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Döbeln Hilfskräfte fehlen Ostrauer Bauhof
Region Döbeln Hilfskräfte fehlen Ostrauer Bauhof
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00:39 19.05.2018
Beim Kartoffelfest in Ostrau haben die AGH-Kräfte in den letzten Jahren kräftig mit angepackt beim Aufbau. Dieses Jahr muss der Bauhof auf die Hilfe verzichten. Quelle: Gerhard Dörner (Archiv)
Ostrau/Mittweida

Es war eine simple Anfrage, die Ostraus Gemeinderatsmitglied Ralf Vogt in der Sitzung im April gestellt hatte: Am Dolomitwanderweg bei Jahna sollten umgestürzte Bäume beseitigt werden. In der jüngsten Sitzung vor zehn Tagen kam Bürgermeister Dirk Schilling wieder auf die Anfrage zu sprechen: „Der Bauhof soll das beräumen, aber wir haben bislang keine Zeit. Wir haben dieses Jahr bislang keine MAE-Kräfte vom Jobcenter bekommen. Die wären beim jetzt anstehenden Grünschnitt eine Hilfe gewesen“, erklärte er.

MAE – das waren vor einigen Jahren die Leistungsempfänger, denen eine Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung verschafft wurde, in dem sie beispielsweise Hilfsarbeiten in kommunalen Bauhöfen übernahmen – früher auch Ein-Euro-Jobber genannt. Heute heißen diese Stellen AGH (Arbeitsgelegenheit) und fallen in Ostrau deutlich ins Gewicht. „Wir sind zwar von der Anzahl unserer Mitarbeiter im Bauhof gut ausgestattet, aber wir hatten dennoch bisher immer acht bis neun AGH-Stellen. Sie haben uns in den letzten Jahren sehr unterstützt“, sagt Ostraus Hauptamtsleiterin Antje Zornik.

Festaufbau bindet Bauhof eine Woche

Sie hatte die Stellen auch wieder beim Jobcenter des Landkreises in Mittweida beantragt, doch dieses Jahr erhielt sie – wie viele andere Kommunen auch – eine Ablehnung. „Alle Kommunen haben einen Infobrief bekommen. Auf telefonische Nachfrage hieß es im März, die Bundesmittel seien noch nicht da und auch vor zwei Wochen war noch kein Geld eingestellt“, sagt Zornik.

Man hoffe nun, dass im Herbst noch Mittel bereitgestellt werden, auch wenn dann die großen Feste, bei denen die AGH-Kräfte vor allem beim Aufbau benötigt werden, schon gefeiert sind. „Beim Tierheimfest letztes Wochenende haben wir das schon gemerkt. So ein Fest bindet den Bauhof eine ganze Woche“, sagt Zornik. Dieses Jahr wird das 20. Kartoffelfest der nächste große Höhepunkt. Auch kleinere Veranstaltungen wie die Rassegeflügelschau hatten von der AGH-Hilfe profitiert.

Stabiler Arbeitsmarkt

Diese wird im laufenden Jahr wohl vollständig ausfallen. „Aufgrund der gesetzlichen sowie geschäftspolitischen Priorisierung (Vorrang erster Arbeitsmarkt, Arbeits- und Fachkräftesicherung) ist ein Beginn von Arbeitsgelegenheiten in 2018 aus heutiger Sicht nicht möglich“, schreibt Annett Voigtländer, Sprecherin des Jobcenters Mittelsachsen auf DAZ-Anfrage.

Der Grund ist eigentlich ein positiver: ein deutlicher Rückgang der Leistungsberechtigten. „Der mittelsächsische Arbeitsmarkt befindet sich in einer stabilen und guten Verfassung“, so Voigtländer weiter.

Arbeiten stärker priorisieren

So lange das so bleibt, wird es keine neuen Mittel vom Bund geben. Stattdessen arbeite die Bundesregierung an einem neuen Programm zur Integration Langzeitarbeitsloser in den Arbeitsmarkt, wovon auch die Kommunen profitieren könnten. Wann dieses umsetzbar ist und auf welche Weise, sei aber noch offen, so Voigtländer.

Für Ostrau heißt das, die Aufgaben langsamer als in den Vorjahren abzuarbeiten. „Die Grasmahd geht derzeit Stück für Stück und dauert etwas länger“, sagt Antje Zornik. Weitere AGH-Aufgaben wie Müll sammeln und Beete reinigen, müssen vorerst hinten anstehen.

Von Sebastian Fink

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