Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Harthaer Kleiderkammer gut besucht
Region Döbeln Harthaer Kleiderkammer gut besucht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:40 26.01.2012
Von Schuhen bis hin zur warmen Winterjacke gibt es in der Kleiderkammer in Hartha alles. Auch Haushaltsgegenstände und Spielsachen. Ansprechpartnerinnen vor Ort sind die ehrenamtliche Mitarbeiterin Karin Hübner und Projektleiterin Margitta Hasse (v.l.). Quelle: Gerhard Dörner
Hartha

Doch in dem Geschäft in dem Hübner arbeitet, müssen Menschen erst Kleidung abgeben, damit andere eine Auswahl haben.

In einer Wohnung im Neubaugebiet in Hartha versteckt sich Karin Hübners Arbeitsplatz: die Kleiderkammer der Erwerbslosen- und Sozialhilfe-initiative Döbeln. Aus Waldheim, Mügeln, sogar aus Döbeln, das eine eigene Kleiderkammer besitzt, kommen Menschen zu ihr. "Wir haben ordentliche Sachen und wir beraten die Leute", begründet die ehrenamtlich Beschäftigte den guten Zulauf. An einem Stoßtag kommen bis zu zehn Kunden. In drei Abteilungen aufgeteilt, finden Männer, Frauen und Kinder hier das Nötigste in den Regalen und auf Kleiderbügeln: Hosen, T-Shirts, Jacken. Auch Unterwäsche und Schuhe. Bei diesen Spenden ist Hübner aber besonders penibel: "Die müssen neu oder zumindest neuwertig sein", erklärt Hübner, die keinen Hehl daraus macht, selbst bedürftig zu sein. Als gelernte Verkäuferin, die vor 30 Jahren aus dem Arbeitsleben ausschied, war sie froh über die Möglichkeit, sich um die Kleiderkammer kümmern zu können. Was sie seit September 2009 macht. "Am Anfang dachte ich nicht, dass wir die Regale voll bekommen werden", erinnert sich die Harthaerin.

Mit dem was im vergangenen Jahr über ihre Ladentheke gereicht wurde, ist die 59-Jährige sehr zufrieden. "Es gab vor allem viele wunderschöne Kindersachen. Die Muttis, die weniger haben, sind froh und freuen sich über schicke Sachen, die sie sich nicht leisten könnten." Einen Spendenbedarf gibt es allerdings noch bei Kinderkleidung für Jungs.

Für einen kleinen Preis, angefangen bei zehn Cent für Socken und Kindersachen bis 1,50 Euro für Hosen beispielsweise, können sich Bedürftige hier einkleiden. Dieser Obolus ist nötig, um die anfallenden Betriebskosten zu decken, erklärt Margitta Hasse, Projektleiterin der Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiative, zu der die Kleiderkammer gehört. Unter den Spendern sind ab und zu auch schwarze Schafe, berichtet Hübner, die löchrige Kleidung direkt aussortiert und dreckige Kleidung zum Teil wäscht.

Wählerisch können Kunden, zu denen vor allem junge Mütter zählen, hier nur sehr begrenzt sein: meist gibt es die Dinge nur in einer Größe und einer Farbe. Jeder, der an der Tür klingelt, bekommt was er braucht. Bis auf einen Abgabeschein, den die Kammer als Nachweis unterschrieben braucht, muss hier niemand seine Bedürftigkeit nachweisen. "Es ist schlimm genug, wenn man ganz unten angekommen ist", sagt Margitta Hasse. "Gerade Rentner wissen oft gar nichts davon oder denken, dass sie nicht kommen dürfen", erzählt Hübner und betont, dass selbstverständlich auch Senioren mit kleiner Rente willkommen sind.

Die Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiative wird in der kommenden Woche nun hier einziehen. "Das Treffen der Erwerbslosen jeden Mittwoch wird es nicht mehr geben", erklärt Hasse. Anders als die Kleiderkammer hat sich der Treff nicht selbst finanziert: "Wir wurden durch ein Möbelprojekt unterstützt, dass schließen musste", so Hasse weiter. Die Initiative selbst bleibe aber erhalten: Hilfe bei Bewerbungen und bei der Jobsuche erhalten Arbeitslose ab dem 1. Februar nun hier in der Döbelner Straße 15, in die Hasses Büro umzieht.

Katharina Schultz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Während in Sachsenliga und Verbandsliga die Fans an diesem Wochenende ein Stück fahren müssen, um ihre Mannschaften anzufeuern, wartet in der Bezirksklasse sogar ein Derby in Leisnig.

26.01.2012

Das F-Juniorenturnier war das letzte Turnier des SV Merkwitz um den Fair-Play-Hallencup. Neun Mannschaften kämpften um den Sieg in zwei Staffel.

26.01.2012

Es beherrscht nach wie vor die Medien, das Unglück des Kreuzfahrschiffes "Costa Concordia" vor der italienischen Insel Giglio. Gleichwohl haben die Bilder des auf der Seite liegenden XXL-Schiffes dem Kreuzfahrtboom keinen Abbruch getan, wie das Reisebuchungsportal www.

25.01.2012