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Döbeln Harthaer Malerbetrieb: Mit Schulden in den Ruhestand
Region Döbeln Harthaer Malerbetrieb: Mit Schulden in den Ruhestand
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21:22 23.07.2012
2005 eröffnete Klaus Dörner seinen Malermeisterbetrieb in der Wallbacher-Straße 8. Jetzt musste der Harthaer Betrieb Insolvenz anmelden. Quelle: Wolfgang Sens

hartha und umgebung

Dienstag, 24. Juli 2012

Seite 14

Malermeister Klaus Dörner selbst wollte zu den Umständen der Insolvenz keine Auskunft geben. Nur so viel: alle seine Beschäftigten hätten bereits eine andere Arbeit gefunden. Über das Gewerbeamt der Stadt war zu erfahren, dass Dörner das Amt Anfang Juli über seine Insolvenz in Kenntnis gesetzt hat. "Ob der Malerbetrieb noch bestehe?", erkundigte sich bereits im Mai die AOK bei Gisela Uschner, Mitarbeiterin des Gewerbeamts. Ausstehende Zahlungen hatte er möglicherweise bei Krankenversicherungen, Subunternehmern, vor allem wohl aber bei Lieferanten, wie etwa dem Handwerkermarkt Schlau in Ostrau. Malermeister Dörner war viele, viele Jahre ein guter Kunde des Großhandels, berichtet ein leitender Mitarbeiter des Unternehmens. Nach DAZ-Informationen belaufen sich die Außenstände nach Materialeinkäufen auf über 100 000 Euro. Agiert hatte der Harthaer Malerbetrieb offenbar deutschlandweit. Das Unternehmen soll unter anderem am Sony Center in Berlin beschäftigt gewesen sein sowie bei Großaufträgen für Bürogebäude von Gewerkschaften in Frankfurt. An Ausschreibungen der Stadt habe sich der Betrieb nur sehr selten beteiligt, berichtet die Verwaltungsangestellte Martina Höcker.

Klaus Dörner ist Vorsitzender des Versorgungswerkes der Innungen des ehemaligen Landkreises Döbeln und wird in dieser Funktion auch weiter arbeiten. "Sein Betrieb und die Insolvenz haben nicht direkt mit seiner Tätigkeit im Versorgungswerk zu tun", erklärt Vereinsmitglied Wilfried Hoffmann. Die Selbsthilfeeinrichtung der Handwerker wurde von über vierzig Handwerksbetrieben im Raum Döbeln/Oschatz gegründet. Der Verein tritt seit über zwanzig Jahren als Lobby der Handwerksbetriebe gegenüber den Versicherungen auf. Unter anderem handelt er für die von der staatlichen Rente ausgeschlossenen Selbstständigen günstige Konditionen für betriebliche Altersvorsorge und Unfallversicherungen aus.

Bereits vor der Wende führte Dörner einen Malerbetrieb, berichtet Wilfried Hoffmann. 2005 eröffnete er den Betrieb mit damals zehn Mitarbeitern in Hartha. Mit der Insolvenz werde zugleich das Berufsleben von Klaus Dörner enden: Wie sein Weggefährte Hoffmann berichtet, wolle der Malermeister demnächst in Rente gehen.

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