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Im März Start frei für Kabelzieher in Leisnig

Strom in Leisnig Im März Start frei für Kabelzieher in Leisnig

In und um Leisnig beginnt die Mitnetz Strom mit dem Ausbau ihres Stromnetz. Start ist in der Chemnitzer und Colditzer Straße, am Sachsenplatz sowie im Ortsteil Görnitz. Leitungen für das Mittelspannungs- und Niederspannungsnetz kommen unter die Erde.

Damit der Strom von großen Solaranlagen ins Netz gelangen kann, modernisiert das Unternehmen Mitnetz Strom das Mittel- und Niederspannungsnetz in Leisnig und einigen Ortsteilen.

Quelle: Sven Bartsch

Leisnig. Noch im März geht es los: In und um Leisnig beginnt die Mitnetz Strom mit dem Ausbau ihres Stromnetzes. Nicht etwa der steigende Stromverbrauch mache dies erforderlich, so Uwe Härling, Leiter der Netzregion Westsachsen bei der Mitnetz Strom. Im Gegenteil, es werde immer weniger Strom abgenommen.

Das liege nicht allein daran, dass im ländlichen Bereich die Einwohnerzahlen sinken, sondern auch daran, dass mit LED-Leuchten und zunehmend energie-effizienten Haushaltsgeräten Strom gespart werde. Es seien vielmehr große Windkraft- oder Solaranlagen, von denen die erzeugte Energie auch ins Netz gebracht werden muss. Dafür seien größere Kabelquerschnitte nötig. Somit kann der Strom nicht mehr per Freiluftkabel transportiert werden, sondern muss unter die Erde.

Start an drei Stellen gleichzeitig

Gebaut wird als erstes in der Chemnitzer beziehungsweise Colditzer Straße von Leisnig. Dort werden am wenigsten Einschränkungen in den Autoverkehr erwartet, denn das Kabel wird in den Fußweg verlegt. Fußgänger müssten dann also den Gehweg auf der anderen Straßenseite benutzen. Außerdem baut die Mitnetz Strom ab diesen Monat auch am Leisniger Sachsenplatz. Da es sich dort um eine Einbahnstraßenregelung in einem dicht bebauten Wohngebiet handelt, kann der Verkehr relativ ungehindert weiter fließen. Das dritte Bauprojekt wird diesen Monat im Ortsteil Görnitz begonnen. Die normale Befahrbarkeit des Dorfes soll weiter gewährleitstet bleiben. Es wird nötigenfalls eine Ampelregelung geben. Die Anträge auf entsprechende verkehrsrechtliche Anordnungen werden zeitnah bei der Stadtverwaltung gestellt. Die beauftragten Bauunternehmen stimmen sich mit den Bewohnern im Umfeld der Baustellen ab. So wird es unter anderem Postwurfsendungen geben. Bautechnologisch bedingt wird es vorübergehende Stromabschaltzeiten geben. Auch diese werden den betroffenen Bewohnern direkt mitgeteilt, damit sie sich darauf einrichten können.

Größere Kabelquerschnitte nötig

Während für ein herkömmliches Freilandkabel vier Leitungen zu je 70 Quadratmillimetern Querschnitt gezogen werden, haben einzelne Kabel bereits Querschnitte von 150 bis hin zu 240 Quadratmillimetern. „Diese kann man dann nicht mehr durch die Luft verlaufen lassen. Sie werden viel zu schwer“, so Härling. Bisher wurde der per Freilandleitung in die Haushalte gebrachte Strom als ausreichend betrachtet in ländlichen Regionen. Doch dies hat sich in den vergangenen Jahren als Irrtum erwiesen und das trotz sinkender Abnehmerzahlen, LED-Leuchten und modernen Haushaltegeräte.

Es werde jedoch mehr Strom ins Netz eingespeist aus Windparks und von großen Solaranlagen. Roberto Heinisch, Leiter Anlagenmanagement Mittelspannung/Niederspannung im Servicecenter Mockritz, nennt als Beispiele in der Leisniger Region große Solaranlagen wie in Wiesenthal oder Nicollschwitz, sowie Windkraftanlagen bei Hartha, Eichardt oder Bockelwitz.

Belastung kommunaler Finanzen

Selbst kleine Haus-Solaranlagen, die jedoch in größerer Zahl entstanden seien, erhöhen das Einspeiseaufkommen. Das Mittel- und Niederspannungsnetz müsse darauf neu ausgelegt werden. Im Mittelspannungsnetz rund um Leisnig liegen etwa 75 Prozent der Stromleitungen bereits in der Erde, im Niederspannungsnetz sind es knapp 70 Prozent. Der Stromversorger sorgt also nach und nach dafür, dass nahezu das gesamte Stromnetz künftig unterirdisch verläuft. Härling weiter: „Uns ist bewusst, dass wir mit unseren Projekten auch in die Haushaltspläne von Kommunen einreifen.“

Damit meint er, dass die Stadt Leisnig nun neue Lichtmasten für die neue Straßenbeleuchtung setzen lassen muss. Wo jetzige Freileitungen durch Erdkabel ersetzt werden, kommen die Strommasten weg. Diese nutzt die Stadt allerdings für ihre Straßenbeleuchtung kostenlos mit. Die Kommune muss sich demnach jetzt um neue Masten selbst kümmern. Kostenpunkt: 100 000 Euro. Das muss in den Haushaltsplan für 2016 noch eingestellt werden. Dieser ist momentan noch in Arbeit.

Goth gesteht ein, dass dies für den kommunalen Haushalt eine erhebliche Belastung darstelle. In der Sitzung des Technischen Ausschusses im Januar hatten auch Leisniger Ratsmitglieder besorgt reagiert, als sie über diesen Investitionsdruck informiert wurden. „Zudem sind die Kabelverlegearbeiten ein Eingriff in das Wohnumfeld der Bürger“, merkt Härling an. „Deshalb gehen wir mit den Informationen so transparent wie möglich um.“ Dabei vertraut der Auftrageber auf die Unternehmen, die die Arbeiten vor Ort erledigen. Diese seien dazu angehalten, zu den betroffenen Anwohnern engen Kontkat zuhalten, damit bei eventuell verübergehend auftretenden Einschränkungen keine Misstimmung entsteht.

Von Steffi Robak

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