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Döbeln „Hier kommt kein Hund raus“
Region Döbeln „Hier kommt kein Hund raus“
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00:36 08.04.2018
Sieht furchteinflößend aus, spielt aber gern: Christiaan Danhoff und sein Pitbull-Mischling Tommy in Delmschütz. Quelle: Sebastian Fink
Delmschütz

Der Hof von Christiaan Danhoff in Delmschütz sorgt seit seinem Einzug Ende Januar für Aufregung unter Anwohnern. Die DAZ sprach mit dem Hundenarren und zugleich mit Nachbar und Gemeinderatsmitglied Andreas Paas und erhielt zwei verschiedene Sichten der Dinge.

Mit elf Hunden lebt Christiaan Danhoff derzeit auf dem alten Gut mitten im nur 35 Einwohner zählenden Delmschütz und macht es bewohnbar. Für alle Tiere habe er eine Genehmigung vom Veterinäramt, sie privat halten zu dürfen, betont der 72-Jährige. Darunter sind drei Dobermänner, eine kleinere Dogge und ein Pitbull-Mischling, zählt er auf.

Angst vor ausbrechenden Hunden

Es ist Nachmittag und die Hunde sind im Haus eingesperrt, weil Danhoff gerade wegfahren will. Um zu beweisen, dass seine Hunde friedfertig sind, lässt er zwei von ihnen heraus. Dass dem Besucher der Schreck in die Glieder fährt, als Pitbull Tommy heraus stürmt und kurz später eine flinke Dobermanndame, scheint Danhoff fremd. „Ich habe keine großen Hunde, sie sind klein bis mittelgroß – und tun nichts“, meint er. Tatsächlich sind die Tiere zwar ungestüm, belassen es aber beim Schnuppern und hören aufs Wort.

Für Andreas Paas sind die Tiere dennoch eine Gefahr. „Das Problem, was ich sehe: Das sind große Hunde, auch Kampfhunde. Mein kleiner Sohn hat gerade Radfahren gelernt, der fährt da rüber, wendet auf dem Platz vor dem Hof. Ich habe größte Angst, dass da mal ein Hund ausbricht“, sagt er.

Leute sollen klingeln

Mehrere Gehege hat Danhoff auf dem Hof angelegt. Bewährungsgitter sind in den Boden gerammt und miteinander verschweißt. Das Eingangstor besteht aus zwei Bauzäunen, die mit dunklem Stoff verhangen sind. Noch sei alles etwas provisorisch, eine bessere Ausstattung eine Geldfrage. „Hier kommt kein Hund raus“, betont er allerdings und lädt jeden Anwohner ein, sich selbst von der Sicherheit auf seinem Hof zu überzeugen. „Ich wünsche mir, dass die Leute hier klingeln oder Zettel in den Briefkasten werfen, wenn es zu laut war“, sagt Danhoff.

Passiert sei das schon öfter, sagt Paas. „Wenn sie abends bellen, bis 1 oder 2 Uhr, das ist schon unangenehm.“ So viele Hunde auf einem Platz seien zu viel. „Wir haben ja jetzt bald so viele Hunde wie Einwohner im Dorf“, sagt Paas.

“Lügen“ über Hundehof in Jahna

“Ganz ruhig wird es nie sein“, meint Christiaan Danhoff dazu. Auf Wunsch des Jugendclubs oder anderer Anwohner sperre er die Tiere ein, sagt er. Dass ihm in Delmschütz viel Feindseligkeit entgegenschlägt, sieht er als Folge einer Kampagne gegen ihn. „Ich war in vielen Ländern unterwegs, aber diese Boshaftigkeit habe ich nie erlebt“, sagt der frühere Balletttänzer und -lehrer.

„Von Jahna wurden unglaubliche Lügen hochgespielt“, sagt er mit Blick auf den Hundehof, den er dort sieben Jahre lang betrieben hatte . Die Verantwortung für den nie genehmigten Betrieb gibt er Besitzer Eberhard Weise. Er habe nur die Hunde versorgt. 20 seien dort vom Amtstierarzt genehmigt, bis zu 40 Tiere zeitweise vor Ort gewesen, räumt er ein. Jetzt wolle er in Delmschütz nur noch als Privatmann mit seinen Hunden leben.

Von Sebastian Fink

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