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Harthaer Stadtrat vertagt Entscheidung über Abriss

Hausschuhwerke auf der langen Bank Harthaer Stadtrat vertagt Entscheidung über Abriss

Harthas Stadtrat sah sich nicht in der Lage, über einen Abriss der ehemaligen Hausschuhwerke zu entscheiden. Mit Blick auf das auslaufende Förderprogramm für Brachflächenrevitalisierung soll jetzt geprüft werden, ob auch ein teilweiser Rückbau möglich und sinnvoll ist.

Wie es mit den ehemaligen Hausschuhwerken weitergeht, bleibt im Nebel.

Quelle: Sven Bartsch

Hartha. Auf der Tagesordnung der letzten Stadtratssitzung steht es schwarz auf weiß geschrieben: „Beratung und Beschluss zur Beschlussvorlage ’Abriss ehemalige Hausschuhwerke’“. Und doch kam es zu keiner Entscheidung, ob die heruntergekommen Baulichkeiten in der Harthaer Sonnenstraße dem Erdboden gleichgemacht werden sollen oder nicht. Stadträtin Regina Roßbach von den Freien Wählern äußerte Bedenken und schlug vor, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen oder lediglich zu diskutieren und nicht zur Abstimmung zu bringen. Im Vorfeld sei zu wenig Zeit gewesen, um die Angelegenheit angemessen in den Fraktionen und Ausschüssen zu beraten. CDU-Stadtrat Christian Zimmermanns schlug vor, lediglich den ersten und eigentlichen Abriss betreffenden Unterpunkt der Beschlussvorlage zu schieben, ohne den zweiten Punkt ebenfalls auf die lange Bank zu schieben. Der einhaltet die Übergabe der Rückbauplanung an das Harthaer Planungsbüro Reichenbach sowie die Untersuchung der noch bestehenden Bausubstanz auf Kontaminationen an die ebenfalls ortsansässigen Laborgesellschaft für Umweltschutz. Ein Vorschlag, mit dem sich ein Großteil der Kommunalparlamentarier einverstanden zeigte und am Ende auch den gekürzten Beschluss fasste.

Bauamtsleiter Ronald Fischer brachte Untersuchungen ins Spiel, ob ein teilweiser Rückbau der Baulichkeiten möglich oder überhaupt sinnvoll ist. Verschiedene Varianten würden mit dem Planungsbüro besprochen und könnten in einer der nächsten Sitzungsrunden vorgestellt werden. Das Projekt weiter voranzutreiben sei wichtig, da Gelder aus dem Fördermitteltopf für Brachflächenrevitalisierung vorerst nur noch in diesem Jahr vergeben werden und eine Förderung von bis zu 90 Prozent im Raum stehe. „Es ist wichtig, Fristen einzuhalten und über die Möglichkeiten zu beraten“, unterstreicht Christian Köhler (CDU) an. „Es ist auch ein Signal an die Jugendlichen, dass wir uns mit dem Thema intensiv auseinandersetzen“, fügt Köhlers Fraktionskollege Ronny Walter mit Blick auf den ehemaligen Unterschlupf des Jugendclubs „Bronx“, dessen Schicksal auf dem Gelände der Hausschuhwerke durch ein verheerendes Baugutachten besiegelt wurde (die DAZ berichtete), an. Dr. Wolfang Fichtner, ebenfalls CDU, kann die Vertagung der Entscheidung nicht nachvollziehen: „Wir haben schon oft genug darüber gesprochen.“

Harthaer Hausschuhwerke

Bei den ehemaligen Hausschuhwerken handelt es sich um einen alten Industrie-Komplex an der Sonnenstraße. Auf dem Gelände, in Besitz der Stadt, sind einzelne Räumlichkeiten an verschiedene Nutzer vermietet. Jedoch lässt der Bauzustand zu wünschen übrig. Die Stadt kündigte einigen Nutzern bereits – so auch im Oktober letzten Jahres den Jugendlichen, deren Jugendclub „Bronx“ sich bis dahin ebenfalls auf dem Gelände befand. Ein Gutachten des Planungsbüros Reichenbach offenbarte den desolaten Zustand der Baulichkeit. Kein Trinkwasser Marode Holzsparren, fehlende Dämmung sowie sanitäre Anlagen und ein löchriges Dach ließen eine gefahrlose Weiternutzung nicht zu.

Von André Pitz

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