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Döbeln Harthaer Gymnasiast schreibt Theaterstück über Fremdenhass
Region Döbeln Harthaer Gymnasiast schreibt Theaterstück über Fremdenhass
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13:24 02.06.2016
Antonio, Moritz und Vincent (v.l.) stehen heute Abend auf der Bühne im Mittelpunkt. Quelle: Sven Bartsch
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Hartha

Was passiert, wenn eine türkische Familie in eine deutsche Nachbarschaft zieht und dort die volle Breitseite an Vorurteilen zu spüren bekommt, wird am heutigen Freitagabend für jedermann um 18 Uhr in der Hartharena zu sehen sein – und zwar auf der Bühne. Die Zehntklässler des künstlerischen Profils des Martin-Luther-Gymnasiums haben den Stoff dafür in ein Theaterstück verpackt. Und das trifft einen hochaktuellen Nerv. „Es gibt Anhänger einer nationalistischen Gruppe, die diese Situation ausnutzen wollen, um Paul in ihre Fänge zu ziehen und zu Straftaten anzustiften“, erklärt Lehrerin Romy Hartmann. Paul steht also im Zentrum der Geschichte. Im echten Leben heißt Paul eigentlich Moritz Schlesier und besucht das Gymnasium in Hartha. Das Stück, das den Titel „Nebenan“ trägt, hat er selbst zu Papier gebracht. „Ich habe das Stück geschrieben, weil es einfach ein präsentes Thema in Deutschland ist und es mich auch selbst interessiert“, verrät der junge Autor. Dabei geht es ihm vor allen Dingen um die Menschen. „In der echten Welt spaltet das Thema die Menschen in zwei Gruppen – genau wie in meinem Stück.“ Das brannte Moritz offenbar schon länger auf der Seele. „Dass wir ein Stück aufführen müssen, war ja schon länger klar. Da habe ich mich den letzten Sommer über hingesetzt und geschrieben, es am Ende aber etwas hängen lassen. Erst danach habe ich mich anderthalb Wochen lang Abends noch einmal zwei, drei Stunden hingesetzt und es fertiggeschrieben“, erläutert der Schüler. „Jetzt hoffe ich, dass alles gut läuft, wir nichts vergessen und die Leute kommen und sich das anschauen.“

Für die Zehntklässler gipfeln damit praktisch drei Jahre Arbeit. „Die Schüler werden eigentlich ab der achten Klasse kontinuierlich zum Theaterstücks hingeführt“, erklärt Klassenlehrer Gerd Winkler. „Das müssen sie am Ende auch selber aufführen, sich um die Kostüme, den Text und Arbeitspläne kümmern und Requisiten organisieren. Die Castings für die Rollen führen die Schüler auch selbst durch.“ Die Lehrer fungieren dabei als Regisseure und halten von außen die Fäden zusammen.

Dass nun „Nebenan“ auf die Bühne kommt, haben Schüler und Lehrer gemeinsam mehrheitlich entschieden. „Wir hatten dieses mal die Auswahl zwischen zwei Stücken“, so Gerd Winkler. „Einmal eine Adaption von Alice im Wunderland und das Stück, was es letztendlich geworden ist. Dass die Entscheidung darauf gefallen ist, ist schon interessant. Es ist anspruchsvoller und verlangt eine größere schauspielerische Leistungen ab.“ Die Jugendlichen sind mit Ernst bei der Sache. „Letztes Mal gab es viel Musik und Tanz. Das gibt es dieses Jahr nicht. Es sind zum Beispiel Kampfszenen dabei, für die die Schüler sogar ein extra Training bekommen haben“, schildert Romy Hartmann. Die beiden Lehrer sind stolz auf das Engagement ihrer Schüler: „Das Schöne ist auch, dass alle ihre Rollen in dem Bewusstsein spielen, dass es realistische Dinge sind, die nun mal täglich passieren. Die Schüler sind da prima hineingewachsen.“

Von André Pitz

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