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Döbeln "Ich sehe kein Motiv"
Region Döbeln "Ich sehe kein Motiv"
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20:43 22.03.2012
Döbeln

Der Waldheimer Verteidiger rechnet bis heute oder Montag damit, dass ihm die Akten zugehen. Unabhängig davon seien bei einem Gespräch mit dem zuständigen Staatsanwalt keine neuen Fakten hinzugekommen, sagte Brand gestern gegenüber der DAZ. Die Staatsanwaltschaft Chemnitz konnte gestern keine Angaben zum aktuellen Ermittlungsstand machen.

Die Beweislage gegen seinen Mandanten, einen 32 Jahre alten Iraker, schätzt Brand weiterhin als äußerst dünn ein. "Es gibt einen Toten, und es gibt eine DNA-Spur auf einer Mütze. Stellen Sie sich mal vor, Sie verlieren irgendwo Ihren Schal, und der wird dann für irgend etwas missbraucht." Brand bringt es ein wenig auf die Palme, dass angesichts dieser Lage ein Haftbefehl erlassen wurde. "Wir haben in Deutschland zunächst einmal die Unschuldsvermutung."

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten bislang von einer Beziehungstat gesprochen. Möglicher Hintergrund: Ein Freund des Verhafteten soll ein Verhältnis mit der Frau von Jamal Al Mortada gehabt haben. Das sei aber nur eine Vermutung der Staatsanwaltschaft, meinte Brand. Der Verhaftete selbst soll mit Jamal Al Mortada ebenfalls bekannt gewesen sein und bei diesem gearbeitet haben. Zudem hätten die beiden einige Zeit vor der Tat zusammen Geburtstag gefeiert. Doch diese Tatbegründung über zwei Ecken ist für den Waldheimer Anwalt kein zugkräftiges Argument. "Ich sehe kein Motiv", sagte Enrico Brand.

Wie berichtet, will der Verteidiger einen Antrag auf Aufhebung des Haftbefehls einreichen - oder zumindest auf Außervollzugsetzung. Letzteres würde bedeuten, dass der 32-Jährige frei kommt, aber seinen Reisepass abgeben und sich jeden Tag bei der Polizei melden muss.

Der tatverdächtige Iraker war am 13. März festgenommen worden (die DAZ berichtete). Er sitzt in Zwickau in Untersuchungshaft. Am 1. November 2011 war Jamal Al Mortada in seiner Pizzeria in der Döbelner Rudolf-Breitscheid-Straße erschossen worden. Die Tat glich einer Hinrichtung: Der 41-jährige Libanese wurde mit mehreren Schüssen aus nächster Nähe getötet. Die Polizei bildete eine 50-köpfige Sonderkommission - die Soko Aladin. Diese war allerdings zuletzt bis auf ein gutes Dutzend Beamte geschrumpft worden. Björn Meine

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