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Döbeln Harthas Stadtbibliothek eröffnet mit einer „Melodie der Farben“
Region Döbeln Harthas Stadtbibliothek eröffnet mit einer „Melodie der Farben“
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00:39 28.05.2018
Auch die Eröffnung war Familiensache: Reinhold Scheck unterstützte seine Mutter Olga beim Präsentieren der Bilder musikalisch am Klavier. Quelle: Foto: Manuel Niemann
Hartha

Es sei sinnlos, die Natur zu kopieren. „Sie ist schöner und klüger als wir“, habe ihr Vater gesagt. Damit führte Olga Scheck am Freitagabend in die neue Ausstellung in der Harthaer Stadtgalerie ein.

Fokus auf Werk des Vaters und des Bruders

Eigentlich habe sie nur die Bilder ihres 2014 verstorbenen Vaters Jurij und ihres Bruders Michail Untilow ausstellen wollen, sagte die Döbelner Künstlerin. Diese arbeiteten mitunter eng zusammen, manchmal am selben Bild. Aber nun sind auch drei Bilder von ihr zu sehen.

Nur eine „kleine Schicht des Eisbergs“ ist zu sehen

Sie habe versucht, ein breites Spektrum zu zeigen: vom romantischen Stillleben bis zu galoppierenden Pferden, von naturgetreuen Studien bis zur Symbolik. Und dann sind da auch noch die Farben, die der Ausstellung den Namen geben: Strahlendes Türkisblau steht neben erdähnlichen Tönen.

Kräftige Töne zeugen von Erdverbundenheit und Lebensfreude

„Bei den Bildern, die ein bisschen dunkel sind, sind die Deutschen immer verwundert, wenn ich sage: ’Das ist nicht negativ oder nachdenklich.’ Die Erdfarben, das ist wie die Natur. Das ist nichts Schlechtes, das ist pure Lebensfreude!“, erklärt sie. Die kräftigen Farben stehen für Freude, Liebe und Dankbarkeit für eine Familie, die sie gefördert habe.

Aus Kindern werden Künstler

Scheck studierte Architektur und Fachmalerei, ihren Bruder Michail zog es zur Biologie und an die Kunstakademie. Seit 2008 lebt sie als freischaffende Künstlerin – wie ihr Vater, der Kunst studierte und sich mit einem expressivem Realismus einen Namen machte.

Kunst bewegt

Mit ihm teilt Scheck auch die Sicht auf die Welt: In der kann Kunst etwas erregen, Impulse geben wie ein Roman oder eine Liebeserklärung. Ihr Vater, der zuletzt wie ihr Bruder in Russland lebte, sei darin ein großer Könner gewesen: Selbst in einem Stillleben konnte er tiefe Lebensfreude, aber auch Verantwortungsgefühl aufscheinen lassen.

Anregung von einem ausgewiesenen Kunstkenner

Ähnlich empfand es Horst Zimmermann, der vor zwei Jahren in Schecks Laden am Döbelner Obermarkt 10 auf die Bilder stieß. „Was machen denn solche Bilder in Döbeln?“, fragte der ehemalige Direktor der Dresdner Galerie Neue Meister. „Sie muss man zeigen!“

Wohlwollende Worte zum Ausstellungsbeginn

Scheck bat ihn, die Bilder dafür zu rezensieren. Am Freitag las ihr Sohn Reinhold daraus vor: Selbst bei der Darstellung einfacher Dinge, sei es dem 1937 geborenen Jurij Untilow gelungen, durch strahlende Farbigkeit und Bewegungsverläufe Lebensfreude zu erzeugen. Für die Familie eine große Ehre, obwohl die Rezension erst nach Untilows Tod entstanden ist.

Werke der Künstlerfamilie sind noch bis September zu sehen

Die Ausstellung ist noch bis Ende September 2018 innerhalb der Öffnungszeiten der Stadtbibliothek zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Von Manuel Niemann

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