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Döbeln Hochweitzschen: Psychiatrisches Krankenhaus bekommt neuen Chefarzt
Region Döbeln Hochweitzschen: Psychiatrisches Krankenhaus bekommt neuen Chefarzt
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00:31 30.03.2018
Dr. Rudolf Lehle (l.) übergibt nach 23 Jahren als Ärztlicher Direktor seinen Posten an Dr. Francisco Pedrosa Gil (r.). Quelle: Sven Bartsch
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Hochweitzschen

Noch zwei Tage Dienst, dann ist die Zeit von Dr. Rudolf Lehle als Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Allgemeinpsychiatrie am Fachkrankenhaus Bethanien in Hochweitzschen vorbei. Am Dienstag wurde er in einer Medienrunde mit dem Direktorium des Hauses sowie seinem Nachfolger, Dr. Francisco Pedrosa Gil, verabschiedet. „Der 31. März ist der Stichtag. Da das ein Samstag ist und der Karfreitag ein Feiertag, ist am Donnerstag mein letzter Tag hier“, sagte Lehle.

Der erst kürzlich 61 Jahre alt gewordene Mediziner sagte zum Grund seines Ausscheidens: „Ich habe mich dem Gedanken des Generationenwechsels gebeugt. Ich habe sehr jung angefangen und bin heute der dienstälteste Chefarzt in der Psychiatrie in Sachsen.“ Der kaufmännische Geschäftsführer Dirk Herrmann sagte dazu: „“Wir sind mit Herrn Dr. Lehle übereingekommen, dass es ein guter Zeitpunkt für einen Wechsel ist.“

Klinikleitung hofft auf Nachwuchsgewinnung

Weitere Hintergründe wollte er nicht nennen. Man sei froh, mit Pedrosa Gil einen sehr guten Nachfolger gefunden zu haben. Bei der Suche hatte das Krankenhaus Kandidaten durch einen externen Personalvermittler suchen lassen. „Unser neuer Ärztlicher Direktor ist habilitiert, hält Vorlesungen und wir hoffen auf mehr Nachwuchsgewinnung durch seine Kontakte zu den Studenten“, erklärte Herrmann. Pedrosa Gil fügte hinzu, dass er seit 2010 an der Universität Leipzig und zugleich an der Studienakademie in Plauen als Hochschullehrer tätig sei.

Ein zweiter gewichtiger Grund für die Wahl des Nachfolgers war seine Ausbildung als Facharzt für Psychosomatik. „Diese Strecke wollen wir am Standort hier ausbauen. Außerdem hat das Gesamtpaket gestimmt, menschlich passt es sehr gut“, sagte Herrmann.

Nachfolger beginnt am 1. Juli

Der neue Ärztliche Direktor steht derzeit noch bei den Helios Vogtland Kliniken in Plauen in der Pflicht und wird seinen Dienst erst am 1. Juli dieses Jahres aufnehmen. Die drei Monate dazwischen sollen sich die beiden anderen Chefärzte des Hauses, Dr. Ulrike Ernst (Suchtmedizin) und Dr. Henry Knospe (Gerontopsychiatrie), die Aufgaben Lehles teilen.

Der scheidende Chefarzt hatte am 1. März 1995 die Tätigkeit in einem damals als Standort auf der Kippe stehenden Haus übernommen. Seit 1993 stand die Hochweitzschener Klinik auf der Schließungsliste. Mit Hilfe des damaligen Döbelner Landrates Manfred Graetz gelang es Lehle und der Klinikleitung aber am 3. März 2000, den Standort zu sichern.

Klinik wieder mit gutem Ruf

Auch danach setzte sich der Ärztliche Direktor auf allen Ebenen der Landerspolitik für die Sanierung des historischen Baus ein – mit Erfolg. Umso zufriedener zeigte er sich im Rückblick über den heute erreichten Standard der Klinik. „Der Standort ist gesichert und saniert. Seit November 2014 haben wir die selben Bedingungen wie sie in einem guten Haus üblich sind. Ich bin mit der Geschichte insgesamt zufrieden – im Wesentlichen, weil die Klinik Hochweitzschen jetzt wieder einen guten Ruf hat“, sagte Lehle.

Dieser sei auch für seinen Nachfolger ein ausschlaggebender Grund gewesen, das Angebot anzunehmen. „Für mich ist es eine Herausforderung, ein so renommiertes Haus zu leiten. Die Mitarbeiter haben mich schon sehr herzlich aufgenommen. Dass es zwischenmenschlich passt, ist für mich sehr wichtig“, sagte der 52-jährige zweifache Familienvater.

Verein Kultur Begegnung Kirche löst sich auf

Wie es beruflich bei Rudolf Lehle weitergeht, ließ dieser offen. „Ich werde mich neuen Aufgaben zuwenden, manches vielleicht etwas ruhiger angehen. Es herrscht ja in der Psychiatrie ein großer Facharztmangel – ich werde schauen, was da dran ist“, sagte er.

Ein Nebeneffekt seines Ausscheidens ist die Auflösung des Vereins Kultur Begegnung Kirche Hochweitzschen, dem Lehle vorstand und der sich sowohl um die geschichtliche Aufarbeitung des Hauses als auch um die Etablierung kultureller Veranstaltungen wie die Konzerte im Mittelbau verdient gemacht hatte. Der theologische Geschäftsführer Michael Veihelmann kündigte an, dass das Haus auch künftig die kulturelle Arbeit des Vereins fortsetzen wolle.

Von Sebastian Fink

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