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Döbeln Hausbock frisst sich durch Marbacher Kirchenbalken
Region Döbeln Hausbock frisst sich durch Marbacher Kirchenbalken
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09:40 03.03.2017
Die Arbeiten am Marbacher Kirchenschiff haben begonnen. In einem Jahr wird es auch keinen farblichen Unterschied mehr zum bereits sanierten Turm geben. Quelle: Sven Bartsch
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Marbach

Die Kirchgemeinde in Marbach hat ein Problem – Hylotrupes bajulus. Das ist der lateinische Name für den Hausbock, auch Balkenbock genannt. Jahrelang haben sich Larven dieser Spezies durch die Dachbalken des Marbacher Kirchenschiffs gefressen und damit beträchtlichen Schaden angerichtet. Doch die Kirchgemeinde hat jetzt auch die rettende Lösung. Die Gesamtfinanzierung für die denkmalgeschützte Sanierung der baulichen Hülle des Kirchenschiffes steht. Bestandteil der Baumaßnahme ist die Instandsetzung des vom Hausbock befallenen Dachstuhles.

„Normalerweise würde man sagen, Eindeckung und Dachstuhl runter und alles komplett neu gemacht. Doch das Dach selbst ist 1992 neu mit Schiefer eingedeckt worden, also noch nicht so alt. Deshalb erfolgt jetzt eine Instandsetzung des Dachstuhles“, erklärt Frieder Lomtscher von der Kirchgemeinde, der sich um die Fördermittel gekümmert hat und nun auch die Arbeiten überwacht. Schadhafte Holzschichten des Gebälks werden also abgebeilt und neue Hölzer dort eingebaut, wo es aus statischen Gründen erforderlich ist.

Da gerade an den liegenden Balken des Dachstuhls im wahrsten Sinne des Wortes die Kirchendecke mit dranhängt, ist am Ende auch deren Ausbesserung geplant. Die Decke des Kirchenschiffes ist bereits schadhaft. Mögliche Risse, die während der Arbeiten am Dach entstehen, sind dann auch mit zu beheben. Frieder Lomtscher: „Dabei gibt es eine Besonderheit. Wir haben eigentlich ein barockes Kirchenschiff. Doch die Decke ist vor etwa 100 Jahren neu gemacht worden, gehört also zur Epoche des Jugendstils. In Absprache mit dem Denkmalschutz wird bewusst nicht der Originalzustand wieder hergestellt, sondern die Jugendstilvariante mit ihren Stuckornamenten restauriert.“

Zur Kirchensanierung gehört weiterhin die Trockenlegung des Schiffs. Dafür wird ringsherum aufgeschachtet und dann im Fundamentbereich bis zum Felsenuntergrund eine vertikale Sperre in Form einer Tonschicht aufgebracht. Diese Schicht soll bewirken, dass künftig auch unter die Kirche kein Wasser mehr eindringen kann. Die Erneuerung des Putzes, des Gesimses unter der Dachkante, der Fenstergewände aus Porphyr und der Fenster an der Nordseite steht ebenfalls an.

Nahezu alle Bauleistungen sind laut Frieder Lomtscher jetzt ausgeschrieben. Ab heute können die Firmen ihre Angebote abgeben. Das Baulos für die Trockenlegung ist bereits vergeben, denn diese soll noch im März beginnen. Nach Ostern kommen die Gerüstbauer und im Mai geht es dann so richtig los.

In Eigenleistung haben die Marbacher bereits im unteren Fassadenbereich den alten Putz abgeschlagen. „Viele Einwohner halfen mit, sodass es an zwei Sonnabenden gut voran ging. Da haben die Helfer prima mitgezogen“, freut sich Lomtscher.

Die geplanten Gesamtkosten für die Kirchensanierung betragen 570 000 Euro. Davon sind 200 000 Euro Fördermittel von der Kirchenbaustiftung, 180 000 Euro Fördermittel vom Landkreis (Entwicklung ländlicher Raum), 18 000 Euro beantragte Fördermittel vom Denkmalschutz des Kreises (für die Fenstersanierung) und 172 000 Euro Eigenmittel von der Kirchgemeinde und der Landeskirche.

Wegen der Bauarbeiten ist die Marbacher Kirche eine Zeit lang nicht nutzbar. Der letzte Gottesdienst findet dort zu Ostern statt. Frieder Lomtscher verweist darauf, dass die Konfirmation traditionell in der Etzdorfer Kirche ist. Gottesdienste könnten während der Bauzeit in anderen Kirchen, wie in Etzdorf, Gleisberg, Greifendorf, Roßwein oder Nossen, besucht werden. Frieder Lomtscher: „Das sind für eine Übergangszeit alles keine riesigen Entfernungen. Und in Marbach selbst haben wir auch einige Ausweichmöglichkeiten.“ Wie es Weihnachten sein wird, darüber entscheidet der Baufortschritt.

Von Olaf Büchel

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