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Heiße Debatte um Grundschule Döbeln-Ost

Heiße Debatte um Grundschule Döbeln-Ost

Für Diskussionen und Detailfragen sorgte gestern die Zukunft der Grundschule in Döbeln-Ost. Gabriele Church, Niederlassungsleiterin des Planungsbüros Ipro-Consult in Riesa, stellte Varianten vor: Sanierung, Neubau konventionell oder in Modulbauweise, jeweils ein- oder zweizügig.

Die Grundschule in Döbeln-Ost beschäftigt den Stadtrat. Ob und wie dort gebaut wird, entschieden die Räte auf ihrer jüngsten Sitzung aber nicht, sondern diskutierten Varianten.

Quelle: Wolfgang Sens

Eine reine Informationsveranstaltung - zu beschließen gab es nichts.

 

Die Stadträte Sven Weißflog (Freie Wähler/FDP) und Dietmar Damm (Wir für Döbeln) interessierten Details. So stellte die Planerin Church den mangelhaften Trittschall als einen wesentlichen Nachteil heraus, den eine Sanierung des alten Plattenbaus hat. Sven Weißflog wollte wissen, warum das so ist und weshalb man nicht nachträglich eine Trittschalldämmung einbauen kann. "Das zieht einen Rattenschwanz weiterer Umbauten nach sich", sagte Gabriele Church und verwies auf folgende Notwendigkeiten: Der neue Fußboden kommt durch die Dämmung höher, dementsprechend müssen die Bauarbeiter Türstürze höher setzen und die Treppen anpassen. "Das stell ich mir nicht so schwerwiegend vor", sagte Sven Weißflog. "Wir haben das schon mal gehabt. Der Aufwand ist extrem hoch. So hoch, dass wir das in der Variantenuntersuchung nicht einkalkuliert haben", antworte Ipro-Frau Church. Als zusätzlichen Nachteil einer Sanierung benannte sie die schwer abschätzbaren Folgekosten, ein Risiko das bei Altbauten immer besteht. Das rief dann Dietmar Damm auf den Plan, der die Ersparnis dieser Variante nicht genügend gewürdigt sah. Hier griff Bauamtsmitarbeiterin Regina Lozek in die Diskussion ein und ging noch mehr ins Detail: "Eine Sanierung darf nur 75 Prozent eines Neubaus kosten, sonst gibt es kein Fördergeld. Wir liegen im konkreten Fall bei 80 Prozent." Aber Fördergeld, so hat es die Stadt telefonisch bei der Sächsischen Bildungsagentur abgefragt, würde es derzeit sowieso nicht geben.

 

Es kristallisierte sich heraus, dass ein einzügiger Neubau der Grundschule auf der grünen Wiese wohl eine der optimalen Lösungen wäre. Das spart die Kosten für die Auslagerung des Schulbetriebes und des Abrisses der alten Schule. Die fallen an, wenn sich der Stadtrat für einen Neubau an gleicher Stelle entscheidet. Durch Skelettbauweise mit verrückbaren Trockenbauwänden könnte die Stadt reagieren, falls doch mehr Schüler kommen, als erwartet. Dass dies passieren könnte, führten die SPD-Stadträte Henning Homann und Hermann Mehner in die Debatte ein. "Was ist mit der Inklusion?", wollte Hermann Mehner wissen. "Der Koalitionsvertrag der SPD mit der CDU sieht soviel Inklusion wie möglich vor. Das ist ein Punkt, über den wir uns unterhalten müssen", sagte Henning Homann. Inklusion bedeutet die gleichberechtigte Teilnahme Behinderter am allgemeinen Unterricht. "Bis 2027 können wir ganz andere Schülerzahlen haben, als wir jetzt erwarten", so Homann. Für das Schuljahr 2027/28 rechnet die Bildungsagentur mit Schülerzahlen für fünf erste Klassen in Döbeln, derzeit gibt es sechs. Inklusion verlangt aber kleinere Klassen. "Beim Thema Inklusion fühlen wir uns überfordert", sagte Oberbürgermeister Hans Joachim Egerer (CDU). Henning Homann hatte bei diesem Teildisput der Schuldebatte das letzte Wort: "Wir können uns aber in zehn Jahren nicht hinstellen und sagen, wir waren damals überfordert gewesen."

Dirk Wurzel

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