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Döbeln Hofgut Pulsitz überwindet Krise
Region Döbeln Hofgut Pulsitz überwindet Krise
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21:20 03.01.2012
Durch die beiden neuen Bullen auf dem Hofgut Pulsitz klappt es auch mit dem Nachwuchs wieder. Eines der jüngsten und "schönsten Kälber" - findet zumindest Sabine Reichardt - die sich dieser Tage im Stall tummeln, hat Gefallen an einer der Hofkatzen. Quelle: Allner

Für ein kleineres landwirtschafliches Unternehmen, das nach ökologisch-dynamischen Grundsätzen arbeitet und sich für das Demetersiegel verbürgt, kann solch eine Situation schwierig werden. "Denn staatliche Fördergelder und Zuschüsse fließen auch immer erst im Herbst", erklärt Sabine Reichardt. Sie habe Rechnungen hin- und hergeschoben. "Ich habe auch auf unkonventionelle Zahlungsvereinbarungen zurückgreifen müssen. Geld hat gefehlt." Eigentlich sei das ganze Jahr "knappe Kasse" gewesen.

Das letzte Jahr war kein einfaches für die Chefin der Betriebsgemeinschaft. Bereits 2010 deckte der damalige Bullen nicht erfolgreich. Übergangsweise habe man auf künstliche Besamung umsatteln müssen. Bei dieser liegt die Erfolgsquote bei 60 Prozent. Die Suche nach einem neuen, passenden Bullen zog sich darüberhinaus ein Dreivierteljahr hin.

"Es wird immer schwieriger gesunde Bullen der alten Rasse Schwarzbuntes Niederungsvieh zu finden. Diese Rasse ist nicht so überzüchtet, aber es gibt nur noch ganz wenige Züchter", so Reichardt. In Norddeutschland wurde die Hofchefin fündig - kaufte gleich zwei Bullen. "Seit Februar 2011 sind die beiden Neuen im Einsatz, es klappt wunderbar. Alle Tiere, die tragend sein können, sind es auch", freut sich Reichardt: "Das ist ein beruhigendes Gefühl, denn es ist sehr traurig, in einen Stall ohne Kälber zu gehen."

Außerdem hatte der Landwirtschaftsbetrieb mit der lang anhaltenden Trockenheit von April bis Juli zu kämpfen. Problematisch dabei, es konnte nur ein Schnitt Futter geerntet werden. Dort herrschte Futterknappheit, auf der anderen Seite war es ein stabiles Jahr für Getreide, dass sei gut und in guter Qualität gewachsen. Die Ernte konnte noch vor dem Regen trocken eingefahren werden, so Sabine Reichardt. Hilfreich sei die Unterstützung von Nachbarlandwirt Schertenleib gewesen. Er habe mit einem Mähdrescher ausgeholfen. Reichardt bewertet das als großes Glück, weil sie, als kleiner Betrieb, unter Umständen nicht so zügig an Leih-Erntemaschinen herankommt.

Die danach einsetzende Nässe im Juli und August machte den Kartoffeln und Zwiebeln zu schaffen. Es habe Verluste in der Qualität gegeben. Problematisch gestaltete sich ebenfalls die Silageproduktion. Das Hofgut ist auf Lohnunternehmen mit entsprechender Erntetechnik angewiesen. Der Einsatz war für Mitte September geplant, am Ende wurde drei Wochen zu spät siliert. Das ergab bei der Maissilage mindere Qualität. Der Herbst sei dann wieder entspannter gewesen. Sabine Reichardt verweist auf das "schöne, richtig gut umgesetzte Krippenspiel". Die Tage zwischen den Jahren wollte die Landwirtin etwas zur Ruhe kommen und die Stallzeiten mit den Tieren genießen.

❏ Das Hofgut Pulsitz wird seit 1992 mit 50 Kühen und deren Nachzucht betrieben. Zwei eigene Bullen sorgen für Kälber.

❏ Zum landwirtschaftlichen Unternehmen gehören momentan sechs Mitarbeiter und ein Betriebsleiter, außerdem 140 Hektar Fläche. Auf 30 Hektar wächst Futter, daneben werden Getreidesorten, wie Dinkel, Weizen, Hafer und Gerste angebaut. Allein 20 Hektar sind Dauergrünland - Wiesen und Weiden.

❏ Daneben wachsen auf den Feldern des Hofgutes Gemüseerbsen, die für Elbtal produziert werden; Kartoffeln, Zwiebeln und Möhren gehen in die Direktvermarktung.

❏ Der Hofladen öffnete 1997 seine Tür und hat seitdem täglich von Montag bis Sonnabend in der Zeit von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Mittlerweile funktioniert der Vertrieb dort in einer Art "Selbstverkauf", was laut Sabine Reichardt gut funktioniere.

❏ Seit 2002 wird ein Teil der gewonnenen Milch in der hofeigenen Käserei verarbeitet. Mit Produkten wie Milch, Joghurt, Käse und Butter werden Bio-Läden in Leipzig, Dresden und Döbeln beliefert.

Natasha G. Allner

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