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Hunderte Döbelner begehen Flutjahrestag mit Gunther Emmerlich

Hunderte Döbelner begehen Flutjahrestag mit Gunther Emmerlich

Drei Worte waren zum Jahrestag der Flut vor zehn Jahren immer wieder zu hören. Solidarität, Stolz und Demut tauchten in den meisten Redebeiträgen, Kommentaren und in der Predigt zum Ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Kirche St.

Döbeln.

 

 

 

 

Die Bilder vom August 2002 waren allgegenwärtig. In Filmen, an den Bauzäunen im Stadtgebiet und in der Foto-Ausstellung, die sich hunderte Gäste im Döbelner Rathaus anschauten. "Man bekommt immer noch eine Gänsehaut", kommentierte Berta Däblisch die Momentaufnahmen eines Ereignisses, das nachwirkte. Und Emotionen wach rief. Bei Andreas Voigt etwa. Der geschäftsführende Gesellschafter der Albert Polenz GmbH & Co. KG, der von einem "Schockzustand" erzählte, als er die verheerenden Augusttage nachzeichnete, in denen er und seine Mitarbeiter über Nacht alles verloren. "Wir wollten retten, was zu retten ist. Jede Mühe war umsonst. Alles war über Nacht Schrott geworden", berichtete der Döbelner Unternehmer.

Er war es auch, der vom damaligen Wirtschaftsminister Sachsens und Döbelner Schirmherr für den Wiederaufbau, Martin Gillo, am 13. September den ersten Bescheid über Fluthilfen für betroffene Unternehmer in Sachsen erhielt. Ein Freitag. "Seitdem ist der Freitag, der 13. ein Glückstag für mich", so Voigt. Und Gillo? Fühlt sich der Stadt zehn Jahre später noch genauso verbunden. Spricht von "unserer Stadt", wenn er über das Döbeln von heute schwärmt. Und ist immer noch begeistert, wenn er sich erinnert, dass es 2002 "bei uns in Döbeln" bereits wieder einen Weihnachtsmarkt gab. "Döbeln hat sich bewiesen", liefert der heutige Ausländerbeauftragte in Dresden Anerkennung an die Mulde.

Die Solidarität, die der Altkreis Döbeln 2002 aus der ganzen Republik erfuhr, lebte am Sonnabend noch einmal auf. In Form von Helfern, die damals mit anpackten. Die Fürther THWler etwa, die der Döbelner Ortsverband am Wochenende zu Gast hatte. Oder die Feuerwehrmänner aus der tschechischen Partnerstadt Vyškov. "Statt einer Delegation von Abgeordneten, die zum Tag der Sachsen nach Döbeln eingeladen waren, sind wir mit drei Einsatzfahrzeugen gekommen und haben den Männern um Wehrleiter Thomas Harnisch geholfen", erzählten František Vojtek und Vojtêch Surák. Der Einsatz in der Region habe die Partnerwehren noch enger zusammengeschweißt. Nicht nur die Döbelner, auch die Helfer sind stolz auf die neue Stadt. Serena und Hans Hogelt aus Baden-Württemberg jedenfalls sehen das so: "Wir waren damals drei Tage hier und haben Dreck geräumt. Jetzt wollten wir sehen, was aus der Stadt geworden ist - und sind tief beeindruckt."

Solidarität und Stolz. Gründe, die dafür sprechen, ein Jahrzehnt später zu feiern. "Wir feiern nicht, weil es so schlimm war sondern weil es gut mit uns geworden ist", predigte Pfarrer Stephan Siegmund zum Ökumenischen Gottesdienst und ermutigte, die Katastrophe nicht nur wegen der gelebten Solidarität zu vergessen. "Auch die Demut ist wichtig. Denn: Wir haben nichts in der Hand." Das Konzert von Gunther Emmerlich und der Semper House Band war dann ein tolles Dankeschön an die Döbelner und die Fluthelfer. Der Entertainer war selbst ganz angetan: "Das Miteinander stand damals im Mittelpunkt. So soll es auch heute Abend sein. Das ist alles was zählt."

 

 

 

-Kommentar

Thomas Lieb

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