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Historiker erklärt Funktionsweise alter Turmuhr im Kloster Buch

Blick ins Uhrwerk Historiker erklärt Funktionsweise alter Turmuhr im Kloster Buch

Der lange Aufstieg über knarrende Treppen lohnte sich für diejenigen, die sich die Turmuhr über der Gutskapelle im Kloster Buch einmal aus der Nähe anschauen wollten. Historiker Bert Meister passte den perfekten Moment ab: Pünktlich zum 12-Uhr-Glockenschlag zeigte er, was im Uhrwerk steckt und wie es funktioniert.

Historiker Bernd Meister erklärt den Besuchern die Funktionsweise der alten Turmuhr – pünktlich zum 12-Uhr-Glockenschlag.

Quelle: Sven Bartsch

Klosterbuch. 52 Treppenstufen sind es bis ganz hinauf in den Turm. Ein knappes Dutzend Besucher wagte den Aufstieg – mit einem klaren Ziel: die Turmuhr im Dachstuhl der Gutskapelle des Kloster Buchs einmal aus der Nähe betrachten. Die Richtung gab der Historiker Bert Meister vor. Oben angekommen schnauften die Besucher erst einmal über die drückende Wärme. „Der Dachstuhl hat in etwa Energieeffizienzklasse Z“, scherzte Bert Meister. „Das alte Gemäuer ist teilweise älter als 825 Jahre, der Dachstuhl aber, der ist neuzeitlich. Auch wenn es nicht so aussieht“, so der Historiker weiter.

Seit 1996 gehört Turmuhr zum Kloster Buch

Ihren Weg ins Kloster fand die Turmuhr im Jahr 1996. Hobby-Uhren-Sammler Gotthard Pönitz rettete die Uhr von einem Bauernhof und baute sie eigenhändig ein. Noch bis letztes Jahr führte er wissbegierige Besucher selbst zu seinem Werk in den Turm hinauf. Um die Turmuhr überhaupt installieren zu können, musste Pönitz so einiges an Vorarbeit leisten. Denn der Dachstuhl wurde, nachdem das Gut ausgezogen war, völlig vernachlässigt. Der Dachstuhl war marode, Fenster gab es keine und auch die Treppe zeigte sich nicht mehr im allerbesten Zustand. Nach und nach legte Gotthard Pönitz Hand an, investierte unzählige Stunden an Arbeit hinein. Dem Dachstuhl schenkte er dabei gezwungenermaßen ganz besonder viel Aufmerksamkeit, denn er muss bis heute so einiges aushalten. Um die Uhr zum Laufen und Schlagen zu bekommen, sind schwere Gewichte nötig – insgesamt 400 Kilogramm. „Ursprünglich musste die Turmuhr täglich aufgezogen werden. Das war nicht besonders effektiv“, erklärte Bert Meister. Abhilfe sollte ein knapp sechs Meter langer Aufzug schaffen. Dessen komplexer Aufbau ermöglichte es, das Aufziehintervall auf einmal wöchentlich zu minimieren.

Ein Original der Firma Baßler

Das Herzstück aber, das alte Uhrwerk, ist ein Original der Firma Baßler aus Lommatzsch. 17 Uhren baute das Unternehmen lediglich. Eine davon schlägt seit 1996 in Klosterbuch. Jede Viertelstunde leistet das alte Uhrwerk ganze Arbeit. Die vollen Stunden legen noch einmal eine Schippe drauf. Zur Turmuhrführung am Sonnabend kamen die Besucher in den Genuss des 12-Uhr-Glockenschlages.

Während die Uhr ihren Dienst verrichtete, versuchte Bert Meister, so anschaulich wie möglich zu erklären, was im Uhrwerk vor sich ging. Auch wenn nicht jeder Zuhörer die technischen Vorgänge verstand, allein zu sehen, wie ein solch historischer Mechanismus auch heute noch funktioniert, war beeindruckend genug – und den Aufstieg der knarrenden Treppenstufen allemal wert.

Von Stephanie Helm

Klosterbuch 51.15245 12.98677
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