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Döbeln Harthaer Standort etabliert sich: Aus TriMas wird Horizon Global
Region Döbeln Harthaer Standort etabliert sich: Aus TriMas wird Horizon Global
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00:16 07.03.2017
Vor wenigen Tagen wurde der Schriftzug auf dem Dach ausgetauscht. Ab sofort prangen dort die Letter „Horizon Global“. Quelle: Sven Bartsch
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Hartha

Aus TriMas Corporation wird Horizon Global Germany. Das Unternehmen am Harthaer Standort wechselte vor wenigen Tagen den Schriftzug auf dem Dach des Werkes. Wo vorher noch TriMotive stand, prangen jetzt die Lettern des neuen Namens. Das ging nicht unbemerkt vonstatten. „Der Wechsel des Logos war ein konsequenter Schritt. Im Sinne der Wiedererkennung ist es uns wichtig, unsere Zugehörigkeit auch nach außen zu präsentieren“, erklärt Cornelia Kleinsorge, die die Werkleitung inne hat. Mit dem 1. Januar 2016 trat die Umbenennung zu Horizon Global Germany offiziell in Kraft. Derzeit sind knapp 100 festangestellte und temporär beschäftigte Mitarbeiter am Harthaer Standort tätig. 2015 waren es noch um die 60. „Wir entwickeln uns und wachsen. Dabei legen wir Wert auf Fachkräfte“, so Kleinsorge. Personalleiter Tobias Harsch ergänzt: „Ein Pluspunkt unseres Standortes ist die Lage zwischen den Hochschulstädten Dresden, Chemnitz, Leipzig und Zwickau. Einige der dort ausgebildeten Ingenieure beschäftigen wir hier in Hartha.“ Ein Großteil der Belegschaft stammt aus der Region, nur wenige kommen von außerhalb.

Mittelfristig auch Ausbildungsangebot

Einst war am Standort die Firma AL-KO angesiedelt. Das Unternehmen konzentrierte sich vorrangig auf Dämpfungs-, aber auch auf Fahrzeugtechnik. Nachdem sich AL-KO vom Betriebszweig Fahrzeugtechnik trennte, übernahm TriMas im Jahr 2013 die Fahrzeugtechnik und gleichzeitig das Werk am Standort in Hartha. Am Fertigungsspektrum hat sich nach wie vor nichts verändert. AL-KO zog nach langer Suche nach Seifersdorf bei Rossau um. Und TriMas bekam ein neues Zuhause in Hartha. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Michigan in den USA fertigt seitdem im Bereich Anhängekupplungen weiter. Doch nicht nur das: „Entwicklung, Vertrieb, Fertigung und Qualitätssicherung werden in einem Haus abgedeckt“, weiß Cornelia Kleinsorge. Der Harthaer Standort des weltweit agierenden Unternehmens muss sich dabei nicht verstecken. „Wir haben uns einen Platz und damit einhergehend die Akzeptanz innerhalb der Gruppe erarbeitet“, so die Werkleiterin weiter. „Wir wollen auch künftig unseren Standort festigen und dauerhaft etablieren.“ Noch erlauben die Kapazitäten nicht, selber auszubilden. Doch auch das ist mittelfristig geplant. Oberste Priorität sei aktuell, die anstehenden Aufgaben zu lösen und sich weiterzuentwickeln.

Unternehmen investiert

Dafür wurde auch im vergangenen Jahr viel getan. „Wir haben Investitionen getätigt und unsere Technik modernisiert.“, erklärt Cornelia Kleinsorge. Tobias Harsch ergänzt: „Gute Technik ist das eine, viel wichtiger sind aber die geeigneten Menschen, die an den Maschinen arbeiten.“ Jährlich werden etwa 120 000 Anhängekupplungen in Hartha produziert. Seit 2016 testet das Unternehmen gefertigte Produkte selbst. „Das ist natürlich ein enormer Vorteil: Ein Produkt wird hier entwickelt und gefertigt, anschließend prüfen wir es im Haus selbst“, weiß die Werkleiterin. „Das ist vor allem für die Mitarbeiter eine schöne Sache.“ Künftig sollen die Anhängevorrichtungen vollständig in Hartha produziert werden, nennt Cornelia Kluge das erklärte Ziel. Die Werkleiterin ist stolz auf die Entwicklung am Harthaer Standort. „Wir haben kreative Leute mit vielen Ideen. Da ist ein tüchtiges Potenzial vorhanden.“

Aus der Geschichte

Ein Kommen und Gehen gab es auf dem Industriegelände an der Bahnhofstraße in Hartha in den letzten Jahren. Einst war dort die VEB Stoßdämpferwerk angesiedelt. Nahezu alle sozialistischen Werke wurden von Hartha aus mit den gefertigten Produkten versorgt. Grob geschätzt lässt sich sagen: Etwa 90 Prozent aller verbauten Stoßdämpfer kamen damals aus Hartha. Ende der 70er Jahre begann die Zusammenarbeit des VEB Stoßdämpferwerks mit der AL-KO Dämpfungstechnik GmbH it Hauptsitz in Kötz. Im Jahr 1991 kaufte AL-KO das Werk und begann vor Ort in Hartha an eben jenem Standort zu produzieren. Um die 120 Mitarbeiter waren zu Höchstzeiten beschäftigt. 2013 entschied AL-KO, sich vom Produktionszweig Fahrzeugtechnik zu trennen. Die TriMas Corporation, die ihren Hauptsitz in Michigan in den USA hat, kaufte das Werk samt Technik 2013. AL-KO suchte daraufhin einen neuen Standort und fand diesen schließlich in Seifersdorf bei Rossau. Seitdem fertigt, und entwickelt die TriMas Corporation, die sich am 1. Januar 2016 zu Horizon Global umbenannte, am Harthaer Standort.

Von Stephanie Helm

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