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Döbeln Im April raucht es in Zschaitz
Region Döbeln Im April raucht es in Zschaitz
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00:45 15.04.2018
Wer nicht nur sein Grundstück, sondern auch das Dorf mit einnebelt, verstößt auch an erlaubten Verbrennungstagen gegen das Gesetz. Quelle: LVZ
Zschaitz

Die Verbrennung von Gartenabfällen ist ein Dauerbrenner im Zschaitzer Gemeinderat und das Wortspiel in diesem Falle durchaus passend: Jedes Jahr diskutieren sich die Ratsmitglieder in Rage, wenn es um das leidige Thema geht. Weil sich einige Anwohner der Ortsteile nicht an das Verbot der Verbrennung halten, hoffen sie, mit der Verbrennungserlaubnis an zwei Tagen, das Problem zumindest zeitlich einzugrenzen.

„Die Leute sollen sich bewusst sein, dass das nur eine Ausnahmeregelung unserer Gemeinde und eigentlich komplett verboten ist. Es gibt Kommunen, wo man das gar nicht darf“, sagt Bürgermeister Immo Barkawitz (Freie Wähler). „Wir appellieren an die Vernunft, dass keiner einen nassen Haufen Laub oder frisches Holz verbrennt und das ganze Dorf einnebelt.“

Ausweichtermin 21. April

In der jüngsten Gemeinderatssitzung kam das Thema wieder aufs Tableau – und wieder einigten sich die Räte letztlich auf die Festlegung legaler Verbrennungstage: In der Woche nach Ostern, am Freitag und Sonnabend, 6. und 7. April, soll die Verbrennung erlaubt sein. Ausweichtermin, falls es an diesen Tagen regnen sollte, ist Sonnabend, der 21. April.

Der Bürgermeister sieht den Terminen dennoch mit Bauchschmerzen entgegen, würde auf das Verbrennen am liebsten ganz verzichten. „Am besten ist, die Abfälle zu schreddern oder gleich nach Hohenlauft zu fahren“, sagt er. Dort, nahe Niederstriegis, steht der für Zschaitzer nächstgelegene Wertstoffhof der Entsorgungsdienste Kreis Mittelsachsen GmbH (EKM).

Bei Belästigung Polizei rufen

Doch der Weg ist vielen Gärtnern zu weit, der Aufwand zu hoch. Das Problem sei vor allem das Verbrennen von nassem Holz oder gar Laub, meint Barkawitz. Dies sei auch an einem genehmigten Verbrennungstag nicht zulässig. Die Durchsetzung des Verbots gestaltet sich zugleich schwierig. „Normalerweise müsste das Ordnungsamt oder die Polizei zu so einem Fall hin, aber wer zeigt schon seinen Nachbarn an?“, sagt Barkawitz.

Die Gemeinde selbst hätte nur die Möglichkeit, das Ordnungsamt auf Kontrollfahrten zu schicken oder die eigene Feuerwehr einzusetzen, für deren Einsätze der Verursacher dann eine empfindliche Entschädigung zahlen müsste. Doch das will Barkawitz den ehrenamtlichen Einsatzkräften nicht zumuten. „Die armen Kerle müssten dann ständig ausrücken. Wer sich durch den Rauch gestört fühlt, ruft bei der Gemeinde an oder direkt die Polizei“, rät er.

Kein lackiertes Holz verbrennen

An den erlaubten Tagen gelten folgende Regeln für das Verbrennen: Es dürfen nur die auf dem eigenen Grundstück angefallenen pflanzlichen Abfälle verbrannt werden, sofern diese nicht im Rahmen der gärtnerischen Bewirtschaftung entsorgt werden können wie Gehölze mit Pilzbefall. Es dürfen nur trockene, naturbelassene Hölzer verbrannt werden, um die Rauchentwicklung gering zu halten, frischer Rasen- und frischer Baum- und Strauchschnitt grundsätzlich nicht.

Ebenfalls nicht erlaubt: Holzabfälle aus lackiertem, gestrichenem oder mit Holzschutzmitteln behandeltem Holz, mit Teer oder Dachpappe verunreinigtes Abbruchholz, Sperrholz, Spanplatten, Faserplatten, Möbel, da giftige Verbrennungsgase entstehen .

Zum Anbrennen können geringe Mengen Papier oder Pappe verwendet werden. Nicht zugelassen sind brandbeschleunigende Stoffe wie Benzin. Nach dem Verbrennen sind die Verbrennungsreste über die eigene graue Tonne (Restmüll) zu entsorgen.

Von Sebastian Fink

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