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"Ich steck den Kopf nicht in den Sand“ – Thomas Böttcher bleibt eine Marke

Ulknudel und Wahl-Döbelner "Ich steck den Kopf nicht in den Sand“ – Thomas Böttcher bleibt eine Marke

Die Trennung vom Sender RSA erwischte ihn Ende kalt. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, läuft Radio-Moderator und Ulknudel Thomas Böttcher nun aber gemeinsam mit seiner Frau Nancy zu Höchstform auf und plant von Döbeln aus sein neues Leben.

Der Böttcher geht nicht unter: Radio-Ulknudel und Wahl-Döbelner Thomas Böttcher hat viele neue Pläne nach seinem Abgang beim Radiosender RSA.
 

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln . „Das ist jetzt nicht Euer ernst.“ Mit einer Kaffeetasse in der einen Hand und einem Glas Instant-Kaffee in der anderen wandelt Radiomoderator Thomas Böttcher durch ein Büro und schimpft über den scheußlichen Kaffee. Das kleine Video, das gerade in den sozialen Netzwerken tausendfach angeklickt wird, ist brandaktuell. Es zeigt: Auch nach seinem ungewollten Abgang beim sächsischen Radiosender R.SA mit Böttcher & Fischer, ist Thomas Böttcher noch lange kein ernster Mensch geworden. Auf der Terrasse seines Einfamilienhauses am Stadtrand von Döbeln plant er an einem Leben nach RSA. „Nach einem ersten Durchatmen, geht der Blick wieder nach vorne. Die Zeit bei RSA ist definitiv vorbei. Ich bin schon enttäuscht. Der harte Schnitt nach 14 Jahren auf Sendung hat aber auch den Blick geweitet“, sagt er knapp eine Woche, nachdem RSA den Vertrag mit dem Freiberufler Thomas Böttcher gekündigt hat.

Die Ulknudel Böttcher hatte im Dezember 2016 mit Leere und Antriebslosigkeit zu tun und musste sich zu Jahresbeginn wegen Burn-Out eine Auszeit nehmen. Seit März war er wieder am Start und hatte „Bock auf Neues“. Nun erwischte ihn die Trennung des Senders von ihm zunächst kalt. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, läuft Böttcher aber gemeinsam mit seiner Frau Nancy zu Höchstform auf und plant mit Eifer sein neues Leben. Bis spät in die Nacht hat er in den letzten Tagen Post von Fans auf allen möglichen Kanälen beantwortet. „Viele haben sich bedankt für die lange Zeit im Radio. Viele haben mir ganz persönlich Mut gemacht. Dafür ziehe ich vor ihnen allen ehrfurchtsvoll den Hut,“ sagt er und berichtet von mittlerweile sogar zwei Thomas-Böttcher-Fanclubs auf Facebook..

Sein neues Leben beginnt jetzt nicht mehr mit dem Aufstehen um halb vier. „Wer jetzt aber denkt, ich liege faul im Garten in der Sonne, der irrt sich“, sagt der 51-Jährige. Mit dem Bekanntwerden seines Rauswurfs beim Sender, öffneten sich neue Türen. Seitdem klingt pausenlos das Telefon und kommen neue Angebote. „Wir haben unseren geplanten Urlaub abgesagt und sondieren gerade die Angebote, die aus allen Richtungen kommen“, sagt Ehefrau Nancy Böttcher. Die selbstständige Bilanzbuchhalterin ist auch die Managerin und Buchhalterin ihres Mannes. Auch das neue Leben des Thomas Böttcher wird mit Medien zu tun haben. „Der Böttcher ist und bleibt eine Marke. Wir planen jetzt in Projekten und haben in unserem guten Freund Michael Berndt jetzt einen Projektleiter gefunden.“ Zusammen mit der Leipziger Agentur Kreativ & Söhne wurde in den letzten Tagen ein Team gebildet, mit dem sich Thomas Böttcher neu aufstellen und wieder durchstarten wird. Agenturchef Alexander Tittmann gehört zu Thomas Böttchers großem Döbelner Freundeskreis, denn in Döbeln hat die Kreativagentur ihre Wurzeln. In den Büros der Agentur in der Leipziger Kreuzstraße entstand vorgestern auch das spontane Video des schimpfenden Böttcher. Denn der Kaffeeautomat der Agentur war kaputt. Böttchers Schimpftirade über schlechten Instantkaffee wird im Internet als Lebenszeichen von den Fans tausendfach geteilt. „Ich werde weiter zu sehen, zu hören und zu lesen sein. Das bin ich meinen Fans einfach schuldig. Ich setze mich nicht ins stille Kämmerlein, um rumzuditschen“, verspricht Thomas Böttcher.

In die Hände geklatscht hat man nach Böttchers Vertragskündigung beim Radio im Radeberger Biertheater. Hier steht der Wahl-Döbelner im gerade drei mal hintereinander ausverkauften Zwei-Mann-Stück „Laubenpieper“ mit Peter Flache auf der Bühne und ist in der Weihnachtszeit im „Schwipsbogen“ zu erleben. Im nächsten Jahr wird er wahrscheinlich noch öfter auf dem Spielplan stehen.

Nicht zuletzt will sich Thomas Böttcher künftig auch stärker in seiner Heimatstadt Döbeln engagieren. Vor 13 Jahren zog das Paar ganz bewusst in die 25 000-Einwohnerstadt. „Die zentrale Lage Mitten in Sachsen, die gute Infrastruktur, die schöne Innenstadt mit ihren Geschäften, kreativen Leuten und tollen Unternehmern – all das könnte noch viel besser vermarktet werden“, sagt der mittlerweile überzeugte Döbelner. Gern möchte er sich künftig mit seinem Netzwerk auch hier einbringen. Zudem will er auch künftig im Döbelner Liveclub KL 17 in der Ritterstraße auflegen und den „geilen Veranstaltungsort“ im Stadtzentrum mit voranbringen helfen.

Klar ist aber schon jetzt, wenige Tage nach seinem Abgang bei RSA, dass der Medienmann Thomas Böttcher auch in Zukunft ein gutes Zeitmanagement braucht. Seit Dienstag hängt im heimischen Büro ein riesiger Plan. Am Sonntag ist er als Moderator beim Radrennen Leipziger Neuseen-Classics zu erleben. Am 16. Juni sind er und seine Frau wie seit Jahren am Martin-Luther-Gymnasium Hartha beim Schutzengellauf für Mukoviszidose-Erkrankte im Einsatz „Es wird viele große und kleine Projekte geben. Die Arbeit wird eher mehr als weniger“, befürchtet er. „Aber ich freue mich drauf.“

Von Thomas Sparrer

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