Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Haue wegen Frauen – Schläger beschäftigen Richter in Döbeln
Region Döbeln Haue wegen Frauen – Schläger beschäftigen Richter in Döbeln
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Bei zwei Körperverletzungen, die jüngst das Amtsgericht Döbeln Döbeln beschäftigten, waren die Motive ähnlich. Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
Anzeige
Region Döbeln

Männer, die sich wegen Frauen prügeln – damit hatte es das Amtsgericht Döbeln in der vergangenen Woche in gleich zwei Verhandlungen zu tun. In einem Fall ging die Angelegenheit für den Angeklagten gut aus, weil er ohne Strafe davon kam. In dem anderen sprach Richter Janko Ehrlich den Angeklagten der Körperverletzung schuldig und verurteilte ihn zu 80 Tagessätzen á 27 Euro Geldstrafe.

Kniestoß und Jochbeinbruch

2160 Euro sind viel Geld für einen „nichtigen Anlass“, wie Richter Ehrlich feststellen sollte, als er das Urteil für den jungen Mann begründete, der aus der Gemeinde Ostrau stammt. „Er hatte zuviel Alkohol getrunken und meine Freundin angemacht“, sagte der Angeklagte über das Motiv der Faustschläge und des Kniestoßes ins Gesicht des Geschädigten. Der kam dadurch mit gebrochenem Jochbein ins Krankenhaus. Strafrechtlich ist dieser Mann kein unbeschriebenes Blatt, schrammte in jüngster Vergangenheit knapp am Knast vorbei. In der zweiten Instanz gab es Bewährung für die Drogendelikte, wegen derer ihn das Amtsgericht Döbeln in erster Instanz damals eigentlich eingesperrt wissen wollte.

Rächer der Nation

„Der Anlass, selbst wenn man das akzeptieren würde, lag schon länger zurück. Deshalb war das keine spontane Tat. Das ist bei der Strafzumessung zu berücksichtigen“, sagte Richter Ehrlich, als er das Urteil für den Schläger begründete. Denn zwischen Anmache und Haue war einige Zeit vergangen. Das Urteil in dieser Sache ist nicht rechtskräftig.

Ohne Urteil endete vorm Jugendgericht das Verfahren gegen einen anderen jungen Mann, der zur Tatzeit Heranwachsender war. Er hatte in Döbeln durch die geöffnete Seitenscheibe eines Autos einem anderen jungen Mann einen Faustschlag versetzt. Nicht weil der ihm die Freundin ausgespannt oder diese angeschmachtet hatte, sondern weil der Geschädigte nicht gerade nett zu jungen Frauen war. „Ich mag das nicht, wenn Frauen verarscht werden“, sagte der junge Mann. Er habe den im Auto Sitzenden auch nicht mit der Faust geschlagen sondern nur die offene Scheibe „gelangt“. Er wisse nicht, ob es gezielt war, aber er habe ihn mit der Faust getroffen, sagte der Geschädigte, der außer einem kleinen blauen Fleck keine Verletzungen davongetragen hatte.

Eins, fünf, drei – das Verfahren ist vorbei

„Sie können doch nicht als Rächer der Nation aufschlagen. Die Mädels, die betrogen wurden, können das gut unter sich klären“, gab Richterin Marion Zöllner dem jungen Mann noch mit auf den Weg. Verurteilt hat sie ihn nicht, sondern das Verfahren des nicht Vorbestraften gegen einen kleine Geldauflage wegen geringer Schuld eingestellt. Möglich macht das Paragraf 153a der Strafprozessordnung. Zahlt er die 100 Euro, gilt er weiterhin als unschuldig in dieser Sache und einen Eintrag ins Strafregister gibt es auch nicht.

Von Dirk Wurzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Döbeln Tauschaktion: Druckerpatronen gegen Spielzeug - Zschaitzer Kita-Leiterin wird zum „Sammeldrachen“

Die Kindertagesstätte Waldspatzen in Zschaitz schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Mit der Aktion Sammeldrache werden gebrauchte Toner und Druckerpatronen gesammelt, für die Kita-Leiterin Spielzeug, Stifte und Möbel bekommen kann. Ab sofort kann jeder der Kita mit seiner Patronenspende helfen.

02.12.2016

Die Furt im Döbelner Ortsteil Limmritz ist endgültig gesichert. Die Stadt Döbeln hat die historische Flussdurchfahrt durch die Zschopau in ihr überarbeitetes Bestandsverzeichnis für Straßen, Wege und Plätze aufgenommen.

05.12.2016

Die Eröffnung der Eisbahn auf dem Döbelner Obermarkt wäre beinahe ins Wasser gefallen. Randalierer hatten in der Nacht zum Donnerstag das frische Eis mit Fahrrädern befahren und dabei tiefe Rillen verursacht. Stadtwerkemitarbeiter um Eismeister Holger Metzel legten am Donnerstagabend eine Nachtschicht ein, um die beschädigte Eisschicht abzutragen und zu glätten.

05.12.2016
Anzeige