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Haßlauer Milchviehanlage soll wachsen: Anwohner befürchten mehr Gestank

Erweiterung Haßlauer Milchviehanlage soll wachsen: Anwohner befürchten mehr Gestank

Die Betreiber der Milchviehanlage in Haßlau planen eine Erweiterung des Landwirtschaftsbetriebes. Im Ort regt sich allerdings Widerstand. Der Technische Ausschuss von Roßwein verschob deshalb eine beabsichtigte Beschlussfassung zu dem Vorhaben. Es soll zunächst eine öffentliche Informationsveranstaltung geben, die für den 12. November, 17.30 Uhr, im Haßlauer Dorfgemeinschaftshaus angesetzt ist.

Einer der vorhandenen Ställe der Milchviehanlage in Haßlau. Ein großer, moderner Stall soll nun entstehen.

Quelle: Olaf Büchel

Roßwein. "Dort wird das Projekt vorgestellt und werden vielleicht auch einige Ängste genommen", sagt Bürgermeister Veit Lindner (parteilos). Er hofft zudem, dass dann die Planer des Projektes neue Aussagen zu bereits bestehenden Güllebecken machen können. Denn Geruchsbelästigungen sind die Hauptsorge der Anwohner.

"Ich habe nichts gegen den Stall an sich. Aber an mehren Tagen im Jahr stinkt es im Dorf wie Pest. Da kann man nachts nicht einmal das Fenster aufmachen. So kann es nicht weiter gehen", kritisiert Werner Stowasser, Bauunternehmer aus Haßlau. Volkmar Raschdorf, ebenfalls Anwohner, beklagt zudem Lärmbelästigungen, die durch Transportfahrzeuge auf dem Gelände der Milchviehanlage entstünden - zur Zeiten, in denen andere noch schlafen wollten.

Das Hauptproblem, das die Haßlauer aber sehen, ist der Gestank. Im Zusammenhang mit der Betriebserweiterung, die unter anderem den Abriss von zwei Stallgebäuden, den Neubau eines Kälberstalls, Stallden Neubau eines Milchviehstalles und das Aufstellen von zwei Futtermittelsilos sowie eines Milchkühltanks beinhalten soll, ist auch der Neubau eines großen Güllerundbehälters vorgesehen. Stowasser: "Die jetzigen zwei Behälter fassen 3500 Kubikmeter Gülle, der neue Behälter soll eine Kapazität von 6800 Kubikmeter haben. Das ist fast eine Verdreifachung." Der Tierbestand soll von derzeit zirka 580 Milch- und Jungtieren auf dann rund 840 Kühe und Färsen wachsen.

Christian Kalbhenn, einer der Betreiber der Anlage, erklärt: "Mit dem neuen Stall möchte ich von Stroh auf Gülle umstellen, also brauche ich den zusätzlichen großen Behälter. Zudem wird sich die Güllelagerzeit erhöhen. Laut Gesetz darf nur zweimal im Jahr die Gülle ausgefahren werden." Der Planer Udo Eulitz versichert, dass für den neuen, großen Behälter bereits von vornherein eine Abdeckung mittels Plane vorgesehen ist. Das soll die Geruchsimmissionen einschränken. "Was die beiden Alt-Behälter angeht, können solche Abdeckungen nicht unbegrenzt nachgerüstet werden. Das kommt auf die Statik an, die müsste erst geprüft werden", sagt Eulitz. Was möglich wäre: Schwimmkörper auf der Gülleoberfläche einzusetzen. Diese würden ebenfalls die Ausbreitung von Gestank einschränken und hätten keine Auswirkung auf die Statik. Eulitz: "Was nicht geht, ist wegreißen und neue Behälter bauen. Das ist wirtschaftlich nicht vertretbar. Eine solche Investition wäre für den Betrieb existenzgefährdend."

Christian Kalbhenn will keine Widerstandsbewegung im Dorf gegen sein Vorhaben: "Ich möchte mit Unterstützung des Ortes und der Stadt dieses Projekt durchziehen. Was machbar und wirtschaftlich vertretbar ist, werden wir tun." Erste konkrete Vorschläge sind nun für die Bürgerversammlung am 12. November erwartet.

Bauamtsleiterin Petra Steurer unterstreicht: "Roßwein ist ein gebranntes Kind wegen der Schweinemastanlage in Seifersdorf." Dort war von den Betreibern auch einiges versprochen worden. Den Gestank bekamen sie aber lange Zeit nicht in den Griff.

Olaf Büchel

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