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Im Gespräch mit Werner Rollow

Ausstellung Im Gespräch mit Werner Rollow

Werner Rollow, Karikaturist aus Waldheim, zeigt im AOK Bildungszentrum in Massanei eine Auswahl aus verschiedenen Perioden seines Schaffens. Am Wochenende war der Künstler selbst zugegen, um mit den Gästen seiner Ausstellung ins Gespräch zu kommen.

Auf vier Etagen verteilen sich Werner Rollows Werke im AOK Bildungszentrum. Zu sehen sind Collagen und Karikaturen aus verschiedenen Schaffensperioden.

Quelle: Sven Bartsch

Massanei. „Ein weißes Blatt Papier hat die höchste Ästhetik“, sagt Cartoonist Werner Rollow. Doch wie beim Künstler, den die Reinheit eines weißen Blattes zur Kreativität reizt – Rollow: „Da muss was drauf...“ – bleiben auch die Seiten seines Gästebuches nicht lange unbeschrieben. „Hallo Werner, es ist schön, dich mal wieder zu sehen“, steht da geschrieben; ein Ehepaar meint anerkennend: „Ein zweiter Henry Büttner. Wir haben uns köstlich amüsiert.“

Wie Büttner ist Rollow Karikaturist; in Stil und Aussagekraft gibt es viele Parallelen zwischen dem Zeichner für die Zeitschrift „Eulenspiegel“ und dem Waldheimer. Aktuell zeigt Werner Rollow im AOK Bildungszentrum eine Auswahl aus verschiedenen Perioden seines Schaffens. Am Wochenende war der Künstler selbst zugegen, um mit den Gästen seiner Ausstellung ins Gespräch zu kommen.

“Politische Satire kann ich nicht weglassen“

„Werner, ist das auch von dir?“, fragt ein Besucher schmunzelnd und zeigt auf eine Informationstafel. Darauf vermerkt sind die Öffnungszeiten des Speisesaals im Gebäude, die beim Betrachter spontan die Frage implizieren: „Wann arbeiten die eigentlich?“ Da muss auch der Künstler lachen. „Ich bin eigentlich Humorist“, beschreibt sich Werner Rollow selbst, „aber die politische Satire kann ich nicht weglassen.“

Auf vier Etagen verteilen sich Rollows Werke, die Architektur des Bildungszentrums gibt es her. Karikaturen bis 1989 wechseln sich ab mit Werken aus der Zeit nach der Wende; das Thema „Napoleon“ und Collagen komplettieren die Schau. Aus braunem Verpackungskarton hat der Künstler verschiedene Porträts erstellt; in der Mehrheit Frauen-Büsten. „So etwas habe ich noch nie gesehen“, staunt ein langjähriger Bekannter Rollows im Gespräch mit diesem, „auch von keinem jungen Künstler.“

Napoleon – Sinnbild für den Größenwahn

Für den Waldheimer eine Bestätigung. „Mir ist wichtig, dass meine Kunst in die Zeit passt. Ich kann nicht malen wie vor 100 Jahren“, sagt Werner Rollow. „Kreativität ist gefragt.“ Und diese schließe ausdrücklich aus, das Motiv maßstabsgetreu und eins zu eins abzubilden. Denn das tue schließlich schon die Fotografie.

Steht bei den Collagen eher die Technik und künstlerische Umsetzung im Vordergrund, gilt es bei Rollows Karikaturen, das Bild im Bild zu erkennen. Dass Rollow zum Beispiel Napoleon eine ganze Serie gewidmet hat, kommt nicht von ungefähr; für ihn sei der Franzose Sinnbild für Größenwahn. Einen Napoleon, sagt Rollow, haben sich die Leute auch gern ins Büro gehängt, „und damit den Chef gemeint.“

Nur ein Bild, nämlich „Schwarzes Kind mit Spielzeugpanzer“ aus dem Jahr 1984, das die Hungersnot in Afrika thematisiert, ist gänzlich frei von Humor, „denn hier ist er mir ausgegangen“, so Rollow. Er, der eigentlich immer lächelt, wird plötzlich ganz nachdenklich: „Ein zeitloses, immer noch aktuelles Motiv. Leider.“

Von Antje Krieger

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