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Haßlauer Milchvieh-Bauer verspricht: Gerüche sollen nicht schlimmer werden

Landwirtschaft Haßlauer Milchvieh-Bauer verspricht: Gerüche sollen nicht schlimmer werden

Der Landwirt und Betreiber der Haßlauer Milchviehanlage hat sein Ehrenwort gegeben: falls durch den Neubau eines großen Kuhstalles und den damit anfallenden Güllemengen die Gerüche im Ort schlimmer werden, will er für Abdeckungen der Güllebecken sorgen.

Einer der beiden alten Ställe in Haßlau, die durch einen neuen ersetzt werden sollen

Quelle: Olaf Büchel

Hasslau. Mit einem Versprechen endete die Bürgerversammlung Donnerstagabend im voll besetzten Saal des Gemeinschaftshauses in Haßlau. Es ging um die geplante Erweiterung und Modernisierung der Milchviehanlage im Ort und die damit verbundenen Befürchtungen einiger Bürger, dass die Belästigungen zunehmen – konkret schlechte Gerüche und Lärm.

Der Landwirt und Mitbetreiber der Anlage, Christian Kalbhenn sowie die von ihm beauftragten Planer standen den Haßlauern offen Rede und Antwort zu dem Projekt. An der Stelle zwei alter Ställe aus den 1960er beziehungsweise 1970er Jahren soll ein neuer, großer Stall gebaut werden. Auch ein neuer Kälberstall wird entstehen, die bestehende Fahrsiloanlage erweitert und ein Güllerundbehälter mit Abtankplatte gebaut. Zurzeit gibt es in der Anlage 560 Stallplätze. Diese Zahl steigt nach der Investition laut Kalbhenn auf 839.

„Ihr habt mein Wort, so wie ich hier sitze. Wenn es schlimmer wird, dann mache ich das.“ Kalbhenn meinte damit Abdeckungen für die zwei kleineren, bereits bestehenden Güllebecken. Vor allem die Einwohner Werner Stowasser, Volkmar Raschdorf und Joachim Leichtle beschrieben noch einmal, dass bei bestimmten Wetterlagen, Windrichtungen und Arbeitsabläufen die Gerüche zum Teil untragbar wären. Auch der Lärm zu bestimmten Zeiten, gerade frühmorgens, mache zu schaffen. „Wenn du einen neuen Kälberstall baust, dann werden die Kälber doch bestimmt hier geboren. Dann ist doch auch mit einer höheren Lärmbelästigung zu rechnen“, bringt Stowasser eine seiner Befürchtungen zum Ausdruck. Die konnte Iris Claassen, Chefin des Regional-Bauernverbandes, entkräften: „Die Tiere sind bei der Geburt instinktiv leise und rücksichtsvoll, da ist kein Lärm zu erwarten. Kühe brüllen eher mal, wenn sie brünstig sind. Doch auch diese Geräusche dürften in Haßlau weniger werden.“ Claassen bezieht sich damit auf die Ankündigung Kalbhenns, im neuen Kälberstall nur Tiere bis zum sechsten Monaten halten zu wollen. „Die Jungrinder ab dem 6. Monat lagern wird nach Reitzen bei Oschatz aus. Sonst wären es zu viele Tiere in Haßlau.“

Der neue größere Stall werde laut Planer Udo Eulitz ein besseres Abluftverhalten aufweisen, als die niedrigen, alten Ställe. „Das Lüftungssystem ist dann ganz anders. Es gibt höhere Dachschrägen, die Luft entweicht aus dem Firstbereich. Der Schwerpunkt der Luftableitung ist viel höher, der Verdünnungseffekt viel größer“, erklärt Eulitz.

Während das geplante neue Güllebecken von vornherein eine Abdeckung erhalten soll, sind für die beiden vorhandenen kleineren Becken zunächst keine vorgesehen. Das wurmt Stowasser und Raschdorf: „Mach eine Abdeckung drauf und du hast Ruhe!“ Kalbhenn erklärte, dass das Mehrkosten von 50 000 Euro wären und derzeit keiner ganz genau weiß, ob der kritisierte Gestank tatsächlich von den Becken herrührt. Bürgermeister Veit Lindner schlug einen Kompromiss vor, mit dem die große Mehrheit der Anwesenden und Kalbhenn selbst einverstanden waren: die Anlage wird umgebaut und modernisiert wie geplant und in Betrieb genommen. Nach einer ersten, sechsmonatigen Bewirtschaftungszeit schreibt die Stadt die Haßlauer an und fragt, ob die Geruchsbelästigungen schlimmer geworden sind. Wenn ja, lässt Kalbhenn die Abdeckungen für die kleinen Becken nachrüsten. Sein Wort hat er dafür gegeben.

Von Olaf Büchel

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