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Döbeln Harthaer Postamt: Altersschwacher Patient bekommt Frischzellenkur
Region Döbeln Harthaer Postamt: Altersschwacher Patient bekommt Frischzellenkur
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12:42 13.09.2016
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Hartha

Das alte Postamt in der Harthaer Pestalozzi-Straße zeigt sich dieser Tage in einem für viele Froschstädter ungewohnten Bild. Die seit Ende der Achtzigerjahre an der Nordwand angebrachten Stützen sind seit Mai verschwunden, das Baugerüst mittlerweile auch und das Gebäude erstrahlt nach außen hin in neu verputztem Glanz. „In nächster Zeit werden die Maler, Fliesenleger und Bodenleger im Innenbereich tätig, die Innentüren werden eingebaut“, erläutert Uwe Hentschel von der Eigentümergesellschaft HHR Immobilien GbR. Zudem seien die Außenanlagen fertig geplant, sodass mit den Arbeiten daran in den nächsten Tagen begonnen werden kann. „Einen konkreten Endtermin kann ich leider noch nicht benennen. Wir sind aber der guten Hoffnung, Ende des Jahres fertig zu sein“, stellt Hentschel in Aussicht. In letzter Zeit sind Dachstuhl, Dach und Dachabläufe fertiggestellt worden. Im Inneren ist der Heizestrich eingebracht sowie die Wände verputzt worden.

Damit endet für das denkmalgeschützte Postamt ein lange, mit zahlreichen Hindernissen und Unsicherheiten gespickte Durststrecke. Im Jahr 2005 liebäugelten die damaligen Eigentümer damit, behindertengerechte Wohnungen im alten Postamt entstehen zu lassen. Dazu gab es sogar Pläne und Unterlagen. Verwirklicht wurde das Projekt jedoch nie. Stattdessen landete das Gebäude zwei Jahre später schließlich unter dem Auktionshammer. Mitte 2007 bot ein Delitzscher Investor 15 000 Euro für die Immobilie. Zu einem rechtskräftigen Verkauf kam es jedoch nie und das Geschäft platzte. Weitere Versteigerungsversuche Ende 2007 sowie Mitte und Ende 2008 scheiterten komplett. Niemand schien sich für die 1904 errichtete Immobilie zu interessieren – auch nach deutlicher Senkung das Startgebotes nicht.

Erst 2013 kehrte wieder Schwung in die brachliegende Sache, als Rosa von Zehnle das alte Postamt mit großen Plänen übernahm. Ein „Zentrum für Kunst, Kultur und Geschichte“ plante der Wahl-Harthaer entstehen zu lassen. Auch ein Museum mit Überresten der Harthaer Schuhproduktion, eine Bibliothek und eine Kooperation mit der Pestalozzi-Oberschule sollten auf die Beine gestellt werden. Jedoch kam Zehnle mit dem Landratsamt nie auf einen grünen Zweig. Als die Behörde das alte Postamt schließlich für öffentliche Ausstellungen sperrte, entschied er sich etwa ein Jahr nach seinem ambitionierten Einzug dafür, das Gebäude wieder zu veräußern – und zwar an die heutigen Besitzer der HHR Immobilien GbR. Seit rund einem Jahr lassen die nun das alte Postamt herausputzen. Acht altersgerechte Wohnungen entstehen im Inneren. Bei der Denkmalschutzbehörde sei man nach Angaben der aktuellen Besitzer froh, dass das Gebäude überhaupt erhalten bleibt.

25 Jahre DAZ – bisher in der Serie erschienen:

19 Jahre DAZ-Staffellauf: Tradition wiederbelebt und fortgeführt

Achterbahnfahrt seit 1997 in Roßwein: Schmiedewerker leiden unter Auf und Ab

2007: Döbelner Pferdebahn wird als Touristenattraktion wieder in Betrieb genommen

März 2000: Fachkrankenhaus Bethanien wird vor der Schließung bewahrt

Oktober 1990: Ostraus Gewerbegebiet macht Schule

Rück- und Vorausblick: Das neue Leben des Berufspolitikers Manfred Kolbe

Ende 2007: Trainingsort und kulturelle Spielstätte – die schwere Geburt der Hartharena

November 2011: Aladin-Mord hielt Döbeln wochenlang in Atem

Die Döbelner Allgemeine Zeitung feiert ein Vierteljahrhundert

Von André Pitz

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