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Döbeln Herzwochen in Region Döbeln - was Betroffene und Experten dazu sagen
Region Döbeln Herzwochen in Region Döbeln - was Betroffene und Experten dazu sagen
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19:06 03.11.2011
Anna Kellert (l.) und Lea-Marie Berger im Gymnasium Döbeln mit einem Herzmodell. Der "Pumpe" des Menschen sind derzeit Herzwochen gewidmet. Quelle: Wolfgang Sens

Jetzt fühlt sich Volkmar Lange wieder wohl. "Noch besser wäre es, wenn die Nebenwirkungen der Medikamente wegblieben." Der bergmännischen Traditionspflege und der erzgebirgischen Mundart frönt der Bergmann im Ruhestand noch immer mit Enthusiasmus. In der Vorweihnachtszeit wird er wieder bei Mettenschichten im Freiberger Bergwerk Reiche Zeche zu erleben sein. Statt Trübsal zu blasen sind diese Aktivitäten für ihn die beste Medizin. "Wenn der Geist funktioniert und Ambitionen hat, dann muss der Körper einfach mit", beschreibt Lange seine Motivation.

Keinesfalls in Selbstmitleid zu verfallen und jemanden zu haben, der einen in solch einer Situation zur Seite steht, das hält Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer für sehr wichtig. Egerer erhielt im Januar dieses Jahres zwei Bypässe und im August mehrere Stents. Ein Infarkt war bei ihm, der schon seit langem wegen Bluthochdruck behandelt wird, nicht der Auslöser. Er fühlte sich aber häufig müde, ging zur Hausärztin und diese stellte per EKG fest, dass etwas nicht in Ordnung war. "Von der anschließenden Katheter-Untersuchung ging es direkt auf den OP-Tisch", sagt Egerer. Der Arzt sei erstaunt gewesen, dass sein Patient überhaupt noch lebte. Im ersten Moment war der Bürgermeister geschockt, konnte nicht realisieren, was passiert ist. "Man will es nicht richtig wahr haben." Natürlich lebe er jetzt bewusster, sagt Egerer, "und dankbarer. Man ist froh, dass man lebt." Er wäge inzwischen stärker ab, was wichtig ist und was nicht. "Ich drehe mich nicht mehr im Kreis. Was ich nicht ändern kann, ist eben nicht zu ändern." Nach Auffassung des OB ist es heutzutage aber sehr schwer, modernes Berufsleben und gesunde Lebensweise unter einen Hut zu bekommen. Egerer: "Das A und O dabei ist der Faktor Zeit."

Weshalb sich in den Herzwochen ausgerechnet mit Bluthochdruck intensiv befasst wird, erklärt Oberarzt Michael Kaduk vom Klinikum Döbeln: "Bluthochdruck ist eines der wichtigsten Risiken für Herzinfarkt, Herzschwäche oder Schlaganfall." Das Problem sei, dass diese Krankheit anfangs oft nicht bemerkt werde. Kaduk: "Wenn jemand zu dick wird oder zu viel raucht, dann wird das gleich bemerkt. Bluthochdruck ist hingegen ein verdeckter Risikofaktor."

Das Wichtigste sei also, zunächst das Problem zu erkennen. Das kann laut Dr. Wolfgang Krahwinkel, Chefarzt des Helios Krankenhauses Leisnig, durch regelmäßige Blutdruckmessungen geschehen."Diese Messungen macht der Hausarzt, sie werden aber auch schon von vielen Apotheken angeboten", so Krahwinkel. Wenn Bluthochdruck nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird, kann er zu Schäden an Organen, wie Herz, Nieren, Gehirn oder Augen führen.

Die Kliniken verfügen über umfangreiche Diagnose- und Therapiemöglichkeiten, wie beide Ärzte versichern und demnächst in Vorträgen näher erläutern werden. Eine gesunde Lebensweise, das heißt gesunde Ernährung und Sport, sei aber unverzichtbar, um Bluthochdruck in den Griff zu bekommen. Olaf Büchel

Öffentliche Vorträge zum Thema Bluthochdruck: 9. November, 17 Uhr, Helios Krankenhaus Leisnig, Helios I, Colditzer Straße 48, Referent Chefarzt Dr. Wolfgang Krahwinkel; 22. November, 14 Uhr, Klinikum Döbeln, Konferenzraum, Sörmitzer Straße 10, Referent Oberarzt Dr. Michael Kaduk

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