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Döbeln Im Drogenrausch durch Döbeln randaliert
Region Döbeln Im Drogenrausch durch Döbeln randaliert
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10:06 06.11.2018
Ein Döbelner soll schlagend, randalierend und stehlend durch Döbeln gezogen sein. Nun verhandelt das Amtsgericht Chemnitz. Quelle: dpa
Döbeln/Chemnitz

Mit der Anklage kam die Erinnerung. „Ich trinke und kiffe. Aber Crystal nehme ich nicht so oft. Ich hatte Verfolgungswahn und dachte, alle glotzen mich blöd an. Deswegen kam die Aggression“, sagte der 38-Jährige gestern im Amtsgericht Chemnitz, wo Strafrichter Dominik Börner fünf Anklagen gegen den Mann verhandelt. Als er diese gelesen habe, sei ihm wieder bewusst geworden, was er an jenem Tag Herbst so alles angestellt habe, sagte der Angeklagte, der fast alle Tatvorwürfe einräumte: So zerdepperte er mit einer Bierflasche den Schaukasten eines Fotoladens an der Zwingerstraße, schlug einen ihm unbekannten jungen Mann, beleidigte eine Frau, trat den Außenspiegel eines Polos der Volkssolidarität ab, fuhr ohne Fahrerlaubnis aber berauscht mit einem Transporter des Paketdienstes GLS davon und kam bis Waldheim. Wobei das offenbar nicht besonders schwer gewesen sei, denn der Transporter habe mit laufendem Motor an der Straße gestanden. Angeklagt ist das als Diebstahl. Auf der Hainichener Straße in Waldheim endete an diesem Herbsttag die Fahrt.

Fatale Kombination

Zu einem fünften Tatvorwurf schwieg der Deutsche. Er soll einen Döbelner in dessen Wohnung geschlagen haben. „Hier erfolgt keine Einlassung. Die anderen Tatvorwürfe werden eingeräumt. Mein Mandant war nicht ganz zurechnungsfähig. Alkohol, THC und Crystal sind eine fatale Kombination“, sagte Rechtsanwalt Dr. Michael Flintrop, der den Angeklagten verteidigt.

Jetzt muss der Gutachter ran

Sieben Zeugen waren ins Amtsgericht Chemnitz gekommen und konnten unverrichteter Dinge wieder gehen. Denn es steht im Raum, dass der Angeklagte wegen seines Zustandes nicht voll schuldfähig ist. Ein Gutachter soll das nun klären, weshalb Richter Börner den Prozess fortsetzt. Dann wird es auch um die Frage gehen, ob der 38-Jährige zur Suchttherapie in den Maßregelvollzug gehört.

Weitere Verfahren

Zu seiner Verhandlung in Chemnitz brachten ihn die Beamten des Vorführkommandos der JVA Dresden. Dort sitzt der 38-Jährige in Untersuchungshaft. Den Haftbefehl hat das Amtsgericht Riesa erlassen. Bei der Staatsanwaltschaft Dresden sind eine Vielzahl von Diebstahlsverfahren anhängig, von denen einige bereits in erster Instanz abgeurteilt sind und mit denen sich jetzt die Gerichte der zweiten Instanz beschäftigen. Auch in Döbeln hat Justitia den Mann noch am Wickel. Mit der Untersuchungshaft ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er zu seiner Hauptverhandlung auch erscheint.

Nicht Herr seiner Sinne?

Im Amtsgericht Chemnitz wandte sich der 38-Jährige an die Zeugen, die er geschlagen und beleidigt hatte und bat den jungen Mann und die Frau um Verzeihung. „Es tut mir leid. Ich war nicht Herr meiner Sinne.“ Es schien, dass ihm das sehr wichtig war.

Von Dirk Wurzel

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