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Döbeln Trotz hoher Nachfrage: Harthas Rat hebt Baupläne auf
Region Döbeln Trotz hoher Nachfrage: Harthas Rat hebt Baupläne auf
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18:20 09.02.2018
Bauen in Hartha – aber wo? Das Landratsamt forderte von der Stadtverwaltung, alte Bauleitplanungsbeschlüsse von Wohnbaustandorten aufzuheben. Quelle: stockWERK - stock.adobe.com
Hartha

Bauwillige fragen im Harthaer Rathaus an, wo sie im Stadtgebiet und in den Ortsteilen ihr Häuschen hinbauen können. So zahlreich wie die Nachfragen sind die Bauplätze allerdings gar nicht. Auf ehemals freien Plätzen, beispielsweise an der Lindenstraße und der Steinaer Straße von Hartha, sind neue Häuser entstanden. Auch der Standort am alten Sägewerk, ruhig und trotzdem innenstadtnah, ist mittlerweile vollgebaut.

Landratsamt will Pläne aufheben lassen

„Derzeit hält die Nachfrage nach Baustandorten an“, sagt Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos). Dennoch bekamen die Stadtratsmitglieder von der Verwaltung jüngst einen Beschluss vorgelegt, wonach sie mehrere vorhandene Bauleitplanungsbeschlüsse für Wohnbaustandorte und Eigenheime ad acta legen sollten. Das haben sie auch getan. Bauen in Hartha – aber wo? Das Landratsamt forderte von der Stadtverwaltung, alte Bauleitplanungsbeschlüsse aufzuheben.

Beschlüsse für die Behörde zu alt

Hintergrund: Die zuständige Behörde beim Landratsamt Mittelsachsen hatte ein Auge über die Planungsunterlagen schweifen lassen und festgestellt: Sie sind alt. Und zwar so alt, dass sie heute keine Verwendung mehr finden könnten, wenn sie für ein Bauvorhaben herangezogen würden.

Visionen aus der Zeit eigenständiger Gemeinden

Sie stammen aus den 90er Jahren. Damals waren heutige Harthaer Ortsteile wie Wendishain oder Gersdorf noch selbstständige Gemeinden, mit ihren eigenen Bürgermeistern. In dieser Zeit waren Visionen vom Bauen allerorten aus dem Boden geschossen. In den vergangenen zwei Jahrzehnten relativierte sich vieles davon.

Bauträger zogen sich völlig zurück

Vorhaben für ganze Wohnbaustandorte, wofür bereits die Aufstellungsbeschlüsse vorlagen, wurden auf Eis gelegt und dann nie weiter verfolgt. In Schönerstädt hatte sich zum Beispiel ein Leipziger Bauträger interessiert, wollte dort als Vorhaben- und Erschließungsträger einen größeren Standort vermarkten.

Für neue Vorhaben aktuelle Pläne nötig

Auch in Wendishain, in der Nähe des alten Sportplatzes, war in idyllischer Lage ein Eigenheimstandort ins Auge gefasst. Der Rat hat sich jetzt von all den Plänen offiziell verabschiedet – weil es das Landratsamt so wollte. Kann deshalb dort nie wieder gebaut werden? Harthas Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) verneint das und erläutert: „Sollte auf den betreffenden Flächen doch noch einmal jemand bauen wollen, müsste lediglich die dafür nötige Planung auf aktueller gesetzlicher Grundlage neu in Gang gesetzt werden.“

Frühere Verwaltung vergisst alte Hüte

Die alten Pläne hätten bereits zur Zeit von Kunzes Amtsvorgänger Gerald Herbst, damals noch CDU, ad acta gelegt werden können. Nur hatte dieser offenbar anderes zu tun, als sich mit diesen alten Hüten zu befassen. So kam es, dass sich erst jetzt das Landratsamt bei den Harthaern melden musste.

Gespräche um potenzielle Wohnbaustandorte

Kunze verfolgt nun nach eigenen Worten das Ziel, dass in Hartha und den Ortsteilen wieder aktuelle Wohnbaustandorte ausgewiesen werden können, stehe dazu mit Grundstückseigentümern in Verbindung. Doch es sei nicht leicht, denn genau das ist der Knackpunkt: Es wolle eben nicht jeder verkaufen, der ein interessantes Grundstück besitzt. Kunze: „Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn Eigentümer zu mir kommen würden mit dem Vorhaben, Land zu verkaufen, welches als Wohnbaustandort angeboten werden kann. Die Nachfrage danach ist jedenfalls ungebrochen.“

Von Steffi Robak

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