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Harthas Kleiderstübchen bezieht neues Domizil

Umgezogen Harthas Kleiderstübchen bezieht neues Domizil

In der Straße der Jugend war es zu eng, die Räume lagen zu versteckt. Jetzt ist das Kleiderstübchen umgezogen und hat wieder mehr Platz für zahlreiche Kleiderspenden. Die Kundschaft kommt dafür jedoch nicht nur aus Hartha, sondern auch aus den umliegenden Kommunen. Sogar aus Mügel kommen Interessenten für das Kleiderstübchen.

Karin Hübner ist das Gesicht von Harthas Kleiderstübchen und hält den Betrieb auch am neuen Standort am Laufen.

Quelle: André Pitz

Hartha. Karin Hübner fühlt sich hinter ihrem Tresen im Harthaer Kleiderstübchen sichtlich wohl. Grund zur Freude hat sie allemal, sitzt sie doch in einem komplett neuen Laden inmitten von bunten Kleidern, T-Shirts, Hemden und vielem mehr. Bis zuletzt kam das Stübchen noch in der Straße der Jugend unter, jetzt erstrahlt es in der Dresdener Straße 46 in neuem Glanz. „Es ist einfach zu eng geworden und es war sehr dunkel. Hier sind wir viel zentraler gelegen und alles ist wieder schön übersichtlich“, schwärmt Karin Hübner. „Das begrüßen die Leute und wir fühlen uns hier auch sehr wohl.“ Seit Mai 2012, nachdem der alte Inhaber Insolvenz anmelden musste und der Harthaer Heimatverein die Trägerschaft übernahm, kümmert sie sich bereits ehrenamtlich um das Kleiderstübchen. „Mir liegt das einfach. Das hier ist mein Baby.“ Die alte Unterkunft lag zu versteckt, meint sie. „Die Leute haben uns wahrscheinlich nicht gut gefunden.“ Ein großer Baum tat sein Übriges und versperrte im Sommer und Frühling die Sicht. Diese Probleme gehören jetzt der Vergangenheit an. Direkt an einer von Harthas meistbefahrenen Straßen kann das Kleidestübchen viel besser auf sich aufmerksam machen. „In die vier Fenster kommt jetzt noch Werbung“, berichtet Hübner. Besonders schöne Klamotten wird eine Modepuppe zur Schau tragen. Auch der neue Name trägt seinen Teil dazu bei. „Kleiderkammer klang immer so abwertend, Stübchen klingt einfach hübsch“, so Hübner.

Gespendet wird viel. „Die Leute geben mehr ab als früher. Dadurch sieht man auch immer wieder neue Gesichter. Vielen fällt es aber immer noch schwer, in den Laden zu kommen“ meint Hübner. Dabei müsse man sich gar nicht dafür schämen. Die Kleidung sehe gut aus und sei immer noch gut in Schuss. Dass dem so bleibt, ist der Ehrenamtlerin wichtig. „Wir bitten die Leute darum, nur Sachen zu spenden, die sie selbst noch anziehen würden. Wir sind schließlich keine Entsorgungsstelle.“ Auch etwas aus der Mode gekommene Kleidung ist nicht gewünscht. Die findet nämlich kaum Absatz „und wir haben nicht mehr so viel Lagerraum.“ Dafür jedoch ein zweites Zimmer mit zusätzlichem Platz für Schallplatten, alte Videokassetten, CDs, Kinderspielzeug, Küchenutensilien und Bücher. „Wir haben viele Leseratten, die sich darüber freuen. Oft sind die zwei Stunden hier und schauen. Deswegen haben wir ihnen extra einen Tisch hingestellt“, erklärt Karin Hübner.

Wie bereits in der Straße der Jugend ist das Kleiderstübchen auch in der Dresdener Straße weiterhin unter dem Dach der Harthaer Wohnungsgenossenschaft. Die stellt die Räume dem Heimatverein günstiger zur Verfügung. Ziel ist, dass sich das Kleiderstübchen wie bisher auch in Zukunft selber trägt. Karin Hübner ist guter Dinge, dass das weiterhin funktioniert. „Viele kommen nicht nur aus Hartha, sondern auch aus Döbeln, Roßwein und sogar von Mügeln. Da hat man alles richtig gemacht, wenn die Leute von so weit herkommen.“ Zwar gebe es durchaus auch Tage, an denen keine Kundschaft den Weg ins Kleiderstübchen findet, langweilig wird Karin Hübner aber nur selten. „Klamotten müssen immer ausgepackt und dann in die Regale sortiert werden. Hier gibt es ständig etwas zu tun.

Von André Pitz

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