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Döbeln Himmelfahrt: Männer sind für Männer da
Region Döbeln Himmelfahrt: Männer sind für Männer da
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17:59 05.05.2016
Quelle: Sven Bartsch
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Region Döbeln

Im Döbelner Bürgergarten sind schon am frühen Vormittag zahlreiche Tische besetzt. Die Stimmung ist gut, die Sonne scheint, ein perfekter Männertag. Auch für Lars Lemke vom gleichnamigen Gastroservice, der als Betreiber der Bürgergarten-Gaststätte solche Partys meist von der anderen Seite erlebt. „Ich wäre kein guter Gastronom, wenn ich zu Himmelfahrt vor und nicht hinter dem Tresen stehen würde“, sagt Lemke und freut sich über die vielen Gäste. Natürlich spielt der Männertag für den Umsatz seiner Firma eine wesentliche Rolle. Dass er dafür nun schon seit vielen Jahren darauf verzichten muss, mit Kumpels umherzuziehen, macht ihm nichts aus. „Das ist kein Problem für mich. Viele Freunde kommen hier her. So treffe ich sie ja auch.“ Markus Finke (25) aus Hartha, der nebenberuflich beim Gastroservice tätig ist, weint der Männertagstour ebenfalls nicht hinterher: „Ich brauche das nicht. Da bin ich lieber am Grill und bewirte die Gäste.“

Schon seit 21 Jahren steht Dieter Lautenschläger am Tresen der Mahlitzscher Gaststätte „Zum Kaiserbach“ und zapft Bier für die Besucher, auch zu Himmelfahrt. Doch das wurmt ihn nicht: „Ich kann doch an diesem Tag trotzdem feiern“, sagt der 57-Jährige schmunzelnd und nimmt schon die Bestellung für die nächsten „Gerstenkaltschalen“ entgegen. 1995 öffnete die Gaststätte, seit dem ist Dieter Lautenschläger am Männertag immer im Einsatz. Nun als „Hausmann“, wie er sagt. Denn Tochter Katja hat im vergangenen Jahr das Ruder übernommen und managte diesmal die Himmelfahrtsparty – zugegeben, mit einem Team, das außer dem Vater vor allem aus Frauen besteht.

„Früher, in DDR-Zeiten, da bin ich mit meinen Kumpels rumgezogen. Oft ging es ins Elbsandsteingebirge, nach Wehlen oder auf die Bastei, dann mit dem Dampfer zurück nach Dresden. Das waren schöne Männertage“, schwärmt Klaus Kliem, der Wirt der Waldgaststätte Hartenbergbaude in Roßwein. Vor allem mit den damaligen Mitstreitern des Hundesportvereins habe er diese Touren unternommen. Doch damit ist es jetzt vorbei. „Vergangenes Wochenende haben wir 14-jähriges Bestehen hier oben gefeiert. In der ganzen Zeit war ich am Männertag immer für die Gäste da“, sagt Kliem. Ob er denn ein Geschenk zum Vatertag bekommen hat? „Ich sollte mir was wünschen. Doch was denn? Ich hab doch meine beiden Hähne hier“, zeigt Kliem schmunzelnd auf den Tresen mit den Zapfhähnen. Ziehtochter Karolin Staer drückt ihn dann aber doch mal ganz lieb und kräftig – den Mann der Hartenbergbaude.

Die Männer des Anglervereins Choren 1963 – von den 50 Mitgliedern sind nur drei Frauen – haben sich zum ersten Mal Gäste zum Himmelfahrtstag eingeladen. „Sonst sind wir am Männertag immer an die Teiche angeln gegangen und unter uns gewesen. Diesmal wollten wir mal etwas für die Tourengänger bieten“, erklärt Vereinschef Thomas Jähnichen. Mit Spießbraten und Chorener Fischsuppe lockten die Angler die Gäste ans Vereinshaus. Die Suppe nach Geheimrezept haben nicht etwa die Frauen, sondern die Männer gekocht.

Von Olaf Büchel

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