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Döbeln Hausaufgaben nach Sturzbächen und Regengüssen
Region Döbeln Hausaufgaben nach Sturzbächen und Regengüssen
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23:55 30.06.2014
Trotz teurer Investitionen klappt der Wasserabfluss am Körnerplatz nicht wie geplant. Quelle: Wolfgang Sens

Die schweren Regengüsse vom Sonntagnachmittag hatten gestern sowohl im Rathaus als auch beim Abwasserverband Döbeln-Jahnatal ein Nachspiel: So am Körnerplatz, wo die Wassermassen des Regengusses in Keller eindrangen. Dabei war genau dort im März 2013 extra im Zuge der Bauarbeiten rund um den Körnerplatz und die Franz-Mehring-Straße direkt vor der Niederbrücke ein riesiges unterirdisches Abschlagsbauwerk eingebaut worden. Damit sollte das Oberflächenwasser, dass auch vom Geyersberg mit Schuss herunterfließt, beherrscht werden. Der drei Meter breite, fünf Meter lange, 3,50 Meter tiefe und 45 Tonnen schwere Stahlbetonkasten soll 50 Kubikmeter Wasser fassen und bei solchen Extremniederschlägen wie am Sonntag, die im Stadtgebiet üblichen Mischwasserkanäle entlasten. Abwasser und Oberflächenwasser fließen in solchen Mischwasserkanälen zur Kläranlage. Reicht durch starke Niederschläge der Rohrquerschnitt mal nicht aus, entlasten die unterirdischen Abschlagsbauwerke. Sie sind so eingestellt, dass ab bestimmten Wassermengen das Regenwasser und extrem verdünnte Haushaltabwässer direkt in die Mulde abfließen. Doch irgendetwas hat am Sonntag in diesem Bereich nicht funktioniert.

"Wir sind seit Montagmorgen vor Ort, um genau zu prüfen, warum gerade in dem Bereich am Sonntagnachmittag solche Probleme auftraten", sagt Hans-Jürgen Gemkow, Geschäftsführer des Abwasserzweckverbandes Döbeln-Jahnatal. Drei Möglichkeiten kommen in Frage: Waren die Straßeneinläufe oder Einlaufkästen kurzfristig verstopft, so dass das Wasser nicht in die Kanäle abfließen konnte? "Das ist eher im Herbst denkbar, wenn viel Laub anfällt", meint Hans-Jürgen Gemkow. Zweite Möglichkeit: Wurden beim Tiefbau am Abschlagsbauwerk oder bei den Leitungen dahin Baufehler gemacht? Für Gemkow eher unwahrscheinlich. Das Bauwerk ist sauber berechnet, mit einem zuverlässigen Baupartner gebaut und fachlich vom Bauherren abgenommen. "Wir prüfen das jetzt dennoch sehr genau", so Gemkow. Denkbar ist schlimmstenfalls aber auch, dass die Ausnahmewetterlage am Sonntag auch für die intaktesten unterirdischen Kanäle einfach zu viel war. Gefragt werden muss in dem Zusammenhang auch, ob alle Grundstückseigentümer selbst mit Vorsorge in Form eingebauter Rückschlagklappen getroffen haben. So kann Wasser aus straff gefüllten Kanalrohren nicht in die Keller zurückgedrückt werden.

Jürgen Aurich, Leiter des Baubetriebsamtes und Matthias Morgner vom Döbelner Bauhof waren am Sonntag in der Ziegelstraße dank Wetterradar auf dem Handy rechtzeitig vor Ort. Durch vorsorglich geöffnete Schleusendeckel, wurde nur der hintere Teil der Ziegelstraße mit Schlammwasser verunreinigt. In Ebersbach war Ordnungsamtsleiter Jürgen Müller an neuralgischen Punkten im Einsatz. Am Pommlitzer Weg und an der Walter-Eckhard-Straße half die Feuerwehr. Hier war erst in der Vorwoche ein Erbsenfeld abgeerntet worden. Das Kraut wurde gehäckselt und bleibt liegen. Das Feld wurde geglättet und neu bestellt. Dadurch war der Boden ziemlich fest und rollten die Wassermassen zum zweiten Mal seit Donnerstag ungehindert auf den Parkplatz der Wohnanlage Walter-Eckert-Straße. Auch in der Siedlung am Pommlitzer Weg traf es einen Hausbesitzer mit Wucht.

"Die Sturzbäche von den Feldern beschäftigen uns gemeinsam mit dem Bereich Boden beim Landratsamt und den Landwirten schon lange sehr intensiv", sagt Döbelns Baudezernent Thomas Hanns. Man müsse örtlich schauen, woran es liegt und Konzepte aushandeln. "Nur nach unserem Bauhof und der Feuerwehr rufen, kann keine Lösung sein", so Hanns. Es müssten ein paar mehr Leute an einen Tisch. Und dann müsse über Feldränder als Schutzstreifen und einiges mehr gesprochen werden.

Kasel, Beatrice

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