diese Kritik von Seiten der Vereine war in den Vorjahren immer wieder zu hören. Um nun das eigentliche Ziel zu erreichen, setzt die Initiative ab diesem Schuljahr früher an: bei den Erstklässlern. Einer Altersgruppe bei der das Interesse für einen bestimmten Sport oder der Freude an Bewegung überhaupt erst noch geweckt werden kann. Zudem ist der sogenannte "Komm!"-Pass ein Anreiz für jene Eltern, die sich eine solche Teilnahme nicht leisten können. Oder dies zumindest annehmen: "Die Kinder können ganz unverfänglich zum Training kommen", sagt Silvia Naumann. Eine von drei Trainern des LSV, die jeden Dienstag am späten Nachmittag mit Kindern ab der Ersten Klasse Grundlagenübungen der Leichtathletik machen. Gefüllt sind die anderthalb Stunden unter anderem mit Übungen wie dem Lauf-ABC und Wettspielen. "Wenn der Sport was für sie ist, können sie den Gutschein einlösen." Im Fall des LSV und des TuS beispielsweise deckt der Betrag die Mitgliedsgeschäft für ein Jahr. "Manche Eltern sind erstaunt was in einem halben Jahr passieren kann", sagt LSV-Trainer Andreas Voth. Der betont, dass es nicht darum geht, Spitzensportler auszubilden: "Die Kinder können an Wettbewerben teilnehmen. Müssen es aber nicht."

Über mangelnden Zulauf kann sich ein Verein wie der LSV nicht beklagen: Besonders im Vorschulalter sei derzeit mehr Nachfrage als der Verein bewältigen kann. "Um die nötige Sicherheit gewährleisten zu können, braucht es ausreichend Übungsleiter", erklärt Katrin Breitling, in deren Händen das Training der Jüngsten ab vier Jahren liegt. Ehemalige Sportler oder auch Erzieher, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, sind dem Verein daher sehr willkommen.

"Der Gutschein kann der erste Schritt in den Verein sein", meint der Schulleiter der Pestalozzi-Grundschule in Hartha Wilfried Trumpold. "Die Eltern merken dadurch vielleicht, dass es geht. Dass sich eine Lösung findet, wie die Kinder in den Verein kommen und wieder nach Hause." Trumpold trainiert selbst im Handball Verein (HSG) in Döbeln, in dem zuletzt etwa fünf Gutscheine abgegeben worden: "Manch einer wäre vielleicht auch so gekommen. Aber ein bisschen mehr Zulauf, denke ich, gab es dadurch schon", so Trumpold. Bei Selina und Luca Clara waren es Freunde, durch die sie zum Sportverein gefunden haben. Bei wie vielen Kindern in Zukunft der Gutschein den Anstoß für eine Vereinsmitgliedschaft gibt, bleibt abzuwarten.

Katharina Schultz

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