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Hochwasserschutz Döbeln: Haltestelle an der Flutrinne

Hochwasserschutz Döbeln: Haltestelle an der Flutrinne

Das Großprojekt Hochwasserschutz für Döbeln kehrt ab Sommer zurück in die Innenstadt. Für die Verbreiterung der Flutmulde wird der Busbahnhof geschliffen.

Döbeln.

 

 

 

 

40 Millionen Euro sollen nunmehr bis 2020 in den Hochwasserschutz für Döbeln investiert werden. Das Projekt ist mit 6,5 Kilometern innerstädtischer Flutlinie deutlich umfangreicher als etwa in Grimma (zwei Kilometer) und durch die Insellage der Döbelner Innenstadt auch deutlich aufwendiger. Das Gesetz, wonach die Fördergelder für den Flutschutz nur bis 2013 zur Verfügung stehen, wurde mittlerweile geändert, der Zeitrahmen bis 2020 verlängert. "Das hat den Druck etwas rausgenommen. Wir müssen ein solches Großprojekt nicht mit dem Presslufthammer durchziehen, denn die Mittel stehen auch weiterhin bereit", sagt LTV-Chef Axel Bobbe.

Mühlgraben Sörmitz

Aktuell wird am Mühlgraben in Sörmitz gebaut. "Es geht sichtbar voran und die Akzeptanz bei den Bürgern ist sehr groß", versichert Bauamtsleiter Erik Brendler. Zur Zeit werden die Flächengründungen der Flutmauerbereiche hergestellt, deren Fundamente flacher sein dürfen. "Das sind etwa 100 Meter der Mauern. Alle anderen müssen aufwendig mit Bohrpfahlgründungen hergestellt werden. Die Bohrungen dazu starten ab Juni", berichtet Thomas Zechendorf. Er verantwortet das Hochwasserschutzprojekt für Döbeln. Sein Vorgänger Manfred Schmidt geht im Sommer in den Ruhestand und übergab ihm das Projekt. Zum Team gehören einige weitere Mitarbeiter. Ein weiteres dreiköpfiges Team ist nur mit dem Thema Liegenschaften vertraut. Es kümmert sich im Kern um unzählige Gas-, Strom-, Fernwärme-, Wasser- und Abwasserleitungen, die vor der Verbreiterung des Mulde-Flutgrabens aus dem Baufeld heraus verlegt werden müssen.

Flutmulde am Busbahnhof

Die Verbreiterung des Flutgrabens, als Kern des Hochwasserschutzes startet im Herbst zwischen dem Schlossbergwehr und dem Busbahnhof. Ab August werden die Arbeiten ausgeschrieben. Bereits im Sommer beginnen dafür die Vorarbeiten am Busbahnhof. Dort wird der jetzige Bussteig 1 abgerissen und die Grünfläche im oberen Teil verschoben. Die früher vorhandenen Bussteige 5 und 6 werden wieder hergestellt. Mit dem Bussteig 1 und der jetzigen Grünfläche hätten die Radien nach der Verbreiterung des Flutgrabens für die Busse nicht mehr gereicht. Die ganze Aktion findet extra in den Sommerferien statt, weil dann die täglich knapp 1000 Schüler hier nicht unterwegs sind.

Ab Spätherbst wird die Flutmulde entlang des Parkplatzes am Busbahnhof verbreitert. Von den 85 Parkplätzen fallen dem Bau etwa die Hälfte zum Opfer. In dem Bereich wird für den späteren Neubau des Schlossbergwehres zudem eine Rampe in den Fluss gebaut, die einmal dauerhaft als Wartungszufahrt dienen soll. Der Parkplatz wird für die komplette Bauzeit nicht nutzbar sein. Entlang des Parkplatzes wird im Winter eine Bohrpfahlwand errichtet. Leichter Frost ist dafür nach Auskunft von LTV-Chef Axel Bobbe kein Nachteil. Das Betonieren der Bohrpfähle kommt nur bei starkem Frost zum Erliegen, weil die Betonwerke dann die Produktion einstellen.

Schlossbergwehr

Der Neubau des neuen Verteilerwehres anstelle des heutigen Schlossbergwehres wird ab Oktober ausgeschrieben und soll ab Februar 2014 beginnen. Zwei Jahre Bauzeit sind für das deutlich breitere Bauwerk mindestens geplant. Die Bauzeit ist deshalb so lang, weil die Flutrinne im Hochwasserfall jederzeit Wasser aufnehmen und geflutet werden muss. Von einem Dresdner Ingenieurbüro wird aktuell für alle Baustellen in der Flutrinne jedes denkbare Szenario durchgespielt, denn die Stadt darf trotz des Baus bei Hochwasser keinen Schaden nehmen. "Das macht die Baustelle des neuen Wehres sehr kompliziert", sagt Thomas Zechendorf.

Ab Januar 2014 wird dann die Verbreiterung des Flutgrabens und der Bau der Flutmauer zwischen Parkplatzende und Brücke Straße des Friedens ausgeschrieben. "Alles Weitere befindet sich in der Ausführungsplanung und wird auch mit der Stadt wegen künftiger Straßenbaumaßnahmen abgestimmt. Denn wir wollen die Stadt ja nicht lahm legen", so Zechendorf. Der Abriss und der Neubau der Brücke Straße des Friedens befindet sich bei der Landesdirektion Chemnitz im Ergänzungsverfahren zum Planfeststellungsverfahren.

Die Rückhaltebecken

Ganz entscheidend für den Döbelner Hochwasserschutz sind die Rückhaltebecken in Mulda und Oberbobritzsch. "Die Stadt Döbeln sieht diese Becken als existenziell wichtig für die Menschen dieser Stadt an", bekräftigt Bauamtsleiter Erik Brendler. LTV-Chef Axel Bobbe ärgert sich gerade über halbseidene Argumente einiger Naturschützer gegen diese Becken. "Nicht jeder, der als Kind mal einen Damm im Rinnstein gebaut hat, wird deshalb zum Wasserbauexperten. An der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kunst (HTWK) in Leipzig gab es gerade einen Modellversuch zum Becken Oberbobritzsch. Dieses Becken ist dringend für den Hochwasserschutz in Döbeln und Roßwein", so Bobbe. Alles was Naturschützer dazu von dezentralen Hochwasserschutzmaßnahmen redeten, ginge vielleicht im Raum Torgau aber nicht bei der hiesigen Topografie. Mit ein paar Flussauen und neu zu pflanzenden Wäldern kommt man in diesen Gebirgstälern allein nicht weit. "Ich lade die Gegner dieser Becken ein, sich die vielen Grünbecken in unserem Gebiet mal anzusehen. Allein an der Jahna bis Riesa betreiben wir elf solcher Rückhaltebecken, ebenso im Raum Leipzig. Sie sind kaum als solche wahrnehmbar. Es geht hier nicht um Beton in der Landschaft. Unsere Erfahrung zeigt, dass solche Becken erst von Naturschützern bekämpft werden und wenn sie einmal da sind, wird ganz schnell ein Naturschutzgebiet daraus, gefordert von den einstigen Gegnern. Denn jede Wasserfläche, jedes Grünbecken ist ein Eldorado für den Naturschutz", so Axel Bobbe.

Th. Sparreri Weitere Informationen zum Döbelner Hochwasserschutzprojekt hat die Landestalsperrenverwaltung im Internet unter www.hochwasserschutz-doebeln.de zusammengestellt.

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