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Döbeln Hausschuhwerke verschwinden: Abriss der Harthaer Industriebrache noch 2017
Region Döbeln Hausschuhwerke verschwinden: Abriss der Harthaer Industriebrache noch 2017
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09:00 06.04.2017
Die Tage für die ehemaligen Hausschuhwerke in Hartha sind gezählt. Noch in diesem Jahr soll die Industriebrache abgerissen werden. Quelle: Sven Bartsch
Hartha

Den ehemaligen Hausschuhwerken geht es an den Kragen: Schon seit geraumer Zeit möchte die Stadt Hartha die Industriebrache beseitigt wissen. Nun scheint der Weg frei zu sein. Der Fördermittelbescheid der Sächsischen Aufbaubank ist eingetroffen. Demnach wird der Abriss zu 90 Prozent gefördert. Insgesamt werden dafür rund 409 000 Euro fällig, wie das Harthaer Planungsbüro Reichenbach erörterte. Für die Summe soll der Gebäudekomplex der ehemaligen Hausschuhwerke an der Sonnenstraße abgetragen und das anfallende Abbruchmaterial entsorgt werden. Die Stadt muss zehn Prozent selber aufbringen.

Abriss könnte schon im Oktober starten

Derzeit werden in der Harthaer Stadtverwaltung die Vorbereitungen zur Ausschreibung der Arbeiten getroffen. So soll eine Firma gefunden werden, die sich um den langerwarteten Abbruch kümmern wird. Noch in diesem Jahr soll der Abriss über die Bühne gehen. Bauamtsleiter Ronald Fischer und Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) visieren an, die Arbeiten im Oktober beginnen zu lassen – „wenn es die Witterungslage zulässt“, so Kunze.

Vom Abriss betroffen sind auch die Autoschrauber, die dort seit Jahren ihrem Hobby nachkommen. Ebenso soll der frühere Jugendclub Bronx dem Erdboden gleichgemacht werden. „Mit den betroffenen Jugendlichen sind wir im Gespräch“, erklärt das Stadtoberhaupt. Einen Großteil der Freifläche neben den Hausschuhwerken nutzt die Firma Pierburg derzeit als Mitarbeiter-Parkplatz.

Mehrmals Thema im Stadtrat

Der Weg zum Abriss war lang. Bereits im Februar des vergangenen Jahres stand der Abriss schon einmal auf der Tagesordnung im Stadtrat. Zum Beschluss ist es nicht gekommen. Damals erbaten sich einzelne Stadträte mehr Zeit, um den Sachverhalt in den Fraktionen und Ausschüssen ausreichend zu diskutieren. Lediglich der Beschluss, zumindest schon mal die Rückbauplanung an das Büro Reichenbach zu übergeben, wurde gefasst. Einige Monate später, im Juli 2016, hatten die Ratsmitglieder von Hartha die Thematik erneut auf dem Tisch. Dort beschlossen sie den Rückbau von Baulichkeiten der ehemaligen Hausschuhwerke sowie die Revitalisierung der Brachfläche endgültig.

Bereits Mitte der 90er Jahre kaufte die Stadt Hartha das Gelände. 80 000 Paar Hausschuhe liefen zu DDR-Zeiten täglich vom Band. Mehr als 150 Jahre wurden in Hartha Pantoffeln produziert.

Von Stephanie Helm

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