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Im Bürgergarten hat es sich ausgemäht: Schafhaltung kommt Döbeln zu teuer

Im Bürgergarten hat es sich ausgemäht: Schafhaltung kommt Döbeln zu teuer

Es blökt nicht mehr im Bürgergarten. Schon seit drei Jahren nicht mehr. Da ging fast die Herde Kamerunschafe ein. Alle Tiere bis auf eins starben an einer Lungenkrankheit.

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Eine Herde Kamerunschafe hatte Döbeln auch mal. Bis eine Seuche die Tiere dahinraffte. Eine neuerliche Tierhaltung wäre aber zu teuer und aufwendig.

Quelle: Archiv

Und weil Schafe nun mal Herdentiere sind, entschloss sich die Stadt das letzte verbliebene Tier abzugeben.

 

Kay Hanisch, Stadtrat der Partei Die Linke, wollte es jetzt genau wissen und stellte eine entsprechende Anfrage an die Stadtverwaltung, fragte zum Beispiel danach, ob Döbeln wieder Tiere im Bürgergarten halten will. Das sei nicht vorgesehen, bekam Kay Hanisch zur Antwort. "Fazit: Der Aufwand ist zu hoch", fasst der Stadtrat die Antwort zusammen.

 

Zufrieden geben will er sich damit nicht. "Ich finde dieses leere Gehege erbärmlich. Wir werden als Linke dazu einen Antrag stellen, wieder Tiere im Bürgergarten zu halten", sagt Kay Hanisch. Zunächst gelte es aber erstmal, herauszufinden, welche Vierbeiner die Spaziergänger im Bürgergarten mit ihrem Anblick erfreuen sollen. Darum wolle man sich zur Zeit auch noch nicht festlegen. Kosten und Nutzen müssen genau abgewogen sein. "Vielleicht ist auch eine Kooperation mit einem Tierheim möglich", sagt Kay Hanisch. Er findet es eigenartig, dass sich wesentlich kleinere Städte als Döbeln Tiere im Stadtpark halten. Hainichen zum Beispiel mit seinen reichlich 8500 Einwohnern. Heinrich ist hier der Platzhirsch im Gehege, ein Dammhirsch. Dazu gesellen sich mehrere Rehe. In einer Voliere singen recht farbenprächtige Vögel.

 

"Das fäll mit ab", sagt Hainichens Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) über die Tierpflege. Die drei Mitarbeiter der Stadtgärtnerei kümmern sich darum. Die Haltung des Wildes und der Vögel ist in den Kosten mit eingepreist, die die Stadt für den Park jährlich im Haushalt festschreibt. Und außerdem kommt noch etwas Geld rein. Und zwar durch den Fleischverkauf. Denn regelmäßig schießt ein Jäger mit spezieller Genehmigung überzählige Rehe. Denn die gesetzlichen Vorgaben verlangen, dass Wild sogar geschossen werden muss, wenn es im Gehege lebt. "Das Parkfest lassen wir die Rehe meist noch mitmachen, danach kommt der Jäger", sagt Dieter Greysinger.

 

In Döbeln werden sich die Spaziergänger im Bürgergarten vorerst mit den verbliebenen Tieren begnügen müssen: Enten auf dem Teich, Vögel in der Voliere, die ein Privatmann zur Dankbarkeit der Stadt pflegt. Schafe jedenfalls könne sich die Stadt derzeit nicht leisten. "Man braucht dafür ein Zuchtbuch, muss Mitglied in der Tierseuchenkasse Sachsen sein und muss die Tiere regelmäßig impfen", erläutert Thomas Hanns, Dezernent in der Stadtverwaltung. Das alles kostet Geld. Die Pflege und das Futter ebenso. Außerdem hat die Stadtgärtnerei laut Thomas Hanns mehr Grünflächen zu pflegen, denn mit jedem Abriss kommt Fläche dazu. Dabei muss die dem Stadtbauhof angegliederte Stadtgärtnerei mit immer weniger Personal auskommen. Zusätzliche Tierhaltung wäre ein zu großer Aufwand für diese freiwillige Aufgabe.

 

"Momentan ist das nicht gerechtfertigt", sagt Thomas Hanns. Er kann aber nicht ausschließen, dass dies auch in der Zukunft so sein wird. "Wenn sich zum Beispiel jemand finden würde, der sich ehrenamtlich um die Tiere kümmert, könnte man über deren Anschaffung nachdenken", sagt er.

 

© Kommentar

Kasel, Beatrice

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