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"Ich habe einen großen Sprung in meiner Laufleistung gemacht"

"Ich habe einen großen Sprung in meiner Laufleistung gemacht"

Nur noch wenige Stunden vergehen, dann geht es für Martin Schulz um alles. Der amtierende Europameister im Paratriathlon ist derzeit als Titelverteidiger in Genf.

Dort will sich der 25-jährige Döbelner, der in der PT4 (Armbehinderung) antritt, heute Nachmittag den vierten Europameister-Titel in Folge holen. Dafür muss er 750 Meter schwimmen, 19,8 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer laufen. Mit der DAZ sprach der Sportler über optimale Vorbereitung und viel zu wenig Zeit.

 

Frage: Fühlen Sie sich optimal vorbereitet? Gibt es gesundheitliche Probleme, die Sie einschränken könnten?

 

Martin Schulz: Ich bin super vorbereitet, auch wenn die Europameisterschaft wieder einmal nur ein Meilenstein auf dem Weg zur Weltmeisterschaft Mitte September in Chicago ist. Ich bin in diesem Jahr mal von größeren Verletzungen verschont geblieben und somit konnte ich mich vor allem läuferisch im Vergleich zum Vorjahr sehr gut entwickeln.

 

Wie verlief das Training in den letzten Wochen und Monaten?

 

Es lief gut. Ich hatte mental immer mal schwierige Phasen und musste mich da teilweise sehr in Geduld üben, wenn es mal nicht so lief. Ich habe meine Leistung auf dem Rad steigern können und vor allem habe ich ein großen Sprung in meiner Laufleistung gemacht und bin da deutlich stabiler geworden.

 

Stellen Sie Ihr Training kurz vor so einem Wettkampf um?

 

Das Training sieht in den verschiedenen Trainingsphasen immer unterschiedlich aus. Vor den Wettkämpfen werden die Umfänge in der Regel deutlich reduziert, um ausgeruht am Start zu stehen. In den Wochen davor steht ein Training mit hohen Intensitäten auf dem Plan, um sich die Geschwindigkeit für den Wettkampf zu holen. In der knappen Stunde Wettkampf muss man schließlich in der Lage sein, sich so hoch zu belasten und alles aus sich rausholen zu können, so dass im Ziel nichts mehr geht.

 

Reisen Sie allein nach Genf?

 

Ich reise erst einmal allein nach Genf. Vor Ort sind dann aber auch die anderen Nationalmannschaftskollegen.

 

Sie haben doch sicherlich schon den nächsten Wettkampf auf dem Plan, richtig?

 

Nach der Europameisterschaft geht es direkt nach Iseo in Italien, wo ein World Paratriathlon Event (WPE) stattfindet. Wir verbringen dann die Woche gemeinsam in einer Ferienwohnungen am Iseo See und bereiten uns dort auf den Wettkampf vor. Kaum zu Hause angekommen, muss ich dann auch schon wieder die Taschen für Rio packen. Dort findet am 1. August ein weiterer WPE statt. Das Rennen in Rio findet auf der Strecke statt, wo nächstes Jahr die Olympiade und Paralympics sind. Also ein Testwettkampf, bei dem man schauen kann, wie die Bedingungen und Strecken sind.

 

Klingt ziemlich stressig! Ist der organisatorische Aufwand drumherum nicht manchmal aufwendiger als die sportliche Anstrengung an sich?

 

Der Großteil des Teams fährt mit dem Bundestrainer gemeinsam im Bus. Ich habe im Vorfeld schon mein Gepäck und die Räder für die nächsten zwei Wochen überreicht und fliege nur mit Handgepäck nach Genf. Dieses Mal dürfen wir die Tage im "Grand Hotel Kempinski" in Genf verbringen und direkt vor unserer Haustür befindet sich der Start- und Zielbereich am Genfer See. Nach Italien fahren wir dann mit dem Bus weiter. Dort verpflegen wir uns selber. Neben dem Training versuchen wir zwischendurch etwas von der tollen Umgebung aufzusaugen. Viel Zeit bleibt dafür aber nicht.

 

Interview: Stephanie Jankowski

Stephanie Jankowski

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