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Döbeln Hausabriss in Kiebitz spart 5000 Euro beim Straßenbau
Region Döbeln Hausabriss in Kiebitz spart 5000 Euro beim Straßenbau
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00:33 19.03.2018
Statt den Hang rechts abzutragen und eine Stützmauer zu bauen, verschwindet das leerstehende Wohnhaus links. Quelle: Foto: Gemeinde Ostrau
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Kiebitz/Ostrau

Gemeinderätin Regina Hlozek wollte es in der Sitzung Anfang Februar genau wissen: Was wäre günstiger – eine Stützmauer entlang eines Teils der derzeit in Sanierung befindlichen Kiebitzer Ortsdurchfahrt bauen oder das leerstehende Wohnhaus gegenüber kaufen und abreißen, womit die Straße breiter und weniger aufwändig geführt werden könnte? Zwar stimmte sie mit den anderen Ratsmitgliedern unisono für letztere Idee. Die genauen Kosten sollte Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) aber noch nachreichen.

Das tat das Gemeindeoberhaupt auf der jüngsten Sitzung in dieser Woche. Und wenn Regina Hlozek nicht verhindert gewesen wäre, hätte sie sich über das Ergebnis wohl gefreut: „Bei der Hangsicherung auf der gegenüberliegenden Straßenseite haben wir uns 73 000 Euro gespart“, verkündete Schilling den Räten. 3650 Euro davon wären der Eigenanteil der Kommune beim vom Landkreis getragenen Projekt gewesen. Dieser wird nun etwas geringer.

Abriss kostet 58 000 Euro

Das Haus ist bereits für 10 000 Euro von Dana und Maik Wilke gekauft und zusätzlich 6000 Euro für die Ablösung eines SAB-Kredits für die vollbiologische Kläranlage des Hauses gezahlt worden. Da diese wieder verwendbar ist, werden die Kosten dafür aber nicht eingerechnet.

Am Mittwoch flatterte das Angebot für den Abriss in der Ostrauer Verwaltung ein: 58 000 Euro soll dieser kosten. Rechnet man den Kaufpreis des Hauses dazu, spart sich der Landkreis insgesamt rund 5000 Euro – und jede Menge Arbeit und Ungewissheit bei den Anwohnern.

Keine Sorgen bei den Nachbarn

Denn die müssen sich auf der anderen Straßenseite keine Sorgen um ihre Keller und Hangbauten machen. „Würde das Haus stehen bleiben, hätte man auf der anderen Seite Erdkeller zurückbauen und den Hang abtragen müssen. Dort steht aber das nächste Haus sehr nahe. Da wäre eine Bohrpfahlgründung notwendig gewesen“, hatte Schilling im Februar erklärt. Damals war er sogar von Kosten um die 120 000 Euro ausgegangen.

Weiterer Vorteil: Die Straße kann in ordentlicher Breite gebaut werden – inklusive eines 1,50 Meter breiten Gehwegs. Zudem wäre die zu errichtende Stützmauer dem Ortsbild nicht gerade zuträglich gewesen. Ein Glück für diesen späten Schwenk in den Sanierungsplänen war, dass die Schalenelemente für die Stützmauer noch nicht bestellt waren.

Straßenbau läuft wieder

Der Kiebitzer Ortschaftsrat hat zudem die Gunst der Stunde genutzt und für die verbleibende Fläche nach dem Hausabriss eine sinnvollere Verwendung als nur Grasland angeregt. „Wir werden auf dem frei gewordenen Stück ein Stück Parkfläche befestigen, um die Dorffeste besser feiern zu können“, kündigte Schilling in der Ratssitzung an.

Wann die Arbeiten beginnen, ist dagegen noch nicht klar. Zunächst muss der Abrissauftrag vergeben werden. Gemeinde und Landkreis seien derzeit dabei, das verfahren anzuschieben, sagte Schilling. An der Straße selbst wird seit Montag wieder gebaut.

Von Sebastian Fink

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