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Döbeln Hunde dürfen in Delmschütz bleiben
Region Döbeln Hunde dürfen in Delmschütz bleiben
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20:00 07.06.2018
Das Wohnhaus von Christiaan Danhoff in Delmschütz ist verdeckt eingezäunt, damit seine Hunde nicht durch optische Reize zum Bellen verführt werden. Laut Anwohnern tun sie das aber dennoch. Quelle: Sven Bartsch (Archiv)
Delmschütz/Ostrau

Das von Anwohnern als neuer Hundegnadenhof bezeichnete Areal in Delmschütz, auf dem Christiaan Danhoff mit zehn Hunden lebt, darf in seiner jetzigen Form bestehen bleiben. Das teilt das Landratsamt Mittelsachsen nach der Prüfung einer Anzeige der Gemeinde Ostrau mit.

„Im Ergebnis einer Ende Mai durchgeführten Kontrolle durch die Bauaufsicht des Landkreises ergaben sich keine Hinweise auf eine Nutzungsänderung. Eine Baugenehmigung ist nicht zu beantragen“, schrieb Landkreissprecherin Cornelia Kluge auf DAZ-Anfrage.

Gemeinde vermutet illegalen Gnadenhof

Im Frühjahr hatte die Ostrauer Verwaltung Bautätigkeiten auf dem Gelände angezeigt, die aus Sicht der Kommune den Schluss nahe legten, dass hier ohne Genehmigung ein Hundegnadenhof entsteht, ähnlich wie er zuvor in Jahna vom selben Nutzer illegal betrieben worden war.

Anwohner wie Gemeinderatsmitglied Andreas Paas beklagten die Lärmbelästigung durch bellende Hunde, vor allem nachts; der Betreiber selbst verwies darauf, zehn Tiere privat halten zu dürfen und keine fremden Tiere anzunehmen.

Bürgermeister auf Streife

„Wir nehmen das zur Kenntnis. Noch haben wir keine offizielle Mitteilung vom Landratsamt bekommen. Wir müssen schauen, wie wir damit umgehen. Für uns steht die Anzeige nach wie vor im Raum“, sagte Ostraus Bürgermeister Dirk Schilling der DAZ.

Der Ordnungsdienst der Gemeinde und auch er selbst seien regelmäßig auf Streife durch Delmschütz unterwegs, um etwaige Lärmbelästigungen wahrzunehmen. „Bei meinen letzten Fahrten war es dort ruhig. Das liegt aber auch daran, dass die Tiere im Haus gehalten werden und das ist meiner Ansicht nach auch keine artgerechte Tierhaltung und würde bedeuten, dass dort eine Tierhaltungsanlage entstanden ist. Dafür muss eine Nutzungsänderung beantragt werden, die Gutachten zum Lärm nach sich zieht“, meint Schilling.

Meldepflicht vernachlässigt

Die Gemeindeverwaltung wolle dennoch nicht aufgeben, um in Delmschütz dauerhaft für Ruhe zu sorgen. Schilling verwies darauf, dass Christiaan Danhoff als Halter der Hunde seiner Meldepflicht bislang nicht nachgekommen sei. Dementsprechend sei auch noch keine Hundesteuer an die Kommune abgeführt worden.

„Die Erlaubnis für zehn Hunde galt für Jahna. Für Delmschütz sind noch keine Hunde bei uns gemeldet. Aufgrund der Meldung des Amtstierarztes haben wir dennoch einen Steuerbescheid verschickt. Das ist mit rund 1200 Euro eine recht hohe Summe, die bislang noch nicht gezahlt wurde. Das stellt eine grobe Ordnungswidrigkeit dar“, erklärte Schilling.

Steuern werden fällig

Die Gemeinde wolle nun die Steuerpflicht auf die Grundstückseigentümer übertragen. Wird die Schuld nicht beglichen, könne ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eröffnet werden, das Strafen bis zu 20 000 Euro vorsehe, so Schilling. Überdies könne die Kommune aber ohne Eingreifen des Landratsamtes nichts unternehmen, räumte der Bürgermeister ein.

Von Sebastian Fink

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