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Döbeln Hochwasserschutz: Sachsenobst hilft sich selbst
Region Döbeln Hochwasserschutz: Sachsenobst hilft sich selbst
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20:34 17.02.2012
Am Gelände der Kelterei in Ebersbach hat Sachsenobst auf eigene Kosten Schutzwände hochziehen lassen, um sich gegen kommende Fluten zu wappnen. Quelle: Sachsenobst

Pünktlich vor Beginn der nächsten Schneeschmelze im Gebirge und dem damit verbundenen Anstieg der Pegelstände wurde in der Kelterei Sachsenobst GmbH Dürrweitzschen nach einjähriger Planung und Bauzeit ein modernes Hochwasserschutzsystem seiner Bestimmung übergeben. Die Kelterei liegt unmittelbar am Ufer der Freiberger Mulde.

Die Kelterei hatte bei der Jahrhundertflut vor zehn Jahren in ihrer Produktionsstätte vor den Toren Döbelns einen Hochwasserschaden in mehrfacher Millionenhöhe hinnehmen müssen. In der zurückliegenden Zeit beobachteten Geschäftsführung und Mitarbeiter stets mit bangem Blick die Pegelstände der an der Abfüllerei und den Tank- und Fertigwarenlagern vorbei fließenden Mulde.

Die nach der Flutkatastrophe 2002 und danach wiederholt geäußerte Bitte an die zuständigen Behörden, Schutz-Maßnahmen einzuleiten oder durch Fördermittel zu unterstützen, sei abgelehnt worden, so das Unternehmen.

Mehrfach war der Wasserstand in der Vergangenheit wieder beängstigend angestiegen - durch das aus dem Erzgebirge strömende Regen- und Schmelzwasser. Teilweise stand das Wasser bis knapp über der Bordsteinkante. Spätestens da war der Entschluss der Unternehmens- und Geschäftsführung klar, ein eigenes Schutzsystem zu installieren. Das Ingenieurbüro Boedecker aus Dresden konzipierte ein präventives Schutzsystem - speziell für die besonderen örtlichen topografischen Gegebenheiten der Kelterei. Die Planungs- und Vermessungsarbeiten fanden in den Sommermonaten des vergangenen Jahres statt.

Gemeinsam mit den Spezialisten der Firma RS Stepanek OHG aus Limburg-Offheim und den Bauleuten der Mildensteiner Baugilde aus Leisnig wurden in den Herbstmonaten mehrere Tore und Türen sowie gefährdete Außenbereiche für die Ausrüstung mit mobilen Aluminium-Absperrwänden vorbereitet. Dazu waren neben umfangreichen Betonarbeiten auch die Montage von Stützsäulen, das Einbringen von extrem belastbaren Bodenfundamenten und Gewindehülsen sowie die Erhöhung der Gebäudemauern nötig.

Jetzt wurden erstmals alle von einem Mulde-Hochwasser bedrohten Gefahrenstellen durch das Einsetzen der mit mehreren Gummi-Dichtungslippen versehenen Aluminiumprofile in die vorgesehenen Stützelemente verschlossen und so der hoffentlich nie (wieder) eintretende Hochwasser-Notfall simuliert.

Steffen Rockmann, Geschäftsführer der Kelterei Sachsenobst GmbH, äußerte angesichts der allein von der Obstland Dürrweitzschen AG und seinem Unternehmen finanziell gestemmten Investition die Hoffnung, "dass die Auslastung dieser Investition ausnahmsweise gegen Null" geht.

Auch der Vorstand der Obstland Dürrweitzschen AG, Michael Erlecke, hob hervor, "dass mit diesem modernen Hochwasserschutzsystem eine beträchtliche Investition in eine besser als jemals zuvor vor einer Flutkatastrophe wie anno 2002 gesicherte Zukunft der traditionsreichen Kelterei getätigt wurde, die möglichst nie zum Einsatz kommen sollte."

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