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Döbeln Hospiz: Einladende Stätte für letzte Lebenszeit
Region Döbeln Hospiz: Einladende Stätte für letzte Lebenszeit
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17:55 06.10.2016
Eine stationäre Hospiz-Einrichtung soll am Leisniger Hasenberg gebaut werden. Quelle: Andreas Doering
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Leisnig

Für rund 24 500 Euro kann Frank Lohse die etwa 10 000 Quadratmeter von der Stadt kaufen. Nach den Worten von Thomas Schröder vom städtischen Bau- und Ordnungsamt handelt es sich um Wiese, Unland, Verkehrs- sowie Restfläche. Alles, was bisher darauf noch steht, muss der Investor auf eigene Kosten abreißen lassen. Das kostet ihn zusätzlich etwa 10 000 Euro.

Dirk Morgenstern, Mitglied der CDU-Fraktion und Geschäftsführer des Baubetriebes Mildensteiner Baugilde, drängte auf ein im Kaufvertrag verankertes Rückkaufsrecht der Stadt für den Fall, das Bauvorhaben kommt nicht zustande. Im Vertrag ließ die Stadt allerdings bereits eine Rückfallklausel einarbeiten. Diese verhindert generell, dass ein Käufer lediglich zum Zwecke der Spekulation Grund und Boden günstig erwirbt, um es später zum eigenen Vorteil gewinnbringend weiter zu veräußern.

Investor und Verein wollen Hospizeinrichtung

Dass Bauherr Frank Lohse mit dem Grundstück mehr vor hat als es zu Spekulationszwecken hin und her zu schieben, bekundete er bereits öffentlich: Auf dem Gelände soll eine Hospiz- beziehungsweise Kurzzeitpflege-Einrichtung entstehen. Lohse, Inhaber der Firma Bedachung Seidel, fungiert als Investor, will später an die in Gründung befindliche gemeinnützige GmbH Lebenszeit verpachten. Bisher ist der Begriff „Lebenszeit“ im Zusammenhang mit dem gleichnamigen, in Leisnig an der Chemnitzer Straße mit einem Beratungsbüro ansässigen Verein bekannt. http://lebenszeit-ev.de/

Der Verein ist seit einiger Zeit in der ambulanten Hospizarbeit aktiv. Mathias Kretzschmer aus dem Vereinsvorstand soll Geschäftsführer der gGmbH Lebenszeit werden und die Leitung der Einrichtung am Hasenberg übernehmen. Zum Hospiz-Projekt sagt er: „Hat ein Mensch eine nicht mehr therapierbare Erkrankung mit absehbarem Lebensende, werden Angehörige vor die Entscheidung gestellt, ihren Partner, Eltern- oder Großelternteil zu Hause zu versorgen oder in ein stationäres Hospiz zu bringen. Nicht jeder traut sich, die Versorgung eines Sterbenden zu Hause zu, kann es aus beruflichen oder familiären Gründen nicht leisten.“ Das Hospiz solle individuelle Wohnung und Rückzugsort sein, aber auch einladende Stätte für die letzte Lebenszeit.

Projekt nach vierjähriger Suche umsetzungsreif

Der Verein sucht etwa seit vier Jahren nach geeigneten Objekten beziehungsweise Investoren, welche die Investition in eine Hospiz-Einrichtung mittragen. Das so genannte Brand-Haus, mittlerweile zu Wohnzwecken saniert, sowie das frühere Henwi-Kaufhaus standen noch unter Regie ihrer vormaligen Eigentümer dafür auf der Wunschliste des Vereins. Sogar das alte Pflegeheim in Fischendorf hatte dafür schon zur Debatte gestanden – ganz zu Beginn, als der Gedanke an ein Hospiz in Leisnig zu reifen begann. Mit Lohse und dem Projekt am Hasenberg nimmt der Verein Lebenszeit also die nächste Hürde.

Beim Begegnungsbrunch den Bauherren persönlich sprechen

Das Vorhaben geht in eine ernst zu nehmende nächste Phase. Zwölf Betten soll die Einrichtung bekommen, die als Flachbau konzipiert ist. Zu einem Begegnungsbrunch, zu dem der Verein Lebenszeit am 22. Oktober in den Beratungsraum in der Chemnitzer Straße 18 einlädt, sind Details zu erfahren. 10 bis 13 Uhr können sich die Gäste über den Verein, die Palliativ- und Hospizarbeit und über den Bau des Hospizes am Hasenberg informieren. Investor Frank Lohse wird ebenfalls anwesend sein. An diesem Tag können Kinder basteln oder sich schminken lassen. In lockerer Atmosphäre versucht die Hebamme Diana Fischer, Vereinsmitglied bei Lebenszeit, mit den Besuchern ein Hospiz aus Stoff zu „errichten“.

Von Steffi Robak

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