Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Harthaer Gymnasiast schreibt Theaterstück über Fremdenhass

Aus der Feder auf die Bühne Harthaer Gymnasiast schreibt Theaterstück über Fremdenhass

Was passiert, wenn eine türkische Familie in eine deutsche Nachbarschaft zieht und dort die volle Breitseite an Vorurteilen zu spüren bekommt, wird heute Abend für jedermann um 18 Uhr in der Hartharena zu sehen sein – und zwar auf der Bühne. Die Zehntklässler des künstlerischen Profils des Martin-Luther-Gymnasiums haben den Stoff dafür in ein Theaterstück verpackt.

Antonio, Moritz und Vincent (v.l.) stehen Freitagabend auf der Bühne im Mittelpunkt.

Quelle: Sven Bartsch

Hartha. Was passiert, wenn eine türkische Familie in eine deutsche Nachbarschaft zieht und dort die volle Breitseite an Vorurteilen zu spüren bekommt, wird am heutigen Freitagabend für jedermann um 18 Uhr in der Hartharena zu sehen sein – und zwar auf der Bühne. Die Zehntklässler des künstlerischen Profils des Martin-Luther-Gymnasiums haben den Stoff dafür in ein Theaterstück verpackt. Und das trifft einen hochaktuellen Nerv. „Es gibt Anhänger einer nationalistischen Gruppe, die diese Situation ausnutzen wollen, um Paul in ihre Fänge zu ziehen und zu Straftaten anzustiften“, erklärt Lehrerin Romy Hartmann. Paul steht also im Zentrum der Geschichte. Im echten Leben heißt Paul eigentlich Moritz Schlesier und besucht das Gymnasium in Hartha. Das Stück, das den Titel „Nebenan“ trägt, hat er selbst zu Papier gebracht. „Ich habe das Stück geschrieben, weil es einfach ein präsentes Thema in Deutschland ist und es mich auch selbst interessiert“, verrät der junge Autor. Dabei geht es ihm vor allen Dingen um die Menschen. „In der echten Welt spaltet das Thema die Menschen in zwei Gruppen – genau wie in meinem Stück.“ Das brannte Moritz offenbar schon länger auf der Seele. „Dass wir ein Stück aufführen müssen, war ja schon länger klar. Da habe ich mich den letzten Sommer über hingesetzt und geschrieben, es am Ende aber etwas hängen lassen. Erst danach habe ich mich anderthalb Wochen lang Abends noch einmal zwei, drei Stunden hingesetzt und es fertiggeschrieben“, erläutert der Schüler. „Jetzt hoffe ich, dass alles gut läuft, wir nichts vergessen und die Leute kommen und sich das anschauen.“

Für die Zehntklässler gipfeln damit praktisch drei Jahre Arbeit. „Die Schüler werden eigentlich ab der achten Klasse kontinuierlich zum Theaterstücks hingeführt“, erklärt Klassenlehrer Gerd Winkler. „Das müssen sie am Ende auch selber aufführen, sich um die Kostüme, den Text und Arbeitspläne kümmern und Requisiten organisieren. Die Castings für die Rollen führen die Schüler auch selbst durch.“ Die Lehrer fungieren dabei als Regisseure und halten von außen die Fäden zusammen.

Dass nun „Nebenan“ auf die Bühne kommt, haben Schüler und Lehrer gemeinsam mehrheitlich entschieden. „Wir hatten dieses mal die Auswahl zwischen zwei Stücken“, so Gerd Winkler. „Einmal eine Adaption von Alice im Wunderland und das Stück, was es letztendlich geworden ist. Dass die Entscheidung darauf gefallen ist, ist schon interessant. Es ist anspruchsvoller und verlangt eine größere schauspielerische Leistungen ab.“ Die Jugendlichen sind mit Ernst bei der Sache. „Letztes Mal gab es viel Musik und Tanz. Das gibt es dieses Jahr nicht. Es sind zum Beispiel Kampfszenen dabei, für die die Schüler sogar ein extra Training bekommen haben“, schildert Romy Hartmann. Die beiden Lehrer sind stolz auf das Engagement ihrer Schüler: „Das Schöne ist auch, dass alle ihre Rollen in dem Bewusstsein spielen, dass es realistische Dinge sind, die nun mal täglich passieren. Die Schüler sind da prima hineingewachsen.“

Von André Pitz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Döbeln

Was beschäftigt die Menschen in den kleinen Orten zwischen Döbeln, Waldheim und Hartha? Wir besuchen jene kleinen Dörfer, denen normalerweise wenig Beachtung geschenkt wird, geben einen Einblick in die Geschichte des Ortes und sprechen mit den Bewohnern über früher und heute. mehr

Die Redaktion der Döbelner Allgemeinen Zeitung (DAZ) ist jetzt noch mobiler unterwegs: Mit dem DAZ-Reporterauto fährt täglich ein Kollege im rollenden Büro durch den Altkreis Döbeln. Mit dem Reporter-Mobil rückt die Redaktion noch näher an ihre Leser heran - und kann von überall aus schnell und aktuell berichten. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Angestupst
    Mikrologo Angestust

    Die aktuelle Förderrunde der Aktion „Angestupst“ von LVZ und Sparkasse Leipzig ist beendet. So haben Sie abgestimmt! mehr

  • LVZ-Fahrradfest
    Logo LVZ-Fahrradfest

    LVZ-Fahrradfest 2016: Sehen Sie hier einen Rückblick mit vielen Fotos von allen Starts, Videos und mehr. mehr

  • 24 Stunden in der Region

    Firmen und Unternehmen in der Region Leipzig stellen sich vor. mehr

  • TAW - Technische Akademie Wuppertal
    TAW  - Technische Akademie Wuppertal

    Ein Werbespecial der LVZ für die Technische Akademie Wuppertal mit Infos zum breitgefächerten Angebot. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr