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Im Eurocopter über den Freileitungen der Region Döbeln

Kontrolle aus der Luft: Im Eurocopter über den Freileitungen der Region Döbeln

Einmal im Jahr überfliegt die Mitnetz Strom GmbH ihre 600 Kilometer Stromtrasse und alle 2100 Hochspannungsmasten zwischen Leipzig und Döbeln, Torgau und Altenburg. Am Donnerstag war mal wieder die Region Döbeln an der Reihe.

Aus dem Hubschrauber im Blick: Jeder, der 2100 Masten in der Netzregion Westsachsen wird einmal im Jahr angeflogen und kontrolliert.
 

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln.  Die Döbelner Region leuchtet im Gelb der Rapsfelder und im Grün der Wiesen. Die Mulde zieht sich als silbernes Band durch die Landschaft. Brücken, rote Ziegeldächer, das Wohngebiet-Nord, der Kirchturm und der Rathausturm liegen 80 Meter unter dem Geräusch der Rotoren. Die Konzentration von Dietmar Kabisch im Hubschrauber der DHD Heliservice GmbH gilt anderen Dingen. Der 59-Jährige ist Fachreferent für die Region Westsachsen bei der Mitnetz Strom GmbH und damit zuständig für die 110 Kilovolt-Hochspannungsleitungen im gesamten Regierungsbezirk Leipzig und im Raum Döbeln. Zwei Mal im Jahr mietet die Mitnetz Strom den Eurocopter AS 350 der Dienstleistungsfirma aus Großkreuz bei Potsdam, um die 600 Kilometer Freileitungen zwischen Schkeuditz im Westen, Torgau und Oschatz im Nordosten, dem Stadtrand von Halle bis nach Döbeln und Etzdorf im Südosten abzufliegen. Im Abstand von 250 bis 350 Metern stehen die Masten. 20 bis 40 Meter, manchmal auch 50 Meter, sind sie hoch.

„2100 solcher Masten haben wir in dem Gebiet. Jeder davon wird einmal im Jahr angeflogen und aus der Luft kontrolliert“, sagt Dietmar Kabisch. Gestern waren die Masten und Freileitungen in der Region Döbeln an der Reihe. Pilot Reiner Flath fliegt den Eurocopter ruhig über die Felder und bremst den Flug in Höhe der Masten ab. Rainer Flath achtet auf Beschädigungen an den Isolatoren aus Porzellan. Er schaut auf die Erdseile oben in den Masten. Sie dienen als Blitzschutz, führen meist auch ein Glasfaserkabel zur Signalübertragung an die Messwarte im inneren ihres eisernen Mantels. Auch Fundamente und Halteseile, den Korrosionsschutz und die Typenschilder der Strommasten hat er aus der Luft im Blick. „Wir fliegen im Frühjahr meist in einer ersten Kontrollperiode über Felder und Wiesen. Gegenden mit viel Baumbestand und Wald befliegen wir im Sommer, wenn alles in vollem Grün steht. Dann sehen wir besser, wo wir im Herbst Baumschnitt veranlassen müssen, wenn Äste den Leitungen zu nahe kommen“, erklärt der Verantwortliche über 2100 Hochspannungsmasten.

Der Hubschrauber fliegt über Bundesstraße 169. Links liegt die Teichstraße und das Gelände der Entsorgungsgesellschaft. „Da unten hatten wir immer Probleme mit Pappeln, die in unsere Leitungen wuchsen. Wir bekamen die Erlaubnis, sie zu fällen und Ersatzpflanzungen vorzunehmen. Der Hubschrauber überquert Masten und das Gelände des RKB Karosseriewerkes. Dahinter ist das Umspannwerk. „Hier übergibt die Mitnetz den Strom ins Netz der Stadtwerke Döbeln“, erklärt Dietmar Kabisch und zeigt auf die Trafostation an der Stockhausener Straße.

420 Masten schafften der Pilot und der Fachreferent am Donnerstag anzufliegen. Drei bis vier Tage dauert eine solche Flugperiode. „Wenn wir in einer Woche reichlich 1000 Masten schaffen, kommen wir in zwei solchen Flugwochen im Jahr herum und schaffen jeden der 2100 Masten zu sichten“, so Dietmar Kabisch. „Heute haben wir keine Schäden an Seilen, Isolatoren, Leitungen oder an den Fundamenten gefunden. Auf einem Mast ist ein Vogelnest. An einer anderen Stelle haben wir Bewuchs registriert, um den sich unsere Kollegen im Herbst kümmern sollten“, beschreibt der Fachreferent die Ergebnisse des Kontrollfluges im Raum Döbeln. Nach mehreren Flugstunden sind Dietmar Kabisch und Rainer Flath froh die schweren Kopfhörer im Hubschrauber wieder absetzen zu können: „Wenn man jeden Tag mit dem Hubschrauber fliegt, ist es wirklich anstrengende Arbeit und es wird mächtig warm unter den Micky-Maus-Ohren.“

Von Thomas Sparrer

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