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Im Harthaer Freizeitzentrum „Sunshine“ gehen die Lichter aus

Träger informiert Stadt Im Harthaer Freizeitzentrum „Sunshine“ gehen die Lichter aus

Stichtag ist voraussichtlich der 28. Februar – dann soll der Jugendclub in der Sonnenstraße das letzte Mal seine Türen öffnen. Die Kindervereinigung Leipzig informierte die Stadtverwaltung, ein Gespräch soll folgen. Die letzten Jahre waren Freizeitzentrum und Hort gemeinsam in einem Gebäude untergebracht.

Das Freizeitzentrum Sunshine in der Sonnenstraße in Hartha schließt seine Türen. Damit endet eine knapp 23-jährige Ära.

Quelle: Sven Bartsch

Hartha. Das Freizeitzentrum Sunshine in Hartha wird geschlossen. Nach DAZ-Informationen sollen am 28. Februar offiziell die Lichter ausgehen. Seit 1994 gibt es den Freizeittreff in der Sonnenstraße schon. Zuerst vom „Internationalen Bund“ betreut, übernahm die Kindervereinigung Leipzig im Januar 2003 die Trägerschaft der einstigen „Gelben Ente“, die inzwischen „Sunshine“ heißt. Im gleichen Gebäude ist seit August 2010 auch der Hort Sonnenschein untergebracht. Auch der liegt in der Verantwortung der Kindervereinigung Leipzig.

Dass beide Einrichtungen in ein und demselbem Gebäude liegen, machte es vor allem dem Freizeitzentrum in den vergangenen Monaten nicht leicht. Laut offiziellen Öffnungszeiten kann das Freizeitzentrum Montag bis Freitag erst ab 16.30 Uhr die Jugendlichen empfangen. Vorher tummeln sich im Gebäude die Hortkinder. Das Angebot des Jugendclubs richtet sich an zwölf- bis 16-Jährige. Grundschüler und Jugendclub-Besucher gleichzeitig zu betreuen, funktioniert nicht wirklich – zu unterschiedlich seien die Interessen, zu verschieden die Freizeitgestaltung. „Wenn ich erst gegen 16.30 Uhr offiziell die Türen öffne, sind die meisten Jugendlichen schon zu Hause. Die kommen dann nicht nochmal zu uns“, äußerte sich Jugendclubleiterin Manja Hübner schon vor Monaten zur Problematik. Die Kindervereinigung Leipzig äußerte sich auch auf Nachfrage der DAZ bisher nicht zu den Beweggründen, die Einrichtung zu schließen. „Zuerst soll es ein Gespräch mit der Harthaer Stadtverwaltung geben“, erklärte Peggy Kriegenherdt, Projektleiterin Kreis Leipzig und Mittelsachsen bei der Kindervereinigung Leipzig.

Gespräch mit Träger und Jugendlichen geplant

Die Harthaer Stadtverwaltung ist bereits über den Sachverhalt informiert, bestätigte Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos). „Ich habe noch keine Argumente des Trägers gehört“, sagt er. „In einem gemeinsamen Gespräch werden sich die Hintergründe klären.“ Die Kindervereinigung Leipzig hat mit der Stadtverwaltung einen sogenannten Betreuungsvertrag. Das Gebäude selbst gehört der Stadt. „Wir wissen um die Schwierigkeiten, die es bei der Betreuung gibt“, erklärt das Stadtoberhaupt. „Die Schulen bieten vielfältige Ganztagsangebote an, womit viele Schüler bereits ausgelastet sind. Da hat sich in der Schullandschaft unheimlich viel getan.“ Laut Ronald Kunze müsse man vor allem auch mit den Jugendlichen selbst ins Gespräch kommen und herausfinden, ob ein solches Freizeitangebot überhaupt noch gewünscht beziehungsweise gebraucht wird.

Zur Problematik Hort und Jugendclub unter einem Dach möchte der Bürgermeister Entwarnung geben. „Perspektivisch wird es eine Lösung dafür geben. Die Maßnahmen für einen Umzug des Hortes ins Pestalozzi-Schulgebäude sollen ab nächstem Jahr in Angriff genommen werden“, sagt er. Auch darüber wolle Kunze mit dem Träger sprechen. Die Kindervereinigung weiß darüber Bescheid, wurde als Träger des Hortes von Anfang an in die Pläne einbezogen.

Wie weiter mit der Kalthalle?

Die Stadtverwaltung möchte jetzt erst einmal das Gespräch mit dem Träger abwarten, dann mit den Jugendlichen selbst ins Gespräch kommen und über eine weitere Entwicklung, auch mit dem Stadtrat, diskutieren. „Die Vereinsarbeit in der Stadt ist vielfältig, die Schulen bieten ein hochqualitatives Angebot. Vielleicht ist die Entwicklung auch die, dass Kinder sich eher dorthin orientieren“, stellt Ronald Kunze Überlegungen an.

Dass sich die Jugendlichen der Stadt grundsätzlich ein Angebot für einen Jugendclub wünschen, machte zumindest die Jugendinitiative Bronx deutlich. Die Truppe möchte sich gern in der Kalthalle niederlassen. In der letzten Stadtratssitzung hakte Ina Lorenz vom Kulturbüro, das die Jugendinitiative unterstützt, nach. „Da gibt es noch Klärungsbedarf“, erklärte Bürgermeister Ronald Kunze. In den nächsten zwei Monaten könne die Jugendinitiative mit einer Information rechnen, wie es mit der Kalthalle weitergeht. Das Angebot der Stadt an die Jugendlichen ist nach wie vor die vorübergehende Nutzung der Räume des ehemaligen Hauses der Geschenke an der Karl-Marx-Straße.

Von Stephanie Helm

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