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Im Alter allein besser klarkommen

Im Alter allein besser klarkommen

Wie kann die Selbstständigkeit älterer Menschen in ihren eigenen vier Wänden länger erhalten werden? Dieser Frage stellt sich die Wohnungsgenossenschaft Fortschritt (WGF).

Döbeln. "AlterLeben" heißt ein Projekt, das der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften entworfen hat und das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Ziel ist es, Pilotlösungen zu entwickeln, die es Älteren ermöglichen, allein im Haushalt klarzukommen. Diesem Projekt schließt sich nun die WGF an.

Ins Visier genommen hat sie eine Wohnung im ersten Stock der Berthold-Brecht-Straße 1. "Sie erhält zunächst einen modernen Grundriss", beschrieb gestern Stefan Viehrig, geschäftsführender Vorstand der WGF. "Wir wollen sie barrierearm gestalten. Es wird keine Schwellen geben, so dass sich die Bewohner mit dem Rollator ungehindert in ihr bewegen können."

Hinzu komme ein Überwachungs- und Kommunikationssystem. Dazu muss die gesamte Wohnung verkabelt werden. Sicherheitsrelevante Sensoren werden dafür sorgen, dass im Notfall Strom und Wasser abgestellt werden. Viehrig erläuterte: "Wenn eine ältere Frau zum Beispiel den Wasserhahn aufdreht und dann in die Küche geht, wird er automatisch geschlossen. Oder wenn sie die Wohnung verlässt, wird diese bis auf so wichtige Geräte wie den Kühlschrank stromlos geschaltet. Dann kann kein Bügeleisen mehr anbrennen."

Parallel beinhaltet das System moderne Komponenten, mit denen die Bewohner ihren Kontakt zu wichtigen Einrichtungen und Personen aufrechterhalten. Dazu zählen Ärzte, Betreuer, aber auch die Wohnungsgenossenschaft. Der kaufmännische Vorstand, Bernd Wetzig, dazu: "In einigen Genossenschaften Sachsens werden schon verschiedene Varianten getestet. Es existieren fest installierte Systeme, die über Funk oder Kabel funktionieren. Und es gibt mobile Arten, die sich über das i-Phone bedienen lassen." Die WGF überlegt noch, für was sie sich entscheidet. Denkbar ist ein Tablet-Computer. Wetzig: "Es wird auf alle Fälle Technik installiert, in die eine Generation hineinwachsen muss. Aber viele Senioren befassen sich schon mit Computern."

Als das Projekt "AlterLeben" auf die Beine gestellt wurde, war es für die WGF unerschwinglich. Doch der Preis bröckelte. Nun kann sich die WGF auf das Vorhaben einlassen. "Wir sind nur eine von vielen Genossenschaften, die versuchen, ein Optimum bei der Kosten-Nutzen-Rechnung zu finden", so Wetzig. "Wenn wir dann eine massentaugliche Variante vorliegen haben, würden die Kosten für die Technik erheblich sinken. Und wir könnten viel mehr Wohnungen mit ihr ausstatten." Für die WGF durchaus wichtig, denn der Altersdurchschnitt ihrer Bewohner ist hoch; der demografische Wandel lässt erwarten, dass er weiter steigt.

Bis zu neun Monate soll die Wohnung als Schauobjekt dienen. Danach wird jemand einziehen. Gespräche mit Interessenten laufen bereits. Frank Pfeifer

 

-Standpunkt, Seite 11

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