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IHK: Mindestlohn ist für Region Döbeln Jobkiller

IHK: Mindestlohn ist für Region Döbeln Jobkiller

Die Stimmung in der mittelsächsischen Wirtschaft ist gut. Das geht aus dem Geschäftsklima-Index hervor, den gestern die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südwestsachsen in Chemnitz präsentierte.

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Mittelsachsen. Noch ist er Gegenstand zäher Verhandlungen von CDU und SPD in Berlin - die IHK sieht einen flächendeckenden Mindestlohn schon jetzt als Bedrohung für 15 000 Arbeitsplätze in ihrem Kammerbezirk an. Der erstreckt sich auf einer Fläche zwischen Zschaitz-Ottewig bis Plauen und zwischen Leisnig und Oberwiesenthal. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Kamenz sind in diesem Gebiet rund 522 000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. "Es betrifft vor allem die Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen", sagt Kammerpräsident Franz Voigt. "Wir sehen das Thema Mindestlohn sehr kritisch und sehen ihn als gefährdend an", so Voigt weiter. Die Kammer sträubt sich aber nicht grundsätzlich gegen gesetzlich verankerte Mindestlöhne. "Es kann nämlich auch nicht sein, dass Unternehmen ordentliche Gewinne machen und ihre Leute mit sieben Euro Stundenlohn heimschicken", sagt Kammerpräsident Voigt. Darum befürwortet die IHK keinen einheitlichen Mindestlohn, sondern macht diesen von der Branche und der Region abhängig.

Weitere dunkle Wolken am eigentlich heiteren Geschäftsklima-Horizont sieht die IHK in Form der Umlage heraufziehen, mit welcher Stromkunden den Ausbau der sogenannten erneuerbaren Energien bezahlen. Das regelt das Energieeinspeisegesetz (EEG). Viele Unternehmen im Kammerbezirk sind davon massiv betroffen. "Wir haben 6000 Unternehmen im Kammerbezirk, nur 52 können von einer Befreiung oder einer vergünstigten EEG-Umlage profitieren", sagt Dietmar Richter, IHK-Geschäftsführer für Industrie und Außenwirtschaft. Das gehe zu Lasten der Investitionen und Neueinstellungen. "Es entstehen seltsame Blüten", sagt Richter. Etwa, wenn Unternehmen bewusst mehr Leiharbeiter einsetzen, um bestimmte Kriterien für eine Befreiung von der Ökostrom-Taxe zu erfüllen. Im Geschäftsklimaindex beurteilen über 60 Prozent der 655 befragten Unternehmen die Preise für Energie und Kraftstoff als Geschäftsrisiken. An dritter Stelle (45 Prozent) rangieren die Arbeitskosten als Risiko fürs Geschäft. Trotzdem ist die Stimmung im Großen und Ganzen gut bis sehr gut in der Wirtschaft. "Eine solche Steigerung haben wir seit zwei Jahren nicht mehr registriert", sagt IHK-Präsident Voigt. 88 Prozent der befragten Unternehmen sind zufrieden. "Das Geschäftsklima hat sich in allen Branchen spürbar verbessert", so Voigt. Vor allem die Bauindustrie erwarte jetzt viele Aufträge. Selbst Unternehmen, die vom Junihochwasser betroffen waren, schätzen die Geschäftslage der IHK zufolge nicht signifikant anders ein, als die übrigen Betriebe. Regionale Unterschiede im Kammerbezirk gibt es laut Ilona Roth, IHK-Fachfrau für Handel und Dienstleistung, ohnehin nicht. Damit gilt der Geschäftsklimaindex auch für die mittelsächsischen und Döbelner Teile des Kammerbezirkes.

 

 

 

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Jeweils zweimal pro Jahr erhebt die Industrie- und Handelskammer (IHK) den Geschäftsklima-Index für den Kammerbezirk. Für die aktuelle Studie hat sie 655 Unternehmen zur Geschäftslage befragt, der Index gilt als Stimmungsbild der Wirtschaft.

41 Prozent der Befragten beurteilen die Lage als gut, 47 als befriedigend und zwölf Prozent der befragten Betriebe sehen sie als schlecht an.

Im Baugewerbe herrscht die beste Geschäftsstimmung, 57 Prozent beurteilen die Lage als gut. Im Güterverkehr halten sich Opti- und Pessimisten die Waage: 19 Prozent beurteilen die Lage mit Gut, 19 Prozent mit Schlecht.

Dirk WurzelKommentar

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